Probleme der fleischverarbeitenden Industrie

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Von Jitka Mladkova.

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Rinderwahn hin, Rinderwahn her - der in Tschechien rückläufige Konsum von Fleisch bzw. Fleisch- und Wurstwaren, Tendenz steigend, ist eine Tatsache, deren Anfang schon mehrere Jahre zurück liegt. Denn nicht erst jetzt warnen einheimische Experten vor diesem Trend und die vorhandenen Zahlen geben ihnen auch recht. Anfang der 90-er Jahre gab es in Tschechien rund 90 fleischverarbeitende Großbetriebe, von denen heute etwa die Hälfte nicht mehr existiert. Allein in diesem Jahr sind drei zugrunde gegangen, ein vierter, der zweitgrößte im Lande nämlich, steht unaufhaltsam einen Schritt vor dem Konkurs. Aber auch die Zukunftsperspektiven dieses Wirtschaftsbereichs sind alles andere als rosig.

Die fortschreitende Minderung der Produktionskapazitäten wird offensichtlich nicht nur die fleischverarbeitende Industrie betreffen, eine ähnliche Entwicklung ist auch bei den Schlachthöfen selbst zu erwarten. Von diesen gibt es hierzulande derzeit rund 400, aber schon jetzt weiß man, dass nach dem EU-Beitritt Tschechiens nur zwanzig, höchstens dreißig Firmen dieser Branche überleben können. Solange es nicht so weit ist, halten sich viele der existierenden Schlachtbetriebe dadurch über Wasser, dass sie so gut wie gar nichts in neue Technologien investieren und dank den so gedrückten Produktionskosten mit den größeren und investierenden Unternehmen durch ein niedrigeres Preisniveau ihrer Produkte konkurrieren können. Die fleischverarbeitenden Fabriken geraten auf dem Markt zunehmend in eine Zwickmühle: Auf der einen Druck ausübenden Seite stehen die Landwirte, die immer höhere Verkaufspreise ansetzen, auf der anderen Seite sind es ausländische Nahrungsketten, die die Handelspreise nach unten drücken. Der finanzielle Spielraum der einheimischen Fleischlieferanten wird dadurch entscheidend verringert.