Wegen Rubel-Verfall geht Handel zwischen Tschechien und Russland zurück

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Der starke Verfall des Rubels, der Russlands Wirtschaft schwächt, beeinflusst in gewissem Maße auch die tschechische Ökonomie. Andererseits könne der Einbruch der russischen Währung unter anderem durch den niedrigen Ölpreis kompensiert werden, sagen führende tschechische Ökonomen. Ihrer Meinung nach ist der Aufschwung der nationalen Wirtschaft nicht gefährdet, da er vor allem von der Binnennachfrage gestützt werde. Der Export dagegen habe etwas an Bedeutung verloren, heißt es.

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Nach Aussage des Chefökonomen der Postsparkasse Era, Jan Bureš, werde das Wachstum der tschechischen Wirtschaft im nächsten Jahr zu einem Zehntel von den Schwierigkeiten Russlands beeinträchtigt. Bei einem Schrumpfen der russischen Wirtschaft um drei Prozent würde der tschechische Aufschwung folglich um 0,3 Prozentpunkte geringer ausfallen, als es möglich wäre, so Bureš. Auch nach Ansicht des Analysten der UniCredit Bank, Pavel Sobíšek, werde der Absturz des russischen Bruttoinlandsprodukts das Wachstum der tschechischen Wirtschaft um 0.3 bis 0,4 Prozentpunkte schmälern.

Lukáš Kovanda (Foto: Archiv von Lukáš Kovanda)
Der Chefökonom der Finanzgruppe Roklen, Lukáš Kovanda, erwartet einen Rückgang des bilateralen Handels zwischen Russland und Deutschland sowie des Handels zwischen Russland und den Ländern der Eurozone. Einen mittelbaren Einfluss davon werde auch der tschechische Außenhandel zu spüren bekommen. Auf der anderen Seite werde die heimische Wirtschaft im Verlauf des nächsten Jahres immer deutlicher zulegen aufgrund der Binnennachfrage. Der Außenhandel werde indes nicht mehr eine solch große Rolle spielen, wie er sie beispielsweise beim kurzzeitigen Aufschwung im Jahr 2011 innehatte, so Kovanda.

Einige Unternehmen in Tschechien haben derzeit ganz konkrete Probleme zu lösen wegen des Rubel-Verfalls. Die Textilfirma Juta aus Dvůr Králové hat ihre Lieferungen nach Russland in dieser Woche komplett eingestellt. In diesem Jahr hat Juta nach Russland Waren im Wert von 8,7 Millionen Euro ausgeführt. Die russischen Auftraggeber sind allerdings nicht mehr in der Lage zu zahlen, denn der Verfall ihrer Währung macht ihnen zu schaffen.