Satellit Magion 4: Erster selbständiger Schritt Tschechiens ins Weltall

Der Satellit Magion 5 war hinsichtlich seiner Abmessungen und Ausstattung fast identisch mit den Vorgängersatelliten Magion 2 bis 4

Vor genau 30 Jahren schickte die Tschechische Republik den ersten eigenen Satelliten ins Weltall. Es handelte sich um Magion 4, eine Fortführung der historischen tschechoslowakischen Reihe an Raumflugkörpern.

Der Satellit Magion 4 vor dem Start | Foto: ÚFA AV ČR

Am 3. August 1995 wurde Magion 4 in seine Umlaufbahn entlassen. Mit einer russischen Rakete war der Satellit vom Kosmodrom Plessezk aus ins All gebracht worden. Wie seine Vorgänger diente auch er zur Messung der Magneto- und der Ionosphäre (aus den ersten drei Buchstaben seines Forschungsziels entstand der Name Magion). Zudem untersuchte er das Erdmagnetfeld und optische Phänomene wie Polarlichter. Im September 1997 hatte der Satellit ausgedient, seitdem kreist er als stummer Zeuge der Weltraumgeschichte um die Erde.

Tschechoslowakische Besonderheit

Jan Kolář | Foto: Adam Kebrt,  Tschechischer Rundfunk

Der erste Magion wurde 1978 losgeschickt und der fünfte und letzte im Jahr 1996. Laut dem Leiter des tschechischen Weltraumbüros, Jan Kolář, handelte es sich bei der Serie um eine weltweite Besonderheit. Denn die Magion-Satelliten waren klein, hatten eine hohe wissenschaftliche Bedeutung und internationales Renommee. Die Tschechoslowakei wurde so zur Vorreiterin des heutigen Booms an Kleinsatelliten.

Nach Ende dieser Ära folgte 2003 mit Mimosa ein weiterer kleiner Raumflugkörper – der erste aus rein tschechischer Produktion. Doch danach kam es zu einer längeren Pause.

Zurück im Weltall

SATurnin-1 | Foto: VZLÚ

Erst im laufenden Jahr 2025 machte Tschechien wieder mit einem Projekt auf sich aufmerksam. Am 14. Januar wurde SATurnin-1 mit einer Falcon-9-Rakete ins All geschickt – es handelt sich um den bisher größten und modernsten tschechischen Satelliten. Entwickelt wurde dieses Stück Technik von der VZLU Aerospace in Prag. Es kann Bilder von der Erde in hoher Auflösung anfertigen, Daten mithilfe von KI auswerten und dient sowohl zu militärischen als auch zivilen Zwecken.

SATurnin-1 | Foto: Vojenské zpravodajství ČR

Die Namen der vielen Experten, die sich an der Entwicklung von SATurnin-1 beteiligt haben, sind in der Hülle des Satelliten eingraviert.

Derzeit plant Tschechien weitere Satellitenmissionen:

•        Ambic: zivile Beobachtung der Erde

•        Quvik: Erforschung der kosmischen Strahlung und der Entstehung schwerer Atomkerne

•        Vzlugem: Beobachtung kritischer Infrastruktur

Autoren: Klára Stejskalová , Till Janzer | Quellen: Český rozhlas , Akademie věd ČR , VZLU Aerospace
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