Sudetendeutsches Pfingsttreffen

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Das Pfingstwochenende gehört in Bayern traditionell der jährlichen Zusammenkunft der Sudentendeutschen. Über tschechische Reaktionen auf das diesjährige Treffen in Augsburg berichtet Ihnen Silja Schultheis.

"Die Sudetendeutschen waren entgegenkommend" titelt die renommierte und auflagenstärkste Tageszeitung "Mlada fronta dnes" in ihrer Montagsausgabe und führt weiter aus, dass sich die Landsmannschaft auf ihrem diesjährigen Pfingsttreffen wie nie zuvor bemüht habe zu betonen, was Tschechen und Sudetendeutsche verbinde. Die Journalistin Ludmila Rakusanova, die u.a. für Radio Free Europa/Radio Liberty in Prag arbeitet und am vergangenen Wochenende in Augsburg war, hat einen ähnlichen Eindruck von dem Treffen der Heimatvertriebenen gewonnen: Bei den Forderungen, von denen Rakusanova spricht, handelt es sich wie immer um den wunden Punkt in den tschechisch-sudetendeutschen Beziehungen: die Benes-Dekrete, deren Aufhebung von den Heimatvertriebenen auch diesmal wieder vehement verlangt wurde und die inzwischen auch der österreichische Kanzler Wolfgang Schüssel quasi zur Bedingung für den EU-Beitritt der Tschechischen Republik machen will. Während der Kommentator von "Mlada fronta dnes" der Meinung ist, dass die richtige Zeit für eine Änderung der Benes-Dekrete erst dann eintritt, wenn von den Sudetendeutschen eine wirkliche Geste der Versöhnung und ein Bekenntnis zu ihren eigenen Fehlern käme, vertritt Ludmila Rakusanova hier eine andere Auffassung. Sie ist davon überzeugt, Am Rande des Pfingsttreffens veranstaltete die Junge Aktion der Ackermann-Gemeinde eine Podiumsdiskussion unter dem Motto "Die Sudetendeutschen von außen betrachtet", zu der die Tschechien-Korrespondenten der maßgeblichen deutschen Tageszeitungen sowie tschechische Journalisten eingeladen waren. Wie Ludmila Rakusanova im Gespräch mit Radio Prag erklärte, seien sich dort alle Beteiligten darin einig gewesen, dass Bewegung in die tschechische Auseinandersetzung mit der sudetendeutschen Problematik gekommen sei. In diesem Zusammenhang sei vor allem die unlängst von der Brünner Stadtregierung ausgedrückte Reue über die Vertreibung der Sudetendeutschen positiv hervorgehoben worden.