Presseschau

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Von Martina Schneibergova.

Die tschechischen Tageszeitungen schenkten am Dienstag in ihren Kommentaren vor allem drei Themen ihre Aufmerksamkeit: dem Kampf gegen den Terrorismus, den polnischen Parlamentswahlen sowie den eventuellen Änderungen innerhalb der oppositionellen Viererkoalition. Dabei überwiegen in der Tagespresse Artikel über die verschiedensten Aspekte des Kampfes gegen den Terrorismus.

Die auflagenstärkste Tageszeitung Mlada fronta Dnes beschäftigt sich in zwei Kommentaren mit der Gefahr stereotypen Denkens. Michal Komarek verweist darauf, dass unsere Gesellschaft von vielen Vorurteilen belastet ist, und die Menschen gewohnt sind, jemanden zuerst einzuordnen und erst dann zu bewerten. Die Intellektuellen sind Komarek zufolge zweifelsohne mitverantwortlich dafür, ob sich im allgemeinen Denken Kategorien wie "Moslems", "Araber", "Feinde Amerikas" oder "Feinde der Zivilisation" durchsetzen werden. Sie alle würde man für mehr oder weniger getarnte Sympathisanten mit den Terroristen halten. Die Intellektuellen tragen gegenwärtig entweder zur Vereinfachung des Weltbildes bei oder sie warnen davor, meint der Kommentator abschließend.

In einem anderen Kommentar mit dem Titel "Die Vergeltung hat schon begonnen" befasst sich dieselbe Tageszeitung mit den Besonderheiten des Schlags gegen den Terrorismus, der sich nicht nur in Afghanistan und dessen Umgebung, sondern auch in ruhigen Stadtvierteln der westlichen Welt abspielt. Geheimdienstagenten überprüfen ständig Informationen, suchen nach Verdächtigen. Hohe Offiziere der Nachrichtendienste stellen ein Mosaik von Informationen zusammen. Mit jeder Minute wird das Bild präziser, mit jeder Minute ist der Krieg weiter vorangeschritten, ohne dass man es ahnt, schreibt der Kommentator.

Mit dem Durchgreifen gegen Terroristen auf finanzieller Ebene befasst sich die Tageszeitung Lidove noviny in einem Kommentar mit dem Titel "Warum so spät". Der Schritt der Bush-Administration zur Einfrierung sämtlicher Konten, über die bekannte Terroristengruppen verfügen, wird von dem Kommentator als die bislang rasanteste antiterroristische Maßnahme im ökonomischen Bereich bezeichnet. Es werde - so die Zeitung - auch angedeutet, worauf sich der nächste Schritt der USA in diesem Bereich konzentrieren könnte. Es wird sich um ein Embargo gegen ein Land handeln, das nicht bereit sein wird, an der Einfrierung der verdächtigen Konten mitzuarbeiten. Es handele sich - so der Autor abschließend - um eine harte, aber richtige Maßnahme. Es sei jedoch unklar, warum man sie so spät träfe.

Die Tageszeitung Pravo kommentiert den gegenwärtigen Besuch von Papst Johannes Paul II. in Kasachstan und Armenien. Pravo stellt in diesem Zusammenhang die Frage, was für Auswirkung die Aufforderung des Papstes zum gemeinsamen Gebet der Christen und der Moslems haben kann. Auf den ersten Blick kann der Aufruf nach Meinung des Kommentators bestimmte Chancen haben, da von Anfang an betont wird, es gehe nicht um einen Schlag gegen den Islam. Die Aufforderung des Papstes zum Dialog der Zivilisationen sei jedoch - so Pravo - auch nicht problemlos. Die Zeitung erinnert an die Gemeinsamkeiten zwischen dem Christentum und dem Islam. Gleichzeitig jedoch hätten sich die euroamerikanische und die islamische Zivilisation Jahrhunderte lang als eine Art Filmnegativ der anderen verstanden. Der uralte Kulturkonflikt und die gegenseitigen Ressentiments seien - so Pravo -allzu tief verwurzelt.