Sonnenuhr aus Barockzeit am Olmützer Rathaus

Radomír Surma (Foto: Blanka Mazalová, Archiv des Tschechischen Rundfunks)

Eine Replik der ursprünglichen Sonnenuhr aus der Barockzeit wird bald auf dem Rathaus in der mährischen Stadt Olomouc / Olmütz zu bewundern sein.

Radomír Surma  (Foto: Blanka Mazalová,  Archiv des Tschechischen Rundfunks)

Barocke Sonnenuhr am Olmützer Rathaus  (Quelle: Staatliches Bezirksarchiv Olomouc)
Das Rathaus in Olmütz ist über 600 Jahre alt und gilt als Kulturdenkmal. Das historische Gebäude wird derzeit restauriert. Dabei arbeitet der Maler und Restaurator Radomír Surma an einer Replik der barocken Sonnenuhr, die seinerzeit die Fassade des Baus schmückte. Vor mehr als 80 Jahren verschwand sie jedoch unter neuem Putz. Den Zeiger des erneuerten Zeitmessers hat Surma während der Tagundnachtgleiche installiert.

„Ich habe ihn an der Fassade befestigt und überprüft, wie präzise die Uhr ist. Es war ideal, ihn zu dieser Zeit anzubringen.“

Radomír Surma arbeitet auf einem Gerüst rund zehn Meter über dem historischen Pflaster des Marktplatzes. Er gestaltet die Fresken auf der Fassade, die an die Geschichte der Stadt erinnern.

Olmützer Rathaus  (Foto: Aleš Spurný,  Archiv des Tschechischen Rundfunks)
„Zu sehen ist ein spezielles Adlerwappen, das eine Kombination des schwarzen Habsburger Adlers mit dem Olmützer rot-weiß geschachten Adler ist. Verbunden sind die beiden Vögel mit einem Schild, auf dem die Buchstaben F. J. und M. T. zu lesen sind. Auf der Habsburger Seite steht F. J. für Franz Josef. Die Buchstaben M. T. auf der Wappenhälfte mit dem mährischen Adler stehen für Maria Theresia. Die Kaiserin verlieh den Olmützern für ihre heldenhafte Verteidigung der Stadt vor den Preußen das Privileg, ihre Initialen M. T. im Stadtwappen zu führen. Ich bin froh, dass wir wieder auf diesen Umstand aufmerksam machen.“

Radomír Surmas Fresken zeigen zudem die römischen Fundamente von Olmütz und die Kirchentürme als ein Symbol des Sitzes der Bischöfe und Erzbischöfe. Erinnert wird zudem an die zweitälteste Universität in Tschechien. Surma malte auch die Göttin der Weisheit, Sapientia, auf die Fassade und ihr gegenüber den Gott der Zeit, Chronos.

„Chronos kennt jeder. Sein Symbol ist die Uhr. Sapientia stellt das Gegengewicht von Chronos dar.“

Der Maler ging bei der Gestaltung der Sonnenuhr von historischen Fotografien aus. Vieles musste er jedoch anhand von weiteren Recherchen ergänzen. Nicht zuletzt nutzte er auch seine Phantasie.

Sobald das Gerüst im April abgebaut wird, können sich die Olmützer die erneuerte Sonnenuhr anschauen.

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