Schüler mittlerer Fachschulen rassistisch gesinnt

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Eine vor kurzem durchgeführte Untersuchung hat gezeigt, dass bei Schüler mittlerer Fachschulen Xenophobie ziemlich verbreitet ist. Der Hauptgrund dafür sind die ungenügenden Informationen über andere Ethnien. Von einer erfolgreichen Methode, wie man bei diesen Schülern das Unwissen und die Vorurteile abbauen kann, berichtet Dagmar Keberlova.

Die Untersuchung, die aufgrund der Wahl der Schulen - da nur bestimmte Typen von Schulen miteinbezogen wurden - keine repräsentative war, wurde in zwei Etappen durchgeführt. Die Ergebnisse in der ersten Etappe waren alarmierend. Roma gehören nicht in die Tschechische Republik - dieser Meinung sind an die 50 Prozent der ca. 1500 befragten Lehrlinge und Schüler. 80 Prozent vertreten die Ansicht, die Ursache des niedrigen Lebensniveaus der Roma läge in der Tatsache, dass sie alle faul sind und nicht arbeiten wollen. 90 Prozent meinen, Roma seien zu laut und haben keine grundlegenden hygienischen Angewohnheiten. 70 Prozent verstehen die Roma Kultur nicht als Bereicherung für die tschechische Gesellschaft.

Vertreter der Gesellschaft "Toleranz", die diese Untersuchung durchgeführt hatte, sind der Ansicht, dass der Grund für die radikalen Meinungen der jungen Menschen, die zwischen 16 und 18 Jahren alt sind, vor allem darin liegt, dass sie keine Möglichkeit haben, mit Angehörigen der Minderheiten zusammenzukommen und daher auch keine Informationen über sie zu erhalten. Ihnen diese Informationen und Kontaktmöglichkeiten zu geben war das Ziel des zweimonatigen Projekts "Gemeinsame Fahrt", dass vor der zweiten Untersuchung in 7 Städten Tschechiens durchgeführt wurde. Das Projekt bestand darin, dass eine 4köpfige multiethnische Besatzung - zwei Roma, ein ausländischer Student und ein professioneller Lektor - mittlere Fachschulen besuchte und mit den Schülern über die Problematik des Rassismus diskutierten. Ihre Reaktionen waren verschieden, so Gilbert, ein Medizinstudent aus Benin in Afrika und Mitglied der Besatzung:

"Einige Studenten haben eine positive Einstellung zu anderen Völkern und einige wieder nicht. Man kann nicht sagen, dass es im Verhältnis 50 zu 50 wäre, aber die Radikalen waren wirklich gegen uns."

Die Radikalen, die manchmal auch aufgestanden und gegangen sind, waren aber die Minderheit. Der überwiegende Teil der Schüler zeigte Interesse und würde gern auch weiter diskutieren, teilte uns Katerina, eine andere Studentin aus der Besatzung mit:

"Es gab Schulklassen, in denen uns die Studenten nach der Debatte gebeten haben, sie noch einmal zu besuchen und weiter zu diskutieren, weil sie mehr über die Roma oder die afrikanische Kultur erfahren wollten."

Unmittelbar nach dem Besuch der multiethnischen Besatzung in der jeweiligen Schule wurde eine zweite Umfrage durchgeführt, in der ein bedeutender Fortschritt zum Positiven in der Einstellung der Schüler verzeichnet wurde. 41 Prozent der Befragten hat ihre Meinung über Roma geändert und ist an häufigeren Kontakten mit Angehörigen der ethnischen Minderheiten interessiert.