Tschechischer Hilfskonvoi auf dem Weg in die Ukraine

Foto: ČTK

Vier LKW, ein Anhänger, ein Krankenwagen und einige Begleitfahrzeuge: So sieht der tschechische Konvoi mit Hilfsgütern für die Ukraine aus, der gerade auf dem Weg ist. 40 Tonnen Material sind für jene Menschen bestimmt, die wegen des kriegerischen Konflikts im Osten des Landes leiden müssen.

Konvoi mit den Hilfsgütern für die Ostukraine (Foto: ČTK)
Der Konvoi mit den Hilfsgütern für die Ostukraine wurde von der tschechischen Regierung in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, dem Tschechischen Roten Kreuz und der Hilfsorganisation „Člověk v tísni“ (Mensch in Not) organisiert. Am Montagmittag startete er aus dem westböhmischen Zbiroh. Am Dienstagabend soll der Konvoi die ukrainische Hauptstadt Kiew erreichen. Außenminister Lubomír Zaorálek:

„In Kiew wird das Rote Kreuz die Hilfssendungen übernehmen. Wir liefern unter anderem Schlafsäcke, Decken sowie Dachdecker-Material für die Reparatur von Häusern. Außerdem schickt unser Rotes Kreuz medizinisches Material wie beispielsweise Spezialverbände für Verbrennungen. Wir sind detailliert darüber informiert, in welche Orte und welche Krankenhäuser die Hilfsgüter gebracht werden. Wir wissen, wofür das Material gebraucht wird.“

Ostukraine (Foto: ČTK)
Die Tschechische Republik beteiligt sich seit Anfang 2014, als die Krise ausbrach, an der humanitären Hilfe für die Ukraine.

„Mittlerweile sind Hilfsgüter im Wert von mehr als 100 Millionen Kronen (3,7 Millionen Euro) in die Ukraine geschickt worden. Zudem wurden Verletzte zur medizinischen Behandlung nach Tschechien ausgeflogen. Wir sind jetzt dabei, vor Ort uns darüber zu informieren, was die Bewohner der Ostukraine am Dringendsten brauchen. Meiner Meinung nach gibt es dort immer noch viele Menschen, die krank und verletzt sind, viele haben ihre Wohnungen verlassen und leben in Kellern. Es herrscht dort eine humanitäre Krise. Sobald wir genauere Informationen haben, werden wir weitere Hilfsgüter dorthin schicken. Die Tschechische Republik gehört zu jenen Ländern, die von Anfang an der Ukraine systematisch geholfen haben. Und wir werden damit auch nicht aufhören.“

Lubomír Zaorálek (Foto: ČT24)
Trotz des vereinbarten Waffenstillstands tobten am Dienstag Gefechte im ostukrainischen Debalzewe. Die prorussischen Separatisten wollten den Kampf um die strategisch wichtige Stadt nicht beenden. Zur Einhaltung des Waffenstillstands erklärte Zaorálek:

„Ich glaube, dass es notwendig ist, weiter diplomatischen Druck auszuüben und alles dafür zu unternehmen, dass der Waffenstillstand dauerhaft wird. Es sollen weitere Schritte folgen, die in Minsk vereinbart wurden. Dazu gehören unter anderem der Abzug schwerer Waffen von der Berührungslinie sowie der Austausch von Gefangenen. Die Schritte sollen zur Vorbereitung von Wahlen und vor allem zur Kontrolle der Staatsgrenze zwischen der Ukraine und Russland führen.“