Souveränität gewünscht: Erklärung aus Bratislava leitete 1992 die Auflösung der Tschechoslowakei ein

Der Slowakische Nationalrat beschloss am 17. Juli 1992, sich zum zweiten Mal in der Landesgeschichte auf den Weg zur Unabhängigkeit zu begeben.

Gedenktafel an die Deklaration der Souveränität der Slowakei am Gebäude des Slowakischen Nationalrats in Bratislava | Foto: Jozef Kotulič,  Wikimedia Commons,  CC BY-SA 4.0

„Mit dieser Deklaration erklärt der Slowakische Nationalrat die Souveränität der Slowakischen Republik als Grundlage für einen eigenständigen Staat slowakischer Nation.“ So lautet der Schlusssatz der „Erklärung über die Souveränität der Slowakischen Republik“, die vor 30 Jahren von den Abgeordneten in Bratislava abgegeben wurde. Gemeinsam mit ihren Kollegen im Tschechischen Nationalrat in Prag bildeten sie zu der Zeit noch das Legislativorgan der Tschechischen und Slowakischen Föderativen Republik, die 1990 infolge der Samtenen Revolution entstanden war.

Vladimír Mečiar | Foto:  ČT24

Die Slowakei sollte somit, zum zweiten Mal nach der Zeit des Zweiten Weltkriegs, ein unabhängiger Staat werden. Noch am Tag des Beschlusses im Nationalrat erklärte Václav Havel seinen Rücktritt als tschechoslowakischer Staatspräsident. Nach zwei Jahren erfolgloser Verhandlungen über den zukünftigen Namen sowie die Form der Föderation begannen damit die Vorbereitungen zur Trennung. Diese wurde am 26. August 1992 vom tschechischen und dem slowakischen Regierungschef, Václav Klaus und Vladimír Mečiar, in Brno / Brünn schriftlich bestätigt.

Seit dem 1. Januar 1993 bilden somit Tschechien und die Slowakei zwei eigenständige Staaten. Václav Havel wurde kurz darauf erneut zum Staatspräsidenten gewählt, diesmal aber der Tschechischen Republik.

Foto:  Tschechisches Fernsehen