Überflutungen in der Geschichte

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Die tschechische Hauptstadt kämpft in diesen Stunden nach 112 Jahren wieder mit einer Jahrhundertflut. Man bezeichnet mit diesem Begriff eine Wassermenge, die der Fluss durchschnittlich einmal im Jahrhundert erreicht. Im Falle Prags handelt es sich dabei um den Durchfluss von 3700 Kubikmetern pro Sekunde, wobei der normale Jahresdurchschnitt bei 143 Kubikmetern pro Sekunde liegt.

Die tschechische Hauptstadt kämpft in diesen Stunden nach 112 Jahren wieder mit einer Jahrhundertflut. Man bezeichnet mit diesem Begriff eine Wassermenge, die der Fluss durchschnittlich einmal im Jahrhundert erreicht. Im Falle Prags handelt es sich dabei um den Durchfluss von 3700 Kubikmetern pro Sekunde, wobei der normale Jahresdurchschnitt bei 143 Kubikmetern pro Sekunde liegt.

Die Prager Altstadt wurde seit ihrer Gründung im 14. Jahrhundert des öfteren einer Überflutungsgefahr ausgesetzt. 1342 riss der Fluss die Judith-Brücke hinweg, die an der Stelle der heutigen Karlsbrücke stand. 1496 und 1784 beschädigte das Hochwasser wiederholt u.a. auch die Karlsbrücke. 1845 vernichtete die Moldau Mittelböhmen und Prag - der wilde Fluss erreichte damals unter der Karlsbrücke die Breite von einem Kilometer. Große Flutwellen haben Prag auch 1862 und 1872 heimgesucht.

Die bisher letzte Jahrhundertflut brach im Jahre 1890 nach Prag ein und forderte einige Duzend Menschenleben. Es stürzten damals sieben Pfeiler der Karlsbrücke ein und das Wasser reichte bis auf den Altstädter Ring. Kurz darauf begann man Regulierungsanlagen zu bauen und bis zum Jahr 1928 bekamen die Moldaukais ihre heutige Gestalt.

Das 20. Jahrhundert hat glücklicherweise keine große Gefahr für die Hauptstadt gebracht. 1954 wurde Prag durch den Slapy-Stausee gerettet, der sich im Aufbau befand und kurz vor Vollendung fast leer war. Die südböhmische Stadt Pisek an der Otava hatte damals weniger Glück und wurde stark beschädigt. 1965 verursachten starke Überflutungen in Südmähren - in den Regionen von Hodonin und Breclav - große Schäden.

Zwei Jahre nacheinander, 1980 und 1981, brach der stürmische Fluss Morava (March) in die Straßen von Olomouc/Olmütz ein. Das Jahr 1981 war aber auch für andere Regionen kritisch - mehrere Überflutungen vernichteten die Umgebung von Beroun und die aus den Ufern getretene Ohre/Eger überflutete die Louny-Region.

Im Gedächtnis aller Tschechen sind bis heute Erinnerungen an eine riesige Wasserkatastrophe lebendig, die vor fünf Jahren, im Sommer 1997 umfangreiche Gebiete Mährens und Ostböhmens heimgesucht haben.