Ukrainische Kinder zu Erholungsaufenthalt in Tschechien

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Die Tschechische Republik hilft der vom Kriegskonflikt betroffenen Ukraine langfristig und auf unterschiedliche Weise. Unter anderem können ukrainische Kinder zu Erholungsaufenthalten nach Tschechien kommen. Die erste Gruppe dieser Art in diesem Jahr wurde am Montag in Solenice an der Orlík-Talsperre begrüßt.

Lubomír Zaorálek mit ukrainischen Kindern (Foto: ČTK)
Die Kinder hatten eine lange Busfahrt hinter sich, waren aber immer noch munter. Der tschechische Außenminister Lubomír Zaorálek (Sozialdemokraten) besuchte sie kurz nach ihrer Ankunft im Hotel, in dem sie untergebracht sind.

„Ich begrüße Euch hier in der Tschechischen Republik. Voriges Jahr war ich sechs Mal in der Ukraine und habe auch Schitomir besucht. Kann sein, dass ich dort den Eltern von einigen von Euch begegnet bin. Sie sagten mir, dass es im Winter nicht einfach sein werde und dass es überhaupt unsicher sei, ob in der Schule geheizt wird. Da habe ich entschieden, dass wir Euch anbieten, nach Tschechien zu kommen. Ich bin froh, dass Ihr die Einladung akzeptiert habt. Ich hoffe, dass es Euch bei uns gefallen wird und dass Ihr hier zwei schöne Wochen verbringen werdet.“

Lubomír Zaorálek mit ukrainischen Kindern (Foto: ČTK)
Die Mehrheit der Kinder aus der ersten Schülergruppe gehört zu den sogenannten Wolhynien-Tschechen. Ihre Vorfahren sind in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus den Böhmischen Ländern nach Wolhynien gekommen. Ira stammt aus Malin, das einst ein ausschließlich tschechisches Dorf war.

„Ich freue mich, dass ich hier die tschechische Kultur und Sprache kennenlerne. Außerdem bin ich auf die Ausflüge neugierig.“

Die Caritas hat mehrere Ausflüge für die Kinder geplant. Jiří Kala leitet den Caritasverband im mittelböhmischen Příbram.



Umgebung von Solenice (Foto: Archiv Radio Prag)
„Wir werden mit den Kindern nach Prag fahren. Dort wollen wir den Zoo und den Aussichtsturm auf dem Petřín-Hügel besuchen. Es wird zudem Spaziergänge durch die Umgebung von Solenice geben.“

Besuchen können die jungen Gäste dabei das Bergbaumuseum in Příbram oder den Wallfahrtsort Svatá Hora / Heiligenberg. Obwohl der Erholungsaufenthalt mitten im Schuljahr liegt, werden die ukrainischen Kinder, die zu verschiedenen Klassenstufen gehören, nichts versäumen. Zwei Wochen lang besuchen sie das Gymnasium in Příbram, sagt die dortige Schulleiterin Iva Kadeřábková:

„Die Kinder werden zum Teil gemeinsam mit unseren Schülern den Unterricht besuchen. Zudem werden sie von unseren Lehrern auch getrennt unterwiesen, dies gilt vor allem für den Geschichts- und Geographieunterricht.“

Lubomír Zaorálek (ganz links) mit ukrainischen Kindern (Foto: ČTK)
In den kommenden Wochen sollen noch zwei weitere Gruppen ukrainischer Kinder zu einem Erholungsaufenthalt nach Tschechien kommen. Außenminister Zaorálek:

„Die eine Gruppe wird aus Waisenkindern bestehen. Dieser Besuch hat nichts mehr mit den Wolhynien-Tschechen zu tun. Viele der Kinder haben Kriegserlebnisse hinter sich. Wir rechnen damit, dass auch Psychologen diese Kinder während ihres Aufenthalts betreuen werden.“

Schon im vergangenen Jahr wurden Erholungs- oder Ferienaufenthalte für ukrainische Kinder in Tschechien organisiert. Rund 60 Kinder verbrachten zum Beispiel den ganzen Juli im Altvatergebirge.