In Plzeň trinkt man „plzeň“

Ich trinke Pilsen - piju plzeň
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Wir knüpfen an die vergangene Lektion an. In der haben wir über die Klein- und Großschreibung im Tschechischen gesprochen.

China essen - jíst čínu | Illustrationsfoto: cottonbro,  Pexels

Wie bereits bekannt, werden im Tschechien die Substantive kleingeschrieben. Nur wenn es sich um Eigennamen handelt, ist der Anfangsbuchstabe groß. Es gibt aber auch Begriffe, die ursprünglich Eigennamen waren, mit der Zeit aber eine allgemeine Bedeutung und dementsprechend auch einen kleinen Buchstaben am Anfang erhalten haben. Der tschechische Name für die westböhmische Kreisstadt Pilsen heißt – Plzeň. Natürlich mit einem großen P geschrieben. Oft sagt man aber auch: Ich trinke Pilsen – piju plzeň. In diesem Fall kleingeschrieben. Damit ist nämlich das Pilsner Bier gemeint. Man kann nach China reisen – cestovat do Číny, aber auch China essen – jíst čínu. Also ein chinesisches Gericht. Wenn man einen Judas verkostet – ochutnat jidáše, ist damit nicht die Gestalt aus der Bibel gemeint – Jidáš, sondern ein nach ihr benanntes Ostergebäck.

Spanische Gitarre - španělka | Illustrationsfoto: FotoRieth,  Pixabay,  Pixabay License

Ein Italiener heißt auf Tschechisch – Ital beziehungsweise umgangssprachlich und veraltet – Talián. Wenn man in einen – talián beißt, ist da kein Kannibalismus, sondern man isst eine weiße Wurst dieses Namens. Eine Spanierin – Španělka kann man zwar nicht essen, aber man kann sie spielen. Denn mit dem kleingeschriebenen Wort – španělka wird eine spanische Gitarre bezeichnet. Der Name – Polka bedeutet im Tschechischen Polin. Das Substantiv – polka bezeichnet den auch im Deutschen bekannten Tanz. Zu seiner Entstehungszeit hieß er allerdings noch – půlka, also die Hälfte, abgeleitet vom typischen Schrittwechselschritt. Später wurde der Name geändert zu polka. Nach einigen Angaben geschah dies aus Sympathie für die damals im Aufstand schwer unterdrückten Polen, nach anderen wegen einer polnischen Sängerin. Auf Wiederhören! Na slyšenou!

Polka - polka | Illustrationsfoto: Ali Eminov,  Flickr,  CC BY-NC 2.0