Weihnachten in der mährischen Walachei

Foto: Martina Schneibergová

Advent und Weihnachten waren vor allem auf dem Lande schon immer mit den verschiedensten Bräuchen verbunden. Einige dieser Bräuche sind bis heute erhalten geblieben, viele sind in Vergessenheit geraten. Wie man Weihnachten früher in den Dörfern der mährischen Walachei feierte, davon konnte man sich in diesen Tagen im Freilichtmuseum in Rožnov pod Radhoštěm ein Bild machen.

Schmiede  (Foto: Martina Schneibergová)
Am Fuße des mythischen Bergs Radhošť in den mährischen Beskiden liegt Rožnov pod Radhoštěm. Der frühere Luftkurort ist bekannt für das wohl interessanteste Freilichtmuseum in Tschechien. Die größte Museumsanlage dort ist das walachische Dorf. Von der Hauptstraße führt ein Weg auf einen Hügel, er schlängelt sich zwischen einigen Bauernhöfen durch. Oben auf dem Hügel drehen sich die Flügel einer Windmühle, nicht weit entfernt steht ein hölzerner Glockenturm.

Aus der Schmiede sind Hammerschläge zu hören. Einige Gänse marschieren vorsichtig durch den verschneiten Garten und schnattern, wenn sich ein Passant in ihre Nähe wagt. Aus der offenen Tür eines Bauernhauses duftet es nach frischem Weihnachtsgebäck. In der geräumigen Stube begrüßt eine Bäuerin die Besucher. Im Rahmen des Weihnachtsprogramms schlüpfte Leona Kelnerová, eine Mitarbeiterin des Museums, in die Rolle der Bäuerin. Sie erzählt, das Bauernhaus stamme aus den 1820er Jahren:

Foto: Martina Schneibergová
„In diesem Haus wohnte einst ein reicher Bauer, dem es gut gegangen ist. Wir backen hier im Ofen dieselben Figuren aus Hefeteig, die hier üblicherweise in der Adventszeit gebacken wurden: kleine Teufel- und Nikolausfiguren aus Teig. Die Kinder haben zuerst mit ihnen gespielt und sie danach erst gegessen. Aus dem Teig wurden auch kleine Kuchen in der Form einer kleinen Sonne geformt. Diese kleinen Sonnen symbolisierten die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Winters. Aus dunklem Mehl wurden neben großen Brotlaiben auch ganz kleine Brotlaibe – die so genannten ´chlebíky´ - gebacken.“

Diese kleinen Brotlaibe waren vor allem für Kinder bestimmt, aber nicht nur für sie. Am Heiligabend ging der Bauer in den Stall und verteilte Stücke von diesem Brot an Kühe und Schafe. Die Kühe sollten dadurch bessere Milch und die Schafe bessere Wolle geben.

Foto: Martina Schneibergová
In der geräumigen Stube des Bauernhauses sind zwei Tische feierlich gedeckt. So hat es bei einem reichen Bauer Ende des 19. Jahrhunderts ausgesehen, erzählt Leona Kelnerová.

„An einem Tisch saß am Heiligabend der Bauer mit seiner Familie, an dem anderen die Mägde und Knechte. Auf dem Tisch stand immer ein Strauß aus Rosmarin als Symbol des Lebens. Unter der Tischdecke wurde ein Erntekranz versteckt, dieser sollte im nächsten Jahr eine gute Ernte garantieren. Gegessen wurde vor allem Brot: Den Brotlaib hat die Bäuerin in der Regel am selben Tag speziell für Heiligabend gebacken. Auf dem Tisch durfte auch Gebäck aus weißem Mehl nicht fehlen – einfache Kuchen oder ‚Dalken’. Wenn es keine anderen Süßigkeiten gab, wurden Äpfel oder Nüsse genascht. Die Bäuerin legte zudem Gemüse und Getreide, die auf den Feldern des Hofs geerntet wurden auf eine Stoffserviette. Dazu gehörten immer Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch sowie verschiedene Getreidesorten. Dieser Brauch sollte dafür sorgen, dass die Ernte im nächsten Jahr noch besser wird.“

Foto: Martina Schneibergová
Am Vormittag des 24. Dezembers wurde auf dem Bauernhof noch gearbeitet. Erst am Nachmittag wurde der Tisch den Abend feierlich gedeckt. Auf den Feiertag haben sich die Leute mit Fasten vorbereitet. Die Fastenzeit sei in der mährischen Walachei wirklich ernst genommen worden, erzählt die Expertin:

„Die Menschen haben während der Adventzeit nicht viel gegessen, dafür haben sie aber viel gebetet. Es gab keine lustigen Veranstaltungen oder Tänze. Heiligabend wurde sehr würdevoll begangen. Wichtig war, dass die ganze Familie zusammentraf. Damit hängt noch ein Brauch zusammen: Die Tischbeine wurden an Heiligabend mit einer Kette zusammengebunden, damit die Familie auch weiterhin zusammenhält. Ende des 19. Jahrhunderts hatten die Bauern in dieser Region nur selten einen Weihnachtsbaum zu Hause. Es gab aber Weihnachtskrippen – sie wurden von den Kindern am Nachmittag aufgestellt.“

Šárka Kramolišová  (Foto: Martina Schneibergová)
In einem der Bauernhäuser, in denen das Weihnachtsprogramm vorgeführt wird, steht dennoch ein Weihnachtsbaum. Er steht jedoch nicht auf dem Boden oder auf einem Tisch, sondern hängt über dem Tisch. Der geschmückte Baum ist an der Decke befestigt. Dies hatte rein praktische Gründe, erläutert Šárka Kramolišová, eine weitere Mitarbeiterin des Museums:

„Der Brauch, einen Weihnachtsbaum zu schmücken und aufzustellen, hat sich auf dem Lande später verbreitet als in den Städten. Darum gibt es hier im Freilichtmuseum in den älteren Bauernhöfen keinen Christbaum. Dieses Bauernhaus war aber bis 1940 bewohnt, da haben wir hier einen Weihnachtsbaum geschmückt. Der Baum hing früher von der Decke. Die Familien hatten damals viele Kinder, und man musste befürchten, dass sie den Christbaum auf dem Tisch umkippen. Zudem wurde mit dem hängenden Baum viel Platz gespart.“

Foto: Barbora Kmentová
Genau wie heute sehnten sich auch früher viele Menschen danach, mehr über ihre eigene Zukunft zu erfahren. Insbesondere an Heiligabend wurden auf dem Land solche Bräuche gepflegt, die die Geheimnisse der Zukunft enthüllen sollten. Šárka Kramolišová:

„An Heiligabend wurden Äpfel kreuzweise geschnitten: Wenn das Kerngehäuse die Form eines Sterns hatte, bedeutete dies ein gesundes Jahr, die Form eines Kreuzes dagegen bedeutete ein schlechtes Jahr. Bei einem anderen Brauch ließ man Walnussschalen in einer mit Wasser gefüllten Schüssel schwimmen. In jede der Schalen wurde eine winzige Kerze gestellt und angezündet. Wenn diese Schiffchen in einem Haufen schwammen, bedeutete es, dass die Familie das ganze Jahr hindurch zusammenhalten werde. Wenn eines der Schiffchen sich von den anderen trennte und in eine andere Richtung schwamm, glaubte man, dass jemand die Familie verlassen und ins Ausland gehen werde.“

Beim Essen an Heiligabend legte man eine kleine Münze unter den Teller. Dies sollte den Menschen Geld bringen. Später kamen Karpfenschuppen anstelle von Münzen unter die Teller. Einige Bräuche waren speziell für heiratswillige Mädchen:

„Die Mädchen sind in der Nacht zu einer Kreuzung gegangen. Die Kreuzung galt als magischer Ort. Die Mädchen suchten dort nach einem schwarzen Holunderstrauch. Den Strauch haben sie dann geschüttelt und dabei folgenden Spruch aufgesagt: ´Třesu, třesu bez, ozvi se mi pes, kdes můj milý dnes´. Zu Deutsch etwa: ´Ich schüttele den Holunder, der Hund soll mir sagen, wo mein Liebster heute ist.´ Die Mädchen horchten dann, auf welcher Seite ein Hund anschlug. Es sollte die Seite sein, von der der Bräutigam käme. Wenn sie aber Kirchenglocken hörten, bedeutete dies nichts Gutes.“

Foto: Martina Schneibergová
Nicht nur Hunde waren in die Weissagungen mit einbezogen, sondern auch Hähne und Hennen spielten eine Rolle dabei. Die Expertin:

„In der Nacht sind die Mädchen zum Hühnerstall gegangen und haben auf den Stall geklopft. Es ging darum, ob der Hahn oder eine Henne früher aufwacht. Wenn es der Hahn war, bedeutete es, dass der Bräutigam schon unterwegs war. Wenn sich aber eine Henne meldete, blieb das Mädchen das ganze Jahr allein ohne Partner.“

In der mährischen Walachei war genauso wie in anderen Regionen an Heiligabend auch der Brauch des Bleigießens verbreitet. Museumsmitarbeiter Radek Růčka:

Illustrationsfoto: Michael L. Rieser,  Wikimedia Creative Commons 3.0
„Meistens hat der Bauer das Blei gegossen, und zwar für sich, für die ganze Familie sowie für die Knechte und Mägde. Bei der Deutung der gegossenen Bleiformen interessierten ihn vor allem die Gesundheit und die Ernte. Warum es gerade Blei war, ist einfach zu beantworten: Es war leicht zu schmelzen und zu gießen.“

Auch beim Bleigießen trug der Bauer einen Spruch vor: „Štědrý večere, olovo leju, řekni mi, řekni, čeho se naděju.“ Auf Deutsch etwa: „Du Heiligabend, ich gieße Blei. Sag mir, was ich zu erwarten habe.“ Dann goss man das Blei durch die Reide, also durch die Öffnung im Griff eines Schlüssels, ins Wasser. Danach durfte jeder die gegossene Form deuten. Das Bleigießen an Heiligabend hat sich in einigen tschechischen Familien bis heute erhalten.

Vanda Vrlová  (Foto: Martina Schneibergová)
Aus den Bauernhäusern im walachischen Dorf des Museums sind Frauenstimmen zu hören. In den Stuben wird typisches Weihnachtsgebäck zubereitet. Vanda Vrlová ist Mitarbeiterin des Freilichtmuseums und kennt sich gut aus in den Volksbräuchen und vor allem in den kulinarischen Spezialitäten aus der mährischen Walachei. Plätzchen oder Vanillekipferl, ohne die heutzutage Weihnachten nicht möglich ist, kannten die Menschen hier früher nicht, sagt die Expertin.

„Anstelle von Plätzchen oder anderen Süßigkeiten wurden bei uns die so genannten ´vdolky´ gebacken. Das sind große Kuchen. Erst an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert fingen die Frauen an, Lebkuchen zu backen. Aber die vielen verschiedenen Plätzchen, wie wir sie heute kennen, gab es damals nicht. Denn die waren zu teuer und mühsam zuzubereiten. Diese ´vdolky´ - also große Kuchen – wurden auch als Hauptgericht gegessen, nicht nur als Nachtisch. Es gab Kuchen mit Quark, Birnenmarmelade, Mohn, aber auch mit Kraut.“

Foto: Martina Schneibergová
Vanda Vrlová führt in der Bauernstube das Backen und Verzieren von Weihnachtslebkuchen vor. Das Bauernhaus sei im Interieur etwas moderner als einige andere Häuser im Freilichtmuseum, sagt sie:

„Das Haus ist so eingerichtet, wie es auf dem Lande in den 1930er Jahren üblich war. Wir backen die Lebkuchen genauso wie vor etwa 80 Jahren. Die Lebkuchen hatten die Form von kleinen Figuren, Bäumen oder Bauernhäusern. Sie wurden mit Eiweißglasur verziert. Kinder bekamen die Lebkuchen vom Nikolaus geschenkt. Vor Weihnachten wurden dann meistens noch einmal Lebkuchen gebacken. Mit ihnen wurde der Weihnachtsbaum geschmückt. Wo es keinen Weihnachtsbaum gab, wurde wenigstens ein Fichtenzweig mit den Lebkuchenfiguren geschmückt.“

Foto: Archiv ČRo 7
Für die Lebkuchen richteten sich die Hausfrauen meist nach einem alten Rezept: 560 Gramm Mehl wurden mit 160 Gramm Honig und 400 Gramm Zucker gemischt. Diese Lebkuchen musste man etwa zwei Wochen vor Weihnachten backen, damit sie richtig weich wurden. Fürs Backen wurde in der Küche richtig eingeheizt, erläutert Vanda Vrlová:

„Denn der Honigteig konnte nur mit warmen Händen gut durchgeknetet werden, ansonsten hätten die Lebkuchen nicht geschmeckt. Wirklich gute Lebkuchen mussten neun Gewürze enthalten: Zimt, Nelke, Sternanis, Piment, Fenchel, Anis, Ingwer, Muskatnuss und Muskatblüte. Das beruht auf dem Glauben, dass die Neun eine magische Zahl sei. Heutzutage muss man ein bisschen Kakao in den Teig mischen, denn der Honig ist oft viel zu hell. Zu einem braunen Lebkuchen wählte man eine weiße Glasur. Die Lebkuchenfiguren wurden nicht nur gegessen, sondern vor allem die Tierfiguren wurden von den Kindern oft auch in die Weihnachtskrippe gestellt.“

Foto: Martina Schneibergová
Im Freilichtmuseum begegnet man nicht nur tüchtigen Bäuerinnen und Bauern, sondern auch beispielsweise dem Nikolaus. Die ihn begleitenden Teufel in Schafspelzmänteln sehen eher wie walachische Hirten aus. Aber auch zwei weißgekleidete Frauenfiguren stapfen durch das Dorf. Wenn sie einen der Besucher sehen, kommen sie näher und berühren ihn wortlos mit einer Gänsefeder. Auf die Frage nach dem Sinn halten sie nur den Zeigefinger vor den Mund. Die Mädchen stellen mythische Wesen dar, die man „Lucka“ nannte, erklärt Vanda Vrlová:



Foto: Martina Schneibergová
„Am Vorabend des Lucia-Tags, also am 12. Dezember, sind die weiß gekleideten Luckas durch das Dorf gegangen. Auch ihr Gesicht war weiß, sie hatten es mit Mehl bepudert. Mit der Gänsefeder in der Hand gingen sie von einem Bauernhaus zum anderen und wischten mit der Feder in jeder Ecke und fegten jeglichen Schmutz weg. Das bedeutete, dass sie alles Schlechte beseitigten vom Bauernhof und auch von seinen Bewohnern. Die Luckas fegten beispielsweise auch alle Krankheiten hinweg. Dieser Brauch enthält Elemente aus der vorchristlichen sowie der christlichen Zeit. Denn er hängt mit der Sonnenwende sowie dem Luciafest zusammen.“

Aus christlichen Zeiten stammt ein anderer Brauch, der für die Mährische Walachei typisch ist: das Backen der so genannten „Weihnachtsoblaten“. In der walachischen Mundart werden die hauchdünnen Oblaten einfach „oplatek“ genannt. An Heiligabend durften sie nicht fehlen. In der Sennhütte im Freilichtmuseum steht Anna Borová vor einem historischen Ofen, aus einer Eisenform schüttet sie vorsichtig ein frisches „oplatek“ aus. Das Backen von Oblaten sei, so die Expertin, mehr als Tausend Jahre alt:

Anna Borová  (rechts). Foto: Martina Schneibergová
„Es wird vermutet, dass diese Tradition bis auf die beiden Slawenaposteln Kyrill und Method zurückgeht. In der Velislav-Bibel aus dem 14. Jahrhundert ist das Backen dieser Oblaten abgebildet. Der heilige Wenzel hält auf dem Bild eine viereckige Form für die Oblate in der Hand. Die Tradition der Weihnachtsoblaten wird bis heute in Schlesien, Nordmähren, Ungarn und Litauen aufrechterhalten.“

Die Oblaten werden aus ungesäuertem Teig aus Mehl und Wasser gebacken. Manchmal werden sie mit Honig oder auch mit Knoblauch gegessen.

Foto: Martina Schneibergová
„An Heiligabend brach der Bauer zuerst ein Stück Oblate für sich ab. Damit eröffnete er das feierliche Abendessen. Dann gab er jedem der Anwesenden ein Stück Oblate und bedankte sich für das ganze Jahr. Zudem brachte er die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Familie auch weiterhin zusammenhalten sowie in Frieden miteinander leben und gesund bleiben werde.“

Aus der Schule sind singende Kinder zu hören. Das Schulgebäude ist wie eine Dorfschule in den 1880er Jahren eingerichtet. Über der Tafel hängt ein Porträt von Kaiser Franz Josef. Vor den Bänken steht bereits ein Christbaum, der mit Weihnachtsschmuck aus Papier geschmückt ist. Da nicht alle Familien auf dem Land damals einen Weihnachtsbaum hatten, stellte der Lehrer meistens einen Weihnachtsbaum in der Schule auf. Der Lehrer war zudem bemüht, für Kinder aus armen Familien auch ein paar Weihnachtsgeschenke zu besorgen, erzählt der Mitarbeiter des Museums, der während des Weihnachtsprogramms den Dorflehrer darstellt:

Libuše Matochová  (Foto: Martina Schneibergová)
„Das wertvollste Geschenk waren damals Schuhe. Die meisten Familien in der Walachei hatten damals sechs oder noch mehr Kinder. Während des Jahres gingen die Kinder barfuss. Wenn sie mit den Eltern auf dem Weh in die Kirche waren, trugen sie ihre Schuhe in der Hand und zogen sie erst vor der Kirche an. Gab es nur ein einziges Paar Schuhe für die Kinder, lösten sie sich im Winter ab, um mit Schuhen zur Schule zu gehen.“

Die Kinder verabschieden sich mit einem Weihnachtslied über die walachischen Hirten, denen der Engel bei Bethlehem erschienen ist. In der ehemaligen Vogtei bereiten sich die Dorfbewohner erst auf das Weihnachtsfest vor. Die Frauen sitzen am Spinnrad, der Bauer schnitzt gerade Figuren für die Weihnachtskrippe. Libuše Matochová ist eine weitere Mitarbeiterin des Museums und kennt sich in der traditionellen Textilproduktion gut aus. Mit einer speziellen Technik, die in der Region vor Jahrhunderten benutzt wurde, webt sie Arbeitshandschuhe aus Schafswolle.

Foto: Martina Schneibergová
„Die Arbeitshandschuhe webt man auf einer Form aus Holz. Sie wurden bei der Arbeit im Wald benutzt, weil die Wolle die Eigenschaft hat, Wärme zu halten, auch wenn sie feucht oder nass ist. Diese Technik, mit der Arbeitshandschuhe gewoben wurden, war nicht nur in der mährischen Walachei, sondern auch beispielsweise in der Region von Český Těšín / Teschen, in den Weißen Karpaten sowie in der Slowakei verbreitet.“

Während des Webens oder bei einer anderen Handarbeit haben sich die Frauen oft auch Legenden oder Märchen erzählt. Zu den beliebtesten Geschichten gehörte die Erzählung über den alten Herrn, dem es gelang, die so genannte „zimnice“ zu überlisten. Dieses mystische Geschöpf soll für einen langen Winter verantwortlich gewesen sein. Gerade in der Walachei waren die Winter besonders hart.