Taifun "Haiyan": Tschechien hilft den Philippinen

Foto: ČTK

Die Aufmerksamkeit der ganzen Welt richtet sich dieser Tage auf die Philippinen. Der asiatische Staat wurde am vergangenen Freitag von einem der gewaltigsten Wirbelstürme der Geschichte heimgesucht. Durch Taifun „Haiyan“ sind nach Schätzungen über zehntausend Menschen getötet worden. Millionen wurden in Not und Verzweiflung gestürzt. Die Katastrophenhelfer stehen nun vor einer gewaltigen Aufgabe. Auch humanitäre Organisationen aus Tschechien beteiligen sich an der Hilfe.

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Flughäfen sind zerstört, Hafenanlagen beschädigt, Straßen verschüttet oder mit entwurzelten Bäumen übersät. Kilometerlange Trümmerwüsten machen die Verteilung der Hilfsgüter zu einem logistischen Alptraum. Der tschechische Botschafter in Manila, Josef Rychtar, beschrieb am Sonntagabend die Lage:

„Die philippinische Regierung tut seit zwei Tagen das Maximum, um Rettungsteams und materielle Hilfe in die Katastrophengebiete zu transportieren, das heißt vor allem Trinkwasser, Lebensmittel, Medikamente und Zelte. Es ist aber sehr kompliziert, denn Flughäfen und Straßen sind zerstört. Die Rettungsoperationen verlaufen daher sehr langsam, besonders in den abgelegenen Ortschaften. Auch hier im Zentrum der Rettungsarbeiten in Manila fehlt es an Informationen über den Umfang der Katastrophe. Es mangelt an Kommunikationsmöglichkeiten mit den Menschen in den zerstörten Gebieten. Alle Rettungsarbeiten sind sehr kompliziert.“

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Hunderttausende Menschen warten dringend auf Hilfe, seit Samstag wird diese weltweit organisiert. Am Wochenende haben auch tschechische Organisationen begonnen, Spendensammlungen zu initiieren. Die tschechische Hilfsorganisation „Mensch in Not“ will ein Koordinierungsteam auf die Philippinen entsenden. Caritas und Adra haben bereits Mittel aus ihren Fonds zur Verfügung gestellt und planen weitere Hilfsaktionen. Mitarbeiter von Adra sind bereits seit Oktober vor Ort gewesen, als die Philippinen von einem Erdbeben heimgesucht wurden. Michal Čančík leitet Adra:

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„Wir wollen uns auf Ortschaften konzentrieren, in denen bisher keine Hilfe geleistet wurde. Wir werden jetzt Wasser und Hygiene-Artikel dort hinbringen. Außerdem werden wir dort Duschen und Toiletten aufbauen.“

Čančík hebt die Hilfsbereitschaft der tschechischen Bürger hervor:

„Die Menschen reagieren vielleicht mehr, wenn sich die Katastrophe hierzulande oder in der Nähe ereignet. Große Rolle spielen dabei die Medien, und die Intensität, mit der sie darüber berichten. Aber allgemein gilt, dass die Tschechen sehr spendierfreudig sind. Im Vergleich zu den Bürgern aus Ländern in unserer Umgebung, die uns ähnlich sind, spenden die Tschechen mehr.“

Josef Rychtar (Foto: Archiv des Außenministeriums der Tschechischen Republik)
Auf den Philippinen leben auch tschechische Bürger oder sind dort im Urlaub. Botschafter Rychtar:

„Wir von der Botschaft bemühen uns seit zwei Tagen, alle tschechischen Bürger zu kontaktieren, die sich nach unserer Information langfristig oder als Touristen auf den Philippinen aufhalten. Mit den meisten von ihnen haben wir bereits gesprochen. Sie sind in Ordnung. Noch ist es uns aber nicht gelungen, mit allen Kontakt anzuknüpfen. Wir glauben fest, dass sie sich in einem Gebiet ohne Strom befinden und deswegen kein Handy-Signal haben. Über den Aufenthalt vieler tschechischer Touristen hier erfahren wir aber jetzt erst von ihren Verwandten in Tschechien. Wir bemühen uns, alle ausfindig zu machen.“