In Tschechien wird ein Transplantationsgesetz vorbereitet

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Die Geschichte der Transplantationen greift in Tschechien, bzw. in der Tschechoslowakei, einige Jahrzehnte zurück - die erste erfolgreiche Nierentransplantation wurde 1966 durchgeführt. Obwohl es begreiflicherweise legislative Regelungen für Transplantationen gibt - ein selbständiges Transplantationsgesetz wird zur Zeit vorbereitet. Mehr dazu von Martina Schneibergova.

Das immer noch gültige Gesetz, in dem über Transplantationen gesprochen wird, ist das Gesetz Nr. 20 aus dem Jahr 1966, in dem die Transplantationen nur erwähnt werden. Der Leiter des Transplantationszentrums des Instituts für klinische und experimentelle Medizin - IKEM in Prag, Stefan Vitko, stellte in diesem Zusammenhang gegenüber Radio Prag fest, dass die entsprechende Definition nicht besonders gut ist. Eine weitere legislative Vorschrift stellt die Richtlinie des Gesundheitsministeriums aus dem Jahre 1984 dar, die die Abnahme der Organe von Verstorbenen betrifft. Vitko und seine Mitarbeiter haben in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium bereits 1992 die erste Version eines selbständigen Transplantationsgesetzes ausgearbeitet. Aus verschiedenen Gründen wurde dieser Entwurf jedoch dem Parlament nicht vorgelegt, und erst im Juli dieses Jahres wurde der Prozess der Ausarbeitung des Gesetzes beschleunigt. In dem Gesetz werden - den Worten von Stefan Vitko zufolge - alle ethische Kriterien berücksichtigt, die in der Transplantationsmedizin respektiert werden müssen - d.h. die Berücksichtigung der freien Entscheidung des Organspenders sowie des Empfängers des Organs. Im Gesetz wird auch das Verbot des Organhandels verankert. Vor kurzem wurde in tschechischen Medien eine Information über das angebliche Angebot menschlicher Organe für bestimmte deutsche Transplantationszentren veröffentlicht. Stefan Vitko meinte dazu:

"Ich muss zuerst betonen, dass uns ähnliche Aktivitäten - die in diesem Fall mit Prag und mit einer Organisation verbunden waren, die einen ähnlichen Namen wir unser "Transplantcentrum IKEM" hat, sehr schaden. Die Gesellschaft hieß "Transplancen" GmbH. Wir haben mit deren Tätigkeit nichts gemeinsam und waren mit dieser Organisation nie in Kontakt. Die Gesellschaft wurde von einem russischen und einem deutschen Bürger gegründet, die die Vorstellung hatten, dass sie deutschen Bürgern Nieren von lebendigen Organspendern anbieten werden - d.h. dass sie einen solchen Spender finden werden, der bereit sein wird, seine Niere für die Summe von ca. 100.000 DM zu verkaufen. Aus ethischer Sicht ist so etwas unakzeptabel. Für die Patienten hat es noch eine andere Folge - wie aus den bisher publizierten Arbeiten hervorgeht, sind ähnliche Transplantationen oft erfolglos. Jeder, der sich einer Transplantation unterziehen soll, möchte gleichzeitig sicher sein, dass das Organ von jemandem stammt, der gründlich untersucht worden war und an keiner Infektion litt. Wenn es unklar ist, woher das für die Transplantation bestimmte Organ stammt, sind die Resultate schlecht."

Soweit der Leiter des Transplantationszentrums IKEM in Prag Stefan Vitko.