Prager Kurzfilmfestival: 18 Filme, 14 Länder, ein Preis

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Am Donnerstagabend eröffnet das Prager Kurzfilmfestival. Bis zum Sonntag werden im Kino Světozor zahlreiche tschechische und internationale Streifen gezeigt. 18 Beiträge aus 14 Ländern gehen zudem ins Rennen um den Preis der internationalen Jury.

Das viertägige Festival findet dieses Jahr zum neunten Mal statt und ist ein Ableger der Internationalen Karlsbader Filmfestspiele. Dazu die Organisatorin Radka Weiserová:

„Vor zehn Jahren waren Kurzfilme noch Bestandteil des Festivals in Karlsbad. Dort hat allerdings nie ein Wettbewerb statt gefunden. Da Kurzfilme immer populärer wurden, haben wir schließlich dieses Festival gegründet.“

Alle Filme, die am Wettbewerb teilnehmen, dürfen nicht länger sein als 30 Minuten. Die fünfköpfige Jury setzt sich zusammen aus Kulturschaffenden und Kritikern sowie Filmemachern und Produzenten. Im vergangenen Jahr gehörte ihr unter anderem der Hamburger Künstler Till Nowak an. Der Hauptpreis ist mit 2000 Euro dotiert. Bekanntgegeben wird sein Gewinner bei der Abschlussfeier des Festivals am Sonntagabend.

Radka Weiserová (Foto: ČT24)
Im Mittelpunkt des alljährlichen Kinomarathons steht das Genre des Spielfilms, erklärt Weiserová:

„Unser Festival war immer schon ein Festival des Spielfilms, denn kurze Dokumentar- oder Trickfilme haben hierzulande ihre eigenen Veranstaltungen, und Dokumentationen werden auch im Fernsehen gezeigt. Eine Ausnahme ist die Rubrik ‚Labo‘, hier zeigen wir Kurzfilme, die sehr experimentell sind.“

Neben der Rubrik „Labo“ gibt es noch fünf weitere Kategorien. Eine davon widmet sich den besten tschechischen Kurzfilmen des vergangenen Jahres. Wie schon in den vorigen Jahren, stammen viele dieser Produktionen von Studierenden oder Absolventen der Prager Akademie für darstellende Künste.

„Stufe Drei“ (Foto: YouTube)
Insgesamt werden von Donnerstag bis Sonntag über 70 Streifen gezeigt. 18 davon gehen in den internationalen Wettbewerb. Darunter auch ein deutscher Beitrag. In „Stufe Drei“ erzählt Regisseur Nathan Nill die Geschichte des jungen Draufgängers Maik, der Sozialstunden in einer Behinderten-Wohngruppe ableisten muss. Schon bald ist er sich allerdings nicht mehr sicher, wer dort eigentlich Hilfe braucht - er selbst, die Bewohner oder gar die Sozialpädagogen?

Kino Světozor (Foto: Kristýna Maková)
Abstimmen kann über diesen und die weiteren Beiträge jedoch nicht nur die internationale Jury. Auch die Zuschauer sind als Kritiker gefordert. Nach jedem Kurzfilm-Block haben sie die Möglichkeit, eine Stimme für ihren Favoriten abzugeben. Der Publikumspreis wird dann gemeinsam mit dem Hauptpreis am Sonntagabend verliehen.

Auch in diesem Jahr dürften die Festivalvorführungen im Kino Světozor nahe des Prager Wenzelsplatzes wieder sehr voll sein, prognostiziert die Organisatorin:

„Seit einigen Jahren verzeichnen wir immer zwischen 3000 und 4000 Besucher. Wir haben das Festival vom Herbst auf Januar verschoben, und das hat sich gelohnt, denn im Januar gibt es nicht so viele Filmereignisse. Ich rechne auch jetzt mit etwa derselben Besucherzahl. Damit wären wir zufrieden.“