Rau und Havel eröffnen Deutsch-tschechische Begegnungsschule

Rau und Havel eröffnen Deutsch-tschechische Begegnungsschule, Foto:CTK

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich haben Bundespräsident Johannes Rau und sein tschechischer Amtskollege Vaclav Havel am Mittwoch in Prag feierlich den Baubeginn für eine Deutsch-Tschechische Begegnungsschule freigegeben. In der Einrichtung sollen ab dem Schuljahr 2003/2004 auch tschechische Schüler das deutsche Abitur ablegen können. Olaf Barth berichtet.

Rau und Havel eröffnen Deutsch-tschechische Begegnungsschule, Foto:CTK
Vor etwa 450 Gästen lobten beide Staatsoberhäupter den voraussichtlich neun Millionen Euro teuren Komplex als beispielgebendes Zukunftsprojekt. Vaclav Havel betonte nicht nur die deutsch-tschechische, sondern auch die europäische Dimension:

"Wenn diese Schule einen Beitrag zur guten Verständigung unserer beiden Völker leistet, dann hilft sie damit auch ganz Europa die anstehenden Prüfungen zu bestehen,"

erklärte das tschechische Staatsoberhaupt und fügte hinzu, es sei seine fester Glaube, dass die Schule helfen werde, die Zukunft zu meistern.

Johannes Rau gab den Schülern Folgendes mit auf den Weg:

"Das Wichtigste, das ihr lernen könnt, ist, dass keiner für sich allein lebt, dass man den anderen braucht und dass der andere anders ist als man selber und ich wünsche Euch, dass ihr auch das mit Neugier zur Kenntnis nehmt, Freude daran habt und dass ihr daher lernt, Brücken von Mensch zu Mensch zu bauen. Ich wünsche uns allen, ob wir Schüler sind oder Lehrer, Eltern oder Kinder, Politiker oder Leute der Wirtschaft, dass wir das jeden Tag lernen. Man lebt nicht gegeneinander, sondern miteinander und aus dem nebeneinander soll ein miteinander werden, auch zwischen Deutschen und Tschechen."

Es wäre schön, wenn man an der Schule die Eliten für den tschechischen Staatsdienst heranbilden könnte, hofft Wolfgang von Hinten, Direktor der derzeitigen Deutschen Schule Prag. In der Begegnungsschule sollen etwa 250 deutsche und 220 tschechische Schüler unterrichtet werden.

Autor: Olaf Barth
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