Tschechien setzt Siegeszug im Davis Cup fort – nun kommt Argentinien

Jan Hájek (Foto: ČTK)

Die tschechische Erfolgsstory im Davis Cup setzt sich fort! Am vergangenen Wochenende bezwangen die Tennisspieler von Teamkapitän Jaroslav Navrátil in Astana Gastgeber Kasachstan mit 3:1. Damit zogen sie zum vierten Mal innerhalb der letzten fünf Jahre ins Halbfinale ein. Auch gewann das tschechische Team das siebte Duell in Folge und sprang somit auf Platz eins der Davis-Cup-Rangliste. Auf dem Weg zur Titelverteidigung ist nun Mitte September Argentinien der nächste Gegner.

Tschechisches Davis-Cup-Team (Foto: ČTK)
Der Kreis schließt sich. Vor 26 Monaten hat das tschechische Davis-Cup-Team zum letzten Mal verloren. In der Auftaktrunde des Jahres 2011 unterlagen die Navrátil-Schützlinge in Ostrava / Ostrau überraschend gegen Außenseiter Kasachstan. Nun glückte die Revanche, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht gerade optimal gewesen waren. In die kasachische Hauptstadt Astana flog Tschechien nämlich ohne seinen verletzten Top-Spieler Tomáš Berdych. Und die Nummer zwei des Teams, Radek Štěpánek, war nach seiner OP an der Wirbelsäule noch ohne Spielpraxis. Für Berdych sprang Lukáš Rosol in die Bresche. In seinem ersten Einzel schlug der aus der Karibik angereiste Rosol den vor eigenem Publikum noch unbesiegten Andrej Golubjew in vier Sätzen.

Lukáš Rosol (Foto: ČTK)
„Das war kein leichtes Spiel für mich, denn meine lange Anreise hierher und die extreme Zeitverschiebung spielten mir nicht gerade in die Karten. Ich bin froh, dass ich zum Ende des zweiten Satzes ins Match fand und die Situation genutzt habe, als Andrej einige Aussetzer hatte.“

Nach dem Verlust des ersten Satzes gewann Rosol den zweiten Satz mit 6:4 und war danach nicht mehr zu stoppen. Dank des Auftaktsieges von Jan Hájek über Michail Kuschkin führten die Gäste nach dem ersten Tag mit 2:0. Das hatte den beiden eigentlich kaum einer zugetraut. Der selbstbewusst auftretende Rosol hielt dem jedoch entgegen:

Jan Hájek (Foto: ČTK)
„Ich weiß, es war oft ein Problem von mir und anderer tschechischer Spieler gewesen, das wir nicht an uns geglaubt haben. Wenn man dagegen auf die Deutschen oder die Amerikaner schaut, die sind mental ganz anders drauf. Und deswegen haben sie früher öfters auch das bessere Tennis gespielt.“

Das Selbstbewusstsein der Tschechen erhielt jedoch am Samstag schon wieder einen Knacks, denn das Doppel ging erstmals seit dreieinhalb Jahren verloren. Es zeigte sich, dass Radek Štěpánek nach seiner OP noch nicht wieder der Alte ist. Also lag am Sonntag erneut die Last auf dem neuen Hoffnungsträger Rosol. Und auch die zweite Aufgabe löste er mit Bravour: Am Sonntag gewann er auch gegen Jewgeni Korolew in vier Sätzen und sicherte Tschechien damit das Ticket für das Halbfinale.

Jan Hájek und Radek Štěpánek (Foto: ČTK)
„Ich spürte den Druck, denn Radek war nicht fit, also musste ich die Verantwortung übernehmen. Ich wusste, dass ich gewinnen muss, weil außer mir wohl keiner im Team den wichtigen dritten Punkt erringen konnte. Ich bin sehr froh, den Punkt geholt zu haben.“

Sehr erleichtert war nach der Partie auch Teamkapitän Jaroslav Navrátil:

„Das war wirklich eines der schwereren Davis-Cup-Duelle für uns. Für viele Experten gehören die Kasachen zwar nicht zu den großen Tennisnationen, doch besonders zu Hause sind sie brandgefährlich. Der Erfolg ist umso höher einzustufen, weil wir ohne Tomáš Berdych und mit einem indisponierten Radek Štěpánek gespielt haben.“

Jaroslav Navrátil (Foto: Jan Cakl, Archiv des Tschechischen Rundfunks)
Zum Sieg über die Kasachen hat zudem eine Maßnahme beigetragen, die von den Teams, die davor in Astana verloren haben, offenbar unterschätzt wurde: die gewohnte Ernährung. Jaroslav Navrátil:

„Eine für uns sehr wichtige Sache war, dass wir jeden Abend in der tschechischen Botschaft in Astana essen konnten. Wir hatten nämlich erfahren, dass die Österreicher und Schweizer hier vom Hotelessen Verdauungsprobleme bekommen haben. Diese Probleme sind uns erspart geblieben, der Botschaft sei Dank.“

Im Halbfinale aber müssen sich Navrátil & Co. darüber keine Sorgen machen. Das Spiel gegen Argentinien findet vom 13. bis 15. September zu Hause in der Prager O2-Arena statt.

Autor: Lothar Martin
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