Radio-Prag-Wettbewerb: aufmerksam zuhören und originell schreiben

Radio Prag schreibt auch in diesem Jahr einen Wettbewerb für seine Hörerinnen und Hörer aus. Was Ihre Aufgabe im Wettbewerb ist, das erfahren Sie im heutigen Hörerforum.

14 Tage sind vorbei und ich darf Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, erneut zu Ihrer Sendung bei Radio Prag begrüßen: Hallo und willkommen beim Hörerforum! Gleich zu Beginn ein Gruß und Dank an all jene, die sich in den vergangenen Tagen an uns erinnert und uns geschrieben haben. Empfangsberichte, oft begleitet auch von Ostergrüßen, kamen unter anderem von Werner Hoffman aus Güstrow, Hendrick Leuker aus Bamberg, Holger Lipp aus Mühlacker, Sascha Scholz aus Bad Arolsen und Frank Unglaube aus Hamburg, der uns ein ganzes Paket von Empfangsberichten geschickt hat. Danke also für alle Zuschriften.

Gerald Schubert
Wie Sie bereits mitbekommen haben, hat Radio Prag einen neuen Hörerwettbewerb gestartet. Worum es dabei geht, was von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern erwartet wird und was auf den Gewinner wartet, darüber habe ich mit dem Chefredakteur von Radio Prag Gerald Schubert gesprochen:

Der Wettbewerb hat in diesem Jahr eine gewissermaßen andere Form als früher. Was ist diesmal die Aufgabe der Hörerinnen und Hörer?

„Der Hauptunterschied ist eigentlich ein technischer oder ein formaler, weil wir diesmal das Hören von Beiträgen von Radio Prag im Internet ein bisschen propagieren wollen, die Leute dazu animieren wollen, die Beiträge wirklich zu hören und nicht nur zu lesen. Im Internet ist natürlich die Verlockung für manche groß, die Beiträge zu lesen. Das bieten wir auch an, aber es wäre Schade drum. Wir haben als Radio soviel interessantes Tonmaterial zu bieten, dass wir die Hörer doch dazu animieren wollen, das anzuhören, und der Wettbewerb ist ein Mittel dazu. Denn wenn man die Sendung nicht anhört, weiß man nicht, worum es geht, und kann nicht teilnehmen.“

Und worum geht es also im Wettbewerb?

„Es geht um ein Theater aus der tschechischen Theatergeschichte, das auch sehr mit der Musik gearbeitet hat. Wir spielen dreimal pro Woche ein Lied, das aus der Wirkungsgeschichte dieses Theaters hervorgegangen ist. Wir erklären etwas dazu. Wenn der Monat Mai ein bisschen fortgeschritten ist, erklären wir vielleicht ein bisschen mehr dazu, für die Hörer, die nicht die Antwort sowieso schon kennen. Und dann besteht die Aufgabe darin, dass uns die Leute Mails oder Briefe schreiben, wie es bisher bei unseren Wettbewerben der Fall war. Sie schreiben uns, um welches Theater es sich handelt und welche Hauptprotagonisten in diesem Theater vertreten waren. Ich glaube, die Antwort ist nicht besonders schwer, es sind zwei sehr bekannte tschechische Schauspieler. Und des Weiteren können die Hörer ein bisschen drum herum schreiben, was sie über dieses Theater und über diese Schauspieler wissen. Und wie immer werden auch der Inhalt und die Ausführlichkeit dieser Briefe sowie die Originalität beurteilt. Es ist besser, ein bisschen mehr zu schreiben, mit der Phantasie zu arbeiten, als einfach nur den Namen des Theaters und dieser zwei Schauspieler hinzuschreiben.“

Illustrationsfoto
Was kann man im Wettbewerb erwerben. Was ist der Preis für den Gewinner beziehungsweise die Gewinner?

„Es gibt einen Hauptpreis, das ist ein digitales Radiogerät, ein digitaler Radioempfänger. Und dann gibt es jede Menge Sachpreise für Einsendungen in allen möglichen Sprachversionen, und das sind Preise von Radio Prag, CDs, Bücher und so weiter.“

Paul Gager aus Deutschkreuz hat am vergangenen Sonntag schon den ersten Hinweis auf den Wettbewerb von Radio Prag zur Kenntnis genommen. In diesem Zusammenhang bringt er seine Befürchtung zum Ausdruck zu einem Wettbewerb…

Foto: Mateusz Stachowski, Stock.xchng
„…der mir auf den ersten Blick sehr arbeitsintensiv vorkommt, aber vielleicht kommt trotzdem Freude beim intensiven Zuhören auf. Aber was wird sein, wenn die eine oder andere Sendung verpasst wird?“

Eine gelegentliche Lücke beim Zuhören sollte kein großes Hindernis für die Teilnahme am Wettbewerb darstellen. Es werden zwar verschiedene Lieder gespielt, alle beziehen sich aber auf ein Theater, und so kann man die Abwesenheit am Radioapparat beziehungsweise am Computer bei der nächsten Sendung nachholen.


Und nun noch ein paar Blicke in die Hörerpost: Die hektische Entwicklung, die kürzlich die politische Szene in Tschechien erlebt hat, die Affäre um die Bestechung und Bespitzelung in einer der Regierungsparteien, hat bis zur Regierungskrise und Umbesetzung im Kabinett geführt. Herrn Ulrich Wicke aus Felsberg hat sie zum folgenden Kommentar bewogen:

„Die Vorgänge um den zurückgetretenen tschechischen Verkehrsminister zeigen eine Gemeinsamkeit unserer beiden Länder: Die Regierenden sind zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass sie noch ihre eigentliche Arbeit machen könnten.“

Fritz Andorf aus Meckenheim findet interne Probleme einer tschechischen Partei weniger interessant. Zu einem anderen Thema aus der tschechischen Politik hat er uns aber folgende Frage geschickt.

„Zur Gewerkschaftskritik an der geplanten Aufhebung der ermäßigten Mehrwertsteuersätze zu Gunsten einer Rentenreform möchte ich ergänzend fragen, für welche Waren denn diese Sätze gelten und wie hoch sie liegen?“

Also: Der „normale“ Satz liegt bei 20 Prozent. Daneben gibt es zurzeit noch einen ermäßigten Satz in Höhe von 10 Prozent. Dieser bezieht sich auf gewisse Waren und Dienstleistungen, wie zum Beispiel: Lebensmittel, einige Medikamente, Windeln, Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, sowie manche Hilfsmittel für Kranke und Behinderte, Autositze für Kinder oder aber etwa Holz zum Heizen. Bei den Dienstleistungen geht es unter anderem um den öffentlichen Verkehr, Gesundheitspflege, Fürsorge für Kinder, Alte, Kranke und Behinderte, Eintritt in Konzerte, Film- und Theatervorstellungen, in Galerien, Zoogärten und so weiter, den Abtransport von Müll, die Nutzung von Sportanlagen, Bestattungsdienstleistungen und weiteres mehr. Die Steuer sollte dem ursprünglichen Plan nach bei allen Waren und Dienstleistungen auf 20 Prozent vereinheitlicht werden, mit Ausnahme von Brot, Milch, Kartoffeln, Gemüse, Fisch, Kindermilchnahrung sowie Lebensmittel für Leute mit Metabolismuserkrankungen. Nach heftiger Kritik wurden die Reformpläne allerdings abgemildert und ein einheitlicher Mehrwertsteuersatz von 17,5 Prozent festgelegt.

Und mit dieser Antwort auf eine Ihrer Fragen verabschiede ich mich für diesmal. Eine neue Ausgabe des Hörerforums gibt es wieder in 14 Tagen. Bis dahin können Sie uns natürlich schreiben. Über Ihre Briefe, Karten und E-mails freuen wir uns unter der Adresse: Radio Prag, Vinohradská 12, 12099 Praha 2, Tschechische Republik beziehungsweise an