Rinderwahnsinn wieder in Tschechien

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In den vergangenen 13 Monaten hat sich die Lage langsam beruhigt und die Leute begannen allmählich wieder Rindfleisch zu essen. Nun ist sie wieder da: die BSE-Seuche. Markéta Maurová berichtet.

Eine hundertprozentige Bestätigung oder Widerlegung des Befundes wird am Dienstag erwartet. Aller Wahrscheinlichkeit nach gibt es aber in Tschechien den dritten Fall des Rinderwahnsinns bzw. der sog. BSE-Seuche. Zum ersten Mal wurde sie auf dem Gebiet der Tschechischen Republik im Juni 2001 festgestellt. Damals mussten insgesamt 134 Rinder aus dem Bestand in Dusejov auf der Böhmisch-Mährischen Höhe getötet werden. Das zweite Testergebnis, das die Seuche bestätigte, kam zwei Monate später bei einem privaten Viehzüchter in Svetnov in Ostböhmen. Von dem neuesten, dritten Fall spricht der Sprecher der Staatlichen Veterinärbehörde, Josef Duben:

"Die Kuh wurde während einer normalen Schlachtung am 25. September in Brno/Brünn geschlachtet. Sie stammt aus der Landwirtschaftsgenossenschaft Deblín und wurde am 26. 4. 1997 geboren. Die BSE-Krankheit wurde bisher durch die Methode Western Blot festgestellt und muss noch durch eine Kontrollmethode am Montag bestätigt werden."

Bisher ist unbekannt, aus welcher Quelle die Kuh infiziert werden konnte. Überprüft wird derzeit vor allem das Futter. Man darf zwar das Mark- und Knochenmehl, das die BSE-Krankheit übertragen kann, beim Vieh nicht verwenden, es ist jedoch ein üblicher Bestandteil des Futters für Geflügel und Schweine.

Die erkrankte Kuh aus Deblin bei Brünn hatte vier Nachkommen. Zwei davon wurden bereits früher geschlachtet und obligatorische Tests haben bei ihnen keine BSE-Erkrankung erwiesen. Die anderen beiden Tiere werden in den kommenden Tagen getötet und getestet. Den Verbrauchern droht nach der Aussage Josef Dubens keine Gefahr: "Eine meiner Meinung nach erfreuliche Nachricht ist die, dass wenn bei uns ein krankes Tier erscheint, wir fähig sind, dies festzustellen. Die Verbraucher können sicher sein, dass alles, was im Geschäft zu haben ist, kontrolliert und in Ordnung ist."

Auch wenn wegen des Verdachts die ganze Herde nicht mehr geschlachtet werden muss, wie es vor einem Jahr in Dusejov der Fall war, bringt die Erkrankung für die betroffene Genossenschaft ernsthafte Probleme mit sich. Der Vorsitzende Antonin Juricek bestätigte dies gegenüber dem Tschechischen Rundfunk: "Wir sind ein so kleiner Betrieb, dass der Verlust jedes Tieres unsere Existenz bedrohen kann. Wenn wir dieses Tier verlieren, bedeutet dies 5 Tausend Liter Milch weniger. Bis wir eine neue Kuh aufziehen, dauert es drei oder noch mehr Jahre. Der Erlös aus dem Milchverkauf macht bei uns jeden Monat 80 bis 100 Prozent der Löhne in der Genossenschaft aus, in der 30 Leute arbeiten."