Reise durch die Geschichte des Fahrrads – Ausstellung auf Burg Ledeč nad Sázavou
Fahrräder aus allen Epochen – von der Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie bis in die 1980er Jahre – sind derzeit auf der Burg in Ledeč nad Sázavou im Kreis Vysočina zu sehen. Die Drahtesel stammen aus einer beeindruckenden Privatsammlung.
Luděk Šíma ist der Kastellan der Burg in Ledeč nad Sázavou. Zur dortigen aktuellen Ausstellung mit historischen Fahrrädern sagte er den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks:
„Wir zeigen drei Exemplare aus der Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, aber auch Exponate aus der Zeit der Ersten Tschechoslowakischen Republik. Es sind zudem einige Spezialräder dabei.“
Zu den ältesten Ausstellungsstücken zählen Hochräder und Vehikel, die noch keine Pedale haben. Eines der Fahrräder aus dem Jahr 1915 ist da schon wesentlich bequemer…
„Die Konstruktion ist viel leichter, die Speichen sind viel dünner und fast wie heute. Und es hat Luftreifen und einen gefederten Sattel.“
Aus der gleichen Zeit kann auch ein Tandem bestaunt werden. Zudem gibt es ein Militärfahrrad mit viel Stauraum zu begutachten.
„Wenn die Soldaten lange Entfernungen zurücklegen mussten, hingen sie ihre Ausrüstung an das Rad“, erläutert Šíma.
Zu sehen sind des Weiteren ein Heimtrainer, ein Klapprad oder mit einem Motor angetriebene Zweiräder. Die jüngsten der Exponate stammen aus den 1980er Jahren, und ein Großteil von ihnen kommt aus tschechoslowakischer Produktion. Vertreten ist etwa die traditionelle Fahrradmarke Eska. Zu sehen sind aber auch Kinderfahrräder vom Hersteller Velamos, etwa das Modell Pionýr, mit dem auch Luděk Šíma selbst einst Fahrradfahren lernte. Zudem wird das Kinderfahrrad Sobi 20 ausgestellt. Auch das wurde einst vom Hersteller Velamos produziert. Es zeichnete sich durch seinen hohen Lenker und eine lange Sitzbank aus, in Deutschland waren solche Modelle als Bonanzarad bekannt.
„Mittlerweile kommt so etwas wieder in Mode. Denn mit den langen Lenkern fühlt man sich wie auf einer Harley. Vor Kurzem habe ich Kinder gesehen, die damit in der Siedlung herumgebraust sind und sehr stolz auf ihr Rad waren.“
Und tatsächlich hat das Sobi 20 bis heute in Tschechien einen solchen Kultstatus, dass es auf Anfrage wieder hergestellt wird. Die Produktion erfolgt in der Slowakei.
Wie Kastellan Šíma noch verrät, stammen die in Ledeč nad Sázavou ausgestellten Räder aus einer beeindruckenden Privatsammlung:
„Sie gehören einem einzigen Sammler. Er möchte namentlich nicht genannt werden, er ist sehr bescheiden. Ich denke, er hat die größte Sammlung Tschechiens. Hier ist nur ein kleiner Teil zu sehen, aber insgesamt besitzt er rund 2500 Fahrräder.“
Die Ausstellung in der Burg von Ledeč nad Sázavou kann bis Ende September von dienstags bis sonntags besucht werden, und das von 8.30 Uhr bis 16.30 Uhr. Im Oktober und im November ist dann stets an den Wochenenden zu den genannten Zeiten geöffnet.














