Tschechisch gesagt: Bis in die Knochen

Exposition der Neandertaler

In Prag ist gerade die Ausstellung der Fossilien Lucy und Selam zu Ende gegangen. Die wohl berühmtesten Knochen überhaupt, die vor über drei Millionen Jahren zu Vormenschen in Afrika gehörten, waren erstmals in Europa zu sehen. Zum Thema nun der heutige Sprachkurs.

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Der Knochen heißt auf Tschechisch – kost. Knochen sind Teil des Stütz- und Bewegungsapparats des Körpers und schützen gleichzeitig innere Organe. Eine Verkleinerungsform zu – kost lautet – kůstka beziehungsweise kostička. Doch Vorsicht – das letztgenannte Diminutivum lautet genauso wie das von einem Würfel: kostkakostička. Das Tschechische hat keinen speziellen Ausdruck für eine Fischgräte, sondern nutzt auch hier den Knochen – rybí kost.

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Die Pluralform – kosti wird auch als Bezeichnung für den menschlichen Körper verwendet, zum Beispiel in Sätzen wie „die alten Knochen strecken“ – protáhnout své staré kosti, also sich bewegen. Wenn jemand sagt: „Ich suche, wohin ich meine Knochen legen könnte“ – hledám, kde bych složil kosti, sucht er einen Platz, an dem er sich zum Ausruhen hinsetzen oder hinlegen könnte. Wenn ich eine Vorahnung habe, dass etwas passiert, insbesondere ein Unheil, dann spüre ich es in den Knochen – cítím to v kostech.

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Ist jemand sehr mager, ist er dürr bis auf die Knochen – být vychrtlý na kost, beziehungsweise nur noch Haut und Knochen – být jen kost a kůže. Wenn es sehr kalt ist und man sich zu wenig angezogen hat, droht einem, bis auf den Knochen durchzufrieren – promrznout až na kost. Wenn einen etwas tief ergreift, dringt es bis ins Knochenmark ein: Der Schrecken erfasste ihn bis ins Mark – hrůza ho zachvátila až do morku kostí. Wenn jemand ein durch und durch guter Mensch ist, sagt man – je to dobrák od kosti. Sagt man über jemanden, er ist ein Mensch aus Fleisch und Knochen – být jen člověk z masa a kostí, wird darauf hingewiesen, dass er kein idealer Mensch ohne Fehler ist. Wird eine Romanfigur so charakterisiert, heißt es, dass sie lebendig ist.

Und zum Schluss ein Beispiel aus der Umgangssprache. Ahnen Sie, wovon die Rede ist, wenn man sagt „das ist ein schöner Knochen“ – to je pěkná kost? Gemeint ist eine hübsche Frau. In diesem Fall geht der Ausdruck aber wohl auf die deutsche „Kost“ zurück. Auf Wiederhören! Na slyšenou!

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