Schüssel: Österreich wird EU-Beitritt Tschechiens nicht an Temelin knüpfen

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Nahezu ohne die Teilnahme der unfachmännischen Öffentlichkeit fand am Dienstag in der Wiener Hofburg die bislang zweite öffentliche Anhörung über das südböhmische Atomkraftwerk Temelin statt. Die Veranstaltung, bei der vorwiegend tschechische und österreichische Fachexperten über die Sicherheit und die Umweltbeeinflussung des Meilers diskutierten, wurde von drei der vier österreichischen Parlamentsparteien boykottiert. Die Anhörung wurde begleitet von Protesten der Atomkraftgegner, die durch die österreichische Polizei weitgehend kontrolliert wurden. Der österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel hat am gleichen Tag ausgeschlossen, dass Österreich den EU-Beitritt der Tschechischen Republik wegen des AKW´s Temelin blockieren werde. Des weiteren erklärte er, Österreich habe seiner Meinung nach bei der Erfüllung des Melk-Vertrages erreicht, dass eine Überprüfung des umstrittenen Kraftwerks hinsichtlich seiner Sicherheit und seiner Umwelteinflüsse stattgefunden habe. "Dazu gehöre aber auch eine Anhörung," sagte Schüssel an die Adresse jener, die die öffentliche Anhörung am Dienstag in Wien verhindern wollten.