Sozialpartner fordern baldige Ausschreibung zum Ausbau des Akw Dukovany

Akw Dukovany (Foto: Petr Kadlec, Flickr, CC BY-SA 2.0)

Die Sozialpartner haben die tschechische Regierung dazu aufgerufen, mit den Vorbereitungen zur Ausschreibung für den Bau eines neuen Reaktors im Atomkraftwerk Dukovany fortzufahren. Gleichzeitig wünschen sie keine Reduzierung der Bewerberanzahl, da sich dadurch die Preise erhöhen könnten.

Akw Dukovany  (Foto: IAEA Imagebank,  Flickr,  CC BY-NC-ND 2.0)

Im Juli 2020 unterzeichneten der tschechische Staat und das halbstaatliche Energieunternehmen ČEZ einen Vertrag über die Errichtung eines neuen Reaktorblocks im südmährischen Atomkraftwerk Dukovany. Damals erklärte ČEZ-Generaldirektor Daniel Beneš, man wolle das Auswahlverfahren über den Auftragnehmer zum Bau des Atommeilers bis Ende 2022 abschließen. Noch aber wurde das Verfahren nicht eröffnet, und einige Politiker – darunter Außenminister Tomáš Petříček (Sozialdemokraten) – rieten dazu, keine Bewerber zuzulassen, bei denen man sicherheitsrelevante Bedenken habe. Damit zielten diese Politiker vor allem auf China und Russland.

Jaroslav Hanák  (Foto: ČT24)

Die Möglichkeit, die Ausschreibung wegen der Parlamentswahlen im Herbst weiter hinauszuschieben, lehnt der tschechische Verband für Industrie und Verkehr ab. Er halte das für ein unverantwortliches Wagnis, sagte Verbandschef Jaroslav Hanák am Montag. Weiter verwies er darauf, dass die Regierung die Selbstversorgung mit Strom und damit die Energiesicherheit des Landes nicht gefährden dürfe. „Es gibt keine Zeit zu warten. Tschechien will und braucht die Kernenergie, das war auch eine Bedingung für den Ausstieg aus der Kohle bis zum Jahr 2038. Der Bau neuer Reaktorblöcke gehört auch zum Regierungsprogramm, doch bisher hat das Kabinett noch nicht einmal die Ausschreibung dazu eröffnet“, monierte Hanák.

Josef Středula  (Foto: ČT24)

Eine baldige Verkündung des Auswahlverfahrens unterstützt auch der Vorsitzende des größten Gewerkschaftsdachverbandes (ČMKOS) hierzulande, Josef Středula. Er unterstrich die Bedeutung eines ausgewogenen Energiemix und warnte vor möglichen Stromausfällen in der Zukunft. Die Sozialpartner wollen zudem nicht, dass die Regierung gleich zu Beginn der Ausschreibung einige Bewerber ausschließt. „Je größer die Zahl der Interessenten, desto niedriger wird der Preis“, bemerkte Hanák.

Am Mittwochnachmittag wird eine weitere Verhandlung der Regierung zum Projekt Dukovany mit den Vorsitzenden der Parlamentsparteien folgen, informierte der Minister für Industrie, Handel und Verkehr, Karel Havlíček (parteilos), nach dem Treffen mit den Sozialpartnern.