Präsident Havel fordert dazu auf, der Opfer des 11. Septembers zu gedenken

Kreuz in New York (Foto: CTK)

Der erste Jahrestag der Terroranschläge auf die USA soll eine Aufforderung zum Nachdenken und zu einem Rückblick sein. Davon ist der tschechische Präsident Václav Havel überzeugt. Mehr erfahren Sie im folgenden Beitrag von Markéta Maurová.

Kreuz in New York (Foto: CTK)
Präsident Vaclav Havel hat am Dienstag an die tschechischen Bürger appelliert, am 11. September der Opfer der Terroranschläge zu gedenken und ihre Zusammengehörigkeit mit den Amerikanern zum Ausdruck zu bringen. Man werde den ersten Jahrestag der Anschläge auf Werte begehen, auf die sich unsere Zivilisation stütze, führt Havel in seiner Erklärung zum 11. September an. Zur Entwicklung der Welt nach dem 11. September 2001 schreibt er weiter: "Man begann notwendige Sicherheitsmaßnahmen, Vorgangsweisen, Strategien und Doktrinen zu kultivieren und vor allem: Es bildete sich eine breite internationale Antiterror-Koalition, deren fester Bestandteil unser Land ist." Die Niederschlagung des verbrecherischen Regimes in Afghanistan und die Schaffung von Grundlagen für eine demokratische Entwicklung in diesem Land versteht Havel als eine direkte Antwort auf die Attacken. Erst ein Rückblick werde aber zeigen, wie wenig Fortschritte die Menschen bei ihren Betrachtungen über die gesamte Zivilisation und über die Art und Weise des Zusammenlebens in einer globalen Welt im letzten Jahr gemacht hätten, meint der tschechische Präsident. Vaclav Havel hofft daher, dass auch der bevorstehende NATO-Gipfel in Prag diese jüngste historische Erfahrung in Betracht ziehen wird.

"Ich kann Ihnen versichern, dass das bevorstehende Treffen in Prag von großer Bedeutung sein wird. Es wird sich in die Geschichte der Allianz sozusagen als ein Moment des Umbruchs einschreiben. Wir werden dafür alles tun, was in unseren Kräften ist."

Vaclav Havel äußerte sich auch zum geplanten Angriff auf den Irak. Dieser solle ihm zufolge eine breite internationale Unterstützung erfahren. "Ich habe immer geglaubt, dass man sich dem Übel von Anfang an stellen muss, es ist aber die Frage, wie," sagte Havel.