Tschechische Bahnen stechen bei zwei Strecken Arriva aus

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Die Tschechischen Bahnen haben sich bei der Vergabe der Betreiberrechte für zwei überregionale Strecken gegen den Konkurrenten Arriva durchgesetzt. So wird das Staatsunternehmen weiter die Strecken zwischen Liberec / Reichenberg in Nordböhmen und Pardubice in Ostböhmen sowie zwischen Plzeň / Pilsen in Westböhmen und Most / Brüx in Nordböhmen bedienen können. Dies hat das Verkehrsministerium am Donnerstag entschieden.

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Für beide Strecken hatte es hingegen trotz vorheriger Ankündigungen keine offizielle Ausschreibung gegeben. Das Ministerium wollte die Betreiberrechte der Bahnen ohne Wettbewerb verlängern. Im letzten Moment versuchte Arriva dies abzuwenden und schickte im Juni unaufgefordert eine eigene Bewerbung an das Ressort. Das britische Tochterunternehmen der Deutschen Bahn bot an, auf beiden Strecken von der DB geliehene Siemens-Desiro-Wagen einzusetzen.

Laut Informationen der tschechischen Nachrichtenservers idnes.cz lag allerdings das Angebot von Arriva preislich über dem der Tschechischen Bahnen. Dies sei entscheidend gewesen, heißt es in dem entsprechenden Beitrag. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte dies nur indirekt: „Aufgrund des Zeitdrucks haben wir weder die angebotene Qualität berücksichtig noch weitere Parameter.“ An beide Teilnehmer des Ausschreibungsverfahrens sei am Donnerstag ein Brief mit der Mitteilung über die Entscheidung verschickt worden, fügte der Sprecher hinzu.

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Arriva betreibt bisher in Tschechien nur regionale Bahnstrecken, so zwischen Benešov / Beneschau, Prag und Čelákovice und in Mähren zwischen Šumperk / Mährisch Schönberg und Kouty nad Desnou / Winkelsdorf.

Autor: Till Janzer
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