Tschechische Top-Level-Domain .cz verzeichnet erstmals über 1,5 Millionen Nutzer

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Das tschechische Internet wächst und wächst. Vergangene Woche wurden erstmals über 1,5 Millionen Websites mit der Länderdomain .cz gezählt.

Mit 1,5 Millionen Websites, die auf .cz enden, gibt es derzeit mehr tschechische Top-Level-Domains als etwa österreichische oder schwedische. Beantragen können eine Domain mit dem Kürzel alle natürlichen und juristischen Personen – unabhängig vom Wohn- oder Firmensitz. Ondřej Filip ist der Geschäftsführer von CZ.NIC – dem Verband, der die Länder-Domain für Tschechien vergibt. Im Interview für die Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks schildert Filip:

„Die Top-Level-Domain .cz ist für Ausländer nicht wirklich attraktiv. 91 Prozent der Registrierungen stammen deshalb von Tschechen. Slowaken halten zwei Prozent unserer Domains.“

Ondřej Filip | Foto: Marián Vojtek,  Tschechischer Rundfunk

Auf den weiteren Plätzen folgen dann Website-Betreiber aus den USA und Deutschland.

Die Top-Level-Domain .cz wird seit 1993 vergeben. Vor der Trennung der Tschechoslowakei bestand ab 1990 noch das Länderkürzel .cs, das 1995 jedoch abgeschafft wurde. Nach der Top-Level-Domain für Jugoslawien handelt es sich dabei um die zweithäufigste Kennung, die jemals deaktiviert wurde.

Doch zurück zur tschechischen Endung .cz. Zu deren Nutzung sagt Ondřej Filip:

„Den stärksten Zuwachs in der Geschichte gab es zwischen 2008 und 2012, als jährlich rund 130.000 neue Domains registriert wurden. Eines der schwächsten Jahre war 2019. Wir haben damals schon einen Rückgang erwartet. Doch als Corona kam, stieg die Nachfrage wieder, da viele Dinge im sogenannten ‚Online-Raum‘ stattfanden. Seitdem ist das Wachstum noch schneller geworden, was womöglich mit dem Wiedererstarken der Wirtschaft zusammenhängt.“

Illustrationsfoto: kaboompics,  Pixabay,  Pixabay License

Allerdings wurde mit der Pandemie laut Filip auch ein Zuwachs von betrügerischen Homepages registriert. Sie machen zum Beispiel den Anschein von Banken- oder Behörden-Websites, wollen aber die Kontodaten der Nutzer abfangen. Die Phishing-Welle in Tschechien halte bis heute an, meint Filip:

„Seit Beginn dieses Jahres haben wir rund 250 Fake-Online-Shops gezählt. Ihre Domains wurden selbstverständlich geblockt.“

Wenn Internetnutzer Opfer eines Betrugs werden, sollten sie sich laut Filip an die Polizei oder ihre Bank wenden. Verdächtige Websites können aber auch direkt an CZ.NIC gemeldet werden. Der Verwalter der Top-Level-Domain ist jedoch nicht nur auf Hinweise von außen angewiesen. Mittels eines Webcrawlers durchforstet die Organisation auch selbst das tschechische Internet nach betrügerischen Inhalten.

Autoren: Ferdinand Hauser , Dominik Hron
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