Tschechische Ägyptologen entdecken 4500 Jahre altes Prinzessinnengrab

Foto: ČTK

Tschechische Archäologen haben vor einigen Tagen in Ägypten einen besonders wertvollen Fund gemachten: In Abusir, etwa 20 Kilometer südlich von Kairo, entdeckten sie ein 4500 Jahre altes Grab einer Prinzessin.

Foto: ČTK
Die tschechische Ägyptologie hat weltweit einen guten Ruf. Nun haben Forscher bei ihren Ausgrabungen eine Grabkammer entdeckt. Sie legten den Vorraum frei und stießen auf einen Korridor und Hieroglyphen. Der Text beschreibt, dass dort eine Prinzessin als „Liebling des Königs“ bestattet wurde. Die Ägyptologin Hana Vymazalová:

„Im Vorhof zum Prinzessinnengrab fanden wir vier Säulen mit Inschriften und Namen. Anhand dessen kamen wir zum Schluss, dass es sich um Prinzessin Shert Nepti handelt.“

Foto: ČTK
Beachtenswert finden die Forscher, dass sich das Grab im südlichen Teil einer großen Grabstätte befindet. Dort seien Angehörige der Königsfamilie in der Regel nicht bestattet worden. Die Expertin Vymazalová:

„Dieser Fund wirft einige Fragen auf. Eine davon lautet, warum sich die Prinzessin entschied, an diesem Ort unter den Beamten anstelle unter den Königen bestattet zu werden.“

Der Korridor führt zu weiteren Grabkammern. An zwei von ihnen sind die Hieroglyphen erhalten geblieben; den Inschriften nach wurden dort ein Justizminister sowie der Chef der Diener im königlichen Palast begraben.

Tschechische Wissenschaftler arbeiten seit mehr als 50 Jahren an den Ausgrabungen in Abusir. Das zuletzt entdeckte Grab gehört zu einer Gruppe von mehreren Grabkammern, die in einer großen Nekropole, einer Totenstadt gefunden wurden. Dort seien vor etwa 4500 Jahren Mitglieder der Königsfamilie sowie hohe Beamte aus der 5. und 6. Dynastie bestattet worden, sagt Ladislav Bareš. Er leitet das Institut für Ägyptologie an der Prager Karlsuniversität.

Ladislav Bareš (Foto: Jan Profous)
„Es war die Zeit, als das Alte Reich seinen größten Aufschwung erlebte. Das Alte Reich war der erste zentralisierte Staat auf dem Gebiet Afrikas. Etwa 200 bis 300 Jahre später zerfiel es aber. Prinzessin Shert Nepti war wahrscheinlich eine der Töchter der Pharaonen, die ihre Pyramiden in Abusir bauen ließen. Es ist ein glücklicher Zufall, dass sich die Gräber am Rand der Nekropole befinden und damit der Aufmerksamkeit von Dieben entgangen sind. Sie wurden zwar auch zum Teil ausgeraubt, aber das bereits etwa 200 Jahre nachdem sie angelegt wurden. Interessant ist vor allem, wie gut einige Statuen und weitere Verzierungen erhalten geblieben sind. Sie sind von außerordentlich guter Qualität.“

Die tschechischen Ägyptologen halten das Grab der Prinzessin für ihren größten Fund in den vergangenen 20 Jahren.