Sommerzeit ist Reisezeit

Foto: Barbora Kmentová
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Um das Reisen dreht sich die heutige Ausgabe des Hörerforums. Vor allem geht es um Ihre Reisen nach Tschechien, über die Sie in Ihren Briefen auf interessante Weise berichtet haben.

Kyrill und Method (Foto: Martina Schneibergová)
Willkommen zum Hörerforum, liebe Hörerinnen und Hörer. Der August hat bereits begonnen und daher möchten wir den Gewinner unseres Quiz´ im Juli bekanntgeben: Ein Preis geht diesmal an Wolfgang Bruch aus Schwarzenbach an der Saale. Er hat uns zwei Namen richtig geschrieben, nämlich Kyrill und Method. Das waren die beiden Apostel, die 863 aus Griechenland nach Mähren kamen, um dort das Christentum zu verbreiten. Herzlichen Glückwunsch! Auch im August haben wir eine Quizfrage für Sie, die wir jetzt stellen, die Sie aber auch auf unserer Webseite finden können.

Vor 45 Jahren sind die Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei einmarschiert. Welches war das genaue Datum dieser Invasion?

Schreiben Sie uns die richtige Antwort bis Ende August an cr@radio.cz.

Foto: Barbora Kmentová
Und nun zu ihren aktuellen Briefen und Zuschriften. Achim Kissel schreibt, jetzt sei es richtig Sommer geworden, mit Trockenheit und großer Hitze. Da sehne man sich nach Schatten und nach kühlen Getränken. Und man sei froh, wenn man entspannt den Sendungen von Radio Prag lauschen könne. Und weiter:

„Ich konnte wieder viele interessante Beiträge hören. Das politische Geschehen in Ihrem Land ist zurzeit recht bewegt. Bei uns hingegen sieht es, trotz Wahlkampfes, nicht nach einem Wechsel aus. Interessant war es, über die Pläne des Verkehrsministers zu hören. Ich erinnere mich daran, dass bei meiner Reise im Jahr 2008 nach Prag die Autobahnen und Straßen sehr stark von Lkw belastet waren. Auf dem Rastplatz fand unser Reisebus keinen richtigen Abstellplatz. Da stellte sich mir die Frage: Müssen denn alle Güter auf der Straße befördert werden, oder wäre nicht die Eisenbahn eine Alternative? Bei uns in Deutschland wurde seit den 1970er Jahren immer mehr Transportvolumen auf Lkw verlagert, und die Infrastruktur der Bahn wurde abgebaut. Verstopfte Straßen und viele Staus sind die Folge. Inzwischen hat man bei uns eine Maut für Lkw eingeführt. Gibt es eine solche Straßenbenutzungsgebühr auch in Tschechien? Sinnvoll ist diese Abgabe meines Erachtens schon, denn die Einnahmen können für die Reparaturen und den Ausbau der Verkehrswege genutzt werden.“

Mautbrücke (Foto: ČT24)
Sie haben Recht, Herr Kissel. So etwas gibt es aber auch in Tschechien. Für Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen besteht eine Autobahnmaut an Autobahnen, Schnellstraßen und gebührenpflichtigen Landstraßen. Seit 2010 wird sie elektronisch erhoben. Zur Erfassung der Strecke benötigen die Fahrzeuge eine spezielle elektronische Anlage, die man an den Tankstellen, aber auch an den Grenzübergängen bekommt. Die Höhe der Maut hängt von der Zahl der zurückgelegten Kilometer ab und natürlich von der Fahrzeugklasse – die Klasse bestimmt sich nach der Zahl der Achsen und der Emissionsklasse. Soweit also zum Straßenverkehr. Aber auch ein Thema aus dem Kulturbereich ist bei Achim Kissel auf Interesse gestoßen:

Karlovy Vary (Foto: Barbora Kmentová)
„Sehr interessant war im Kultursalon der Beitrag über den Umgang mit dem Werk Franz Kafkas in der Tschechoslowakei. Für mich ist der Name Kafkas schon immer untrennbar mit Prag verbunden gewesen - so wie Heinrich Heine mit Düsseldorf. Prag war lange Zeit eine wirklich multikulturelle Stadt und hat viele Schriftsteller und Künstler deutscher Sprache beheimatet. Schließlich ist Prag auch Mozartstadt. Treffpunkte des europäischen kulturellen und gesellschaftlichen Lebens waren früher auch die westböhmischen Bäder. Hier haben die Jahre des ‚Eisernen Vorhangs’ genau wie im Falle Prags für einen Einbruch gesorgt. Gott sei Dank kann man jetzt wieder an die alten Traditionen anknüpfen. Prag ist, wie ich bei meinem Besuch 2008 feststellen konnte, eine Hochburg des internationalen Tourismus - die Reisenden kommen nicht nur aus den Nachbarländern, sondern auch aus Amerika und Japan. Wenn ich noch einmal die Möglichkeit zu einer Reise nach Tschechien habe, würde ich gerne Karlsbad und die anderen Bäder besuchen. Bis dahin bleibe ich regelmäßiger Hörer Ihrer Sendungen und bekomme - durch Ihre Reihe ‚Reiseland Tschechien’ - noch manch nützlichen Tipp für meine Reisepläne.“

Eisenbahnmuseum in Lužná (Foto: Selit, Free Domain)
Das freut uns sehr, Herr Kissel. Denn die Sommerzeit ist ja Reisezeit. Auch Bernhard Henze aus Köhra besucht gerne Tschechien. Vor wenigen Wochen war er erneut hier:

„Da waren wir in Lužná zum Dampflocktreffen. Es war wieder ein Erlebnis. Es sind zwar nicht alle Maschinen gekommen, die angekündigt waren, doch die Gleise vor dem Ringlokschuppen waren mit vielen Maschinen gut gefüllt. Was uns auch überrascht hat, dass sehr viele Maschinen angeheizt waren und somit auch bewegt wurden. Wirklich ein sehr schönes Erlebnis. Das ganze Fest auf dem Gelände und auf dem Bahnhof war sehr gut organisiert, nur leider musste man an der Kasse beim Eingang ins Museum doch lange warten. Gut war auch, dass die Gaststätte gegenüber dem Bahnhof offen war. Wir können uns noch gut erinnern, dass vor mehreren Jahren die Gaststätte brach lag und nur der Bahnhofkiosk und eine bessere Bierstube geöffnet waren. Mittags war damals dann am Kiosk das tschechische Nationalgetränk bereits ausverkauft, was nicht nur Kopfschütteln bei den Beteiligten hervorrief. Diesmal klappte aber die Versorgung mit Bier! Übernachtet haben wir in einem kleinen, jedoch sehr guten Hotel in der Nähe von Křivoklát. Es ist abgelegen und somit schön ruhig - ein guter Ort zum Entspannen.“

Gaststätte ‚U Fleků’ (Foto: Archiv Radio Prag)
Hans Joachim Pellin aus Lübz erinnert sich ebenfalls an seine Reisen nach Prag. Dabei ist es schon länger her, dass er die Moldau-Stadt besucht hat:

„Hallo, heute wieder mal ein Empfangsbericht von mir. Ich bin aus dem diesjährigen Urlaub zurück und werde bestimmt in der nächsten Zeit wieder vermehrt Radio Prag hören. Ich habe heute eine Frage: Ich war in den 1980er Jahren mehrmals in Prag, und der Besuch im ‚U Fleků’ war damals ein ‚Muss’. Ist diese Gaststätte heute immer noch so populär wie früher beziehungsweise gibt es das ‚U Fleků’ überhaupt noch? Ich habe damals dort sehr schöne Stunden verbracht. Das Schwarzbier war einfach klasse!“

Gaststätte ‚U Fleků’ (Foto: Archiv der Gaststätte)
Die Gaststätte gibt es immer noch, Herr Pellin. Allerdings muss man sagen, dass es eine typische Touristen-Kneipe ist. Im Übrigen gibt es dort nicht nur das von Ihnen gelobte Schwarzbier aus der eigenen Kleinbrauerei, sondern auch ein Brauerei-Museum. Die Ausstellung ist in der alten Mälzerei untergebracht, man kann aber auch das historische Sudhaus, Kühlschiffe und die aus Eichenholz nach alten Mustern hergestellten Gärbottiche im Gärkeller besichtigen. Zudem besteht eine Kabarettbühne, dort finden Shows für tschechische und für ausländische Zuschauer statt.

Insel Poel (Foto: Rauenstein, Wikimedia CC BY-SA 3.0)
Nun aber zu einem weiteren Reisebericht von Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer. Lutz Winkler ist nicht nach Tschechien gefahren, sondern ans Meer. Und von ihm haben wir eine schöne Ansichtskarte erhalten:

„Herzliche Urlaubsgrüße von der Ostseeküste – der Insel Poel – sendet Ihnen Ihr Hörer Lutz Winkler. In diesem Jahr haben wir ein Bilderbuchwetter. Jeder Tag ein Strandtag – mit viel Faulenzen und viel Erholung. Einfach die Seele baumeln lassen und das schöne Wetter genießen.“

Foto: Stuart Miles, FreeDigitalPhotos.net
Das ist sicher nötig, sich nach anstrengenden Arbeitstagen wirklich Entspannung und Erholung zu gönnen.

Und das war’s für heute. Schreiben Sie uns auch weiter an die Adresse: Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Per E-Mail erreichen Sie uns unter deutsch@radio.cz. Auf Wiederhören in zwei Wochen.