Sport: Tränen bei den Unihockey-Frauen, ein Lachen bei Sáblíková

Ilustrationsfoto

Tschechische Sportkönigin des zurückliegenden Wochenendes war sicher die Eisschnellläuferin Martina Sáblíková. Ansonsten waren die Leistungen der Teilnehmer bei Weltcup und Weltmeisterschaft eher durchwachsen.

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Sogar Tränen flossen am Wochenende – und zwar bei den tschechischen Unihockey-Frauen. Sie konnten bei der Weltmeisterschaft in Schweden den Traum von ihrer ersten Medaille nicht verwirklichen. Am Freitag verloren sie das Halbfinale gegen die Schweizerinnen, am Samstag kämpften sie dann gegen Finnland um Bronze. Doch auch ihr bestes Spiel reichte nicht, zumal mit drei Pfostentreffern Pech hinzukam: Die Tschechinnen verloren letztlich mit 1:3. Trainer Jaroslav Marks:

„Wir sind enttäuscht, dass wir die Medaille nicht gewonnen haben. Wenn ich aber mit leichtem Abstand urteile, dann bin ich von unserer spielerischen Leistung sicher nicht enttäuscht. Die Spielerinnen haben alles gegeben, ich bin zufrieden mit ihrer Einstellung.“

Der unglückliche vierte Platz bedeutet zugleich das bisher beste Ergebnis der tschechischen Unihockey-Frauen bei einer WM.

Große Freude herrschte hingegen bei Eisschnellläuferin Martina Sáblíková. Im letzten Weltcup-Rennen vor Olympia konnte die sympathische Tschechin auf ihrer Paradestrecke 3000 Meter erneut die junge Deutsche Stephanie Beckert besiegen. Sie lief zudem mit 3:56,29 Minuten Jahresweltbestzeit, obwohl Sáblíková zwei Runden vor Schluss plötzlich eine Blockade im Rücken verspürte:

„Das war dann interessant. Aber ich habe den ersten Platz erkämpft. Das ist für mich unglaublich wichtig und ich bin auch froh über die Zeit.“

Für die Eisschnellläuferinnen steht vor den Olympischen Spielen nur noch die Europameisterschaft im Mehrkampf auf dem Programm.

Skifahrerin Šárka Záhrobská wiederum sieht ihr Weltcup-Wochenende nur verhalten positiv. Während in Deutschland die beiden Podestplätze der Schwestern Riesch im Slalom von Are bejubelt worden, schaffte es die Tschechin diesmal nicht aufs Treppchen. Dabei hatte Záhrobská in dem schwedischen Wintersportort 2007 ihren größten Erfolg gefeiert, den WM-Sieg:

Šárka Záhrobská (Foto: ČTK)
„Den siebten Platz schätze ich dennoch hoch ein, er bringt mir ja einige weitere Punkte für die Weltcupgesamtwertung“, so Šárka Záhrobská mit Gelassenheit.

Es waren genau 36 Weltcup-Punkte. Und das ist deutlich besser als bei Langlauf-Ass Lukáš Bauer. Er fuhr gar keine Punkte ein, weil er vor Rennbeginn aus Davos wieder wegfuhr – erkältungsbedingt, aber auch aus taktischen Gründen:

„Ich habe mir ja die Tour de Ski und die Olympischen Spiele als Saison-Höhepunkte aufgeladen und mein Erfolg in dieser Saison wird daran gemessen. Deswegen habe ich den Weltcup in Davos dafür geopfert.“

Die Tour de Ski beginnt im Übrigen gleich zu Beginn des neuen Jahres mit dem Prolog in Oberstdorf und endet zehn Tage später im Val di Fiemme.

Autor: Till Janzer
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