Umweltbericht 2013: Luftqualität nicht besser

Foto: Alena Palečková, Archiv des Tschechischen Rundfunks

Der Allgemeinzustand der Umwelt in Tschechien hat sich in den vergangen Jahren zwar mäßig verbessert, der positive Trend gilt allerdings nicht für die Luftverschmutzung. Dies geht aus dem nationalen Umweltbericht für 2013 hervor, mit dem sich das Kabinett am Mittwoch beschäftigt hat.

Foto: Alena Palečková, Archiv des Tschechischen Rundfunks
Laut dem Umweltbericht für 2013 bestehen in Tschechien in einigen Bereichen weiterhin starke Probleme. Demnach hat sich die Konzentration von Schadstoffemissionen in der Luft nicht gebessert. Ein Drittel der Bewohner Tschechiens ist starker Feinstaubbelastung ausgesetzt. Die schlimmste Situation herrscht in den Kreisen Mährisch-Schlesien, Nordböhmen und Mittelböhmen. Bei zwei Drittel aller Tschechen wurde eine überhöhte Konzentration krebsverursachender aromatischer Kohlenwasserstoffe festgestellt. Umweltminister Richard Brabec:

„Trotz erheblicher Investitionen wird der Zustand nicht besser. In den letzten Jahren wurden zwar die Schadstoffemissionen der großen Industriebetriebe massiv reduziert, dies spiegelt sich aber nicht in den neuen Werten zur Luftverschmutzung wider. Die stärksten Schadstoffquellen sind vor allem die lokalen Heizanlagen der Einwohner.“

Richard Brabec (Foto: Filip Jandourek, Archiv des Tschechischen Rundfunks)
In Folge der wirtschaftlichen Rezession stieg im Jahr 2013 die Zahl der Heizanlagen für feste Brennstoffe. Die Heizkosten dafür sind deutlich geringer als für Erdgas, dessen Verbrauch im vergangenen Jahr deutlich zurückging. Das Umweltministerium will die Bürger motivieren, die Heizungen für Braunkohle durch neue, umweltfreundlichere Heizanlagen zu ersetzen. Das Projekt soll aus EU-Geldern finanziert werden. Umweltminister Richard Brabec:

„Wir sind in der Abschlussphase unserer Verhandlungen mit der EU-Kommission. Wir möchten eine Bewilligung erlangen, dass ein großer Betrag aus dem Operationsfonds Umwelt für den umfangreichen Austausch der Heizanlagen hierzulande genutzt werden kann. Dabei ginge es um einen Betrag von bis zu 9 Milliarden Kronen.“

Foto: Archiv Radio Prag
Nach Erhalt der EU-Gelder könnte an ein Projekt angeknüpft werden, in dessen Verlauf mit Hilfe von tschechischen Geldern bereits 6.000 Heizungen ausgetauscht wurden. Laut Minister Brabec könnten mit dem Zuschuss etwa 100.000 alte Heizanlagen ersetzt werden.

Als ein weiteres Problem wird im Umweltbericht die Versiegelung der Landschaft genannt, die immer weiter voranschreitet: Im vergangenen Jahr wurden 2500 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche zugebaut. Minister Brabec erwähnt aber auch einige positive Punkte des Berichts:

Foto: Europäische Kommission
„Positiv ist, dass die Treibhausgasemissionen gesunken sind. Dank großer Investitionen in Kläranlagen und Kanalisierung ist die Wasserverschmutzung zurückgegangen. Auch der sinkende Energiebedarf bedeutet eine positive Entwicklung. Und es erhöhte sich der Anteil der Energie aus erneuerbaren Energiequellen.“

Weitere gute Nachrichten gab es in dem Bericht über die Menge des Abfalls, der in Tschechien produziert wird. Sie stagniert schon seit dem Jahr 2009.