Sport am Wochenende: Biathleten enttäuschen, Skispringer vorne dabei

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Die Wintersportsaison neigt sich dem Ende zu, und in manchen Disziplinen lässt sich bereits Bilanz ziehen: Für die tschechischen Sportler gibt es Licht und Schatten, der Zwischenstand bei der Biathlon-WM in Ruhpolding verdient sogar die Bezeichnung „sehr durchwachsen“.

Jaroslav Soukup (Foto: ČT 24)
Das erste Wochenende bei der Biathlon-WM ist vorbei, und damit haben Männer und Frauen auch jeweils ihre ersten beiden Einzelrennen absolviert. Die tschechische Equipe ist zwar eher Außenseiter, was die Medaillen anbetrifft, doch nicht einmal ein Platz unter den besten Zehn sprang bisher heraus. Dabei sind vor allem die Männer läuferisch in Hochform, Jaroslav Soukup war beim Verfolgungsrennen am Sonntag sogar Zweitschnellster hinter dem Sieger Martin Fourcade aus Frankreich. Doch Probleme bereitete ihm das Schießen, wie allen anderen aus der Equipe auch. So zum Beispiel Ondřej Moravec, der überhaupt das beste tschechische Ergebnis in Ruhpolding bisher erreichte. Bei der Verfolgung war er vom 18. Platz aus gestartet war, verschoss eine bessere Platzierung und wurde letztlich Fünfzehnter:

„Ich hatte vier Strafrunden, das ist ziemlich viel. Damit kann ich überhaupt nicht zufrieden sein. Am Anfang der Saison habe ich durchweg gut geschossen, hatte aber Probleme beim Laufen. Jetzt klappt es beim Laufen, aber das Liegendschießen will nicht. Das ist schade, Asche über mein Haupt.“

Nicht besser erging es seiner Kollegin Veronika Vítková. Beim Training in Ruhpolding schoss sie sogar hundert Scheiben ohne Fehltreffer. Doch im Rennen kamen dann die Probleme, die sie ratlos machten und den tschechischen Cheftrainer Ondřej Rybář zum Grübeln brachten:

„Wir werden im Training nie die Rennsituation simulieren können. Mir als Trainer gibt das sehr zu denken für das kommende Jahr, wenn bei uns in Tschechien die Biathlon-WM stattfindet.“

Noch sind aber in Ruhpolding Einzelrennen und Staffeln zu absolvieren – es kann also nur besser werden.

Das muss sich allerdings auch Alpinskifahrerin Šárka Záhrobská denken. Beim Weltcup im allgäuischen Ofterschwang kam die ehemalige Weltmeisterin auf Rang 21 im Slalom. Im Gesamt-Weltcup in ihrer früheren Paradedisziplin liegt Záhrobská sogar nur auf dem 26. Platz. Deswegen zog die 27-Jährige noch vor den letzten beiden Weltcupstationen ein Saisonfazit:

Anders Bardal, Daiki Ito und Lukáš Hlava (Foto: ČTK)
„Ich will in den kommenden beiden Jahren nicht weiter solche Platzierungen einfahren. Die Ergebnisse sind nicht gut, ich bin mit einer Reihe von Dingen unzufrieden, und wir werden das im Team lösen müssen. Im kommenden Jahr sind die Weltmeisterschaften und ein Jahr später die Olympischen Spiele. Wenn es gut läuft, mache ich vielleicht noch eine weitere WM, also noch drei weitere wichtige Jahre. Das motiviert mich enorm, und ich will zurück auf die vorderen Plätze.“

Genau dorthin sind - nach einigen mageren Jahren - in dieser Saison die tschechischen Skispringer zurückgekehrt. Roman Koudelka rangiert im Gesamtweltcup auf Rang acht, und am Sonntag gelang Lukáš Hlava das bisher bestes Ergebnis seiner Karriere: Auf der Kleinschanze in Lahti wurde er Dritter, nach dem ersten Durchgang hatte er bereits auf diesem Platz gelegen:

Martina Sáblíková (Foto: ČTK)
„Ich bin selbst überrascht, dass ich auch den zweiten Sprung so gut gemeistert habe. Ich war durchaus nervös, aber wegen meiner Technik und meines Absprungs liegen mir kleine Schanzen einfach, deswegen habe ich an mich geglaubt.“

Eine erste positive Bilanz kann sicher auch Eisschnellläuferin Martina Sáblíková ziehen: In Heerenveen sicherte sie sich vorzeitig den Gesamtweltcup über die Langstrecke.

Autor: Till Janzer
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