Weihnachtsgrüße aus dem hohen Norden – Kieler Schüler singen in Prag
In der St. Martinskirche an der Mauer, mitten in der Prager Altstadt, wurde bereits am Samstagabend dem Advent auf die Sprünge geholfen. Den Auftakt gab ein Chor, der von sehr weit angereist kam. Aus derselben Richtung übrigens wie der Weihnachtsmann– aus dem hohen Norden. Die zumeist jungen Sängerinnen und Sänger kamen von einem Gymnasium in Kiel. Christian Rühmkorf hat sich auf die Adventszeit einstimmen lassen.
Sie und ihre rund 30, 40 Mitstreiter kommen vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium aus dem weit entfernten norddeutschen Kiel. Dieser Projekt-Chor wurde erst vor wenigen Monaten gegründet. Die Vorbereitungszeit für den Auftritt in der Martinskirche in der Prager Altstadt war denkbar knapp:
„Seit Oktober, würde ich sagen. Ich glaube, im Oktober hatten wir die erste Probe“, erinnert sich Christiane.
Viel Arbeit also - auch für den Musiklehrer und Chorleiter Roland Harken. Dass deutsche Schüler in der Adventszeit zum Singen nach Prag kommen, geschieht höchst selten. Die meisten dürften wohl eher die Kneipen als die Kirchen von innen kennen. Wie kam der musikalische Kontakt nach Prag zustande? Musiklehrer Harken:
„Der kommt dadurch zustande, dass ich Mitte der 90er Jahre Kontakt geknüpft habe nach Prag, zu Herrn Vokaty, der hier ein Reisebüro leitet. Und über seinen Freund, den Fremdenführer Karel Dolista haben wir uns sehr schnell angefreundet. Und das war eben immer sehr beeindruckend, wie er uns durch Prag geführt hat. Ich bin dann jedes Jahr auf Studienfahrt hier gewesen mit meinen Schülern und irgendwann, habe ich gesagt, möchte ich mal Antonín Dvořáks Orgelmesse an authentischen Orten aufführen. Und das ist uns dann 1998 gelungen. Das war für uns eine große Freude.“Und daran sollte mit diesem Adventskonzert in der Prager Martinskirche angeknüpft werden. Aber es bleibt nicht bei diesem einen Auftritt, sagt Chorsängerin Christiane.
„Wir haben morgen im Nonnenkloster ein Konzert und in irgendeiner anderen Kirche in der Stadt. Da steht eine ganz berühmte Orgel, glaube ich, deswegen singen wir da.“
Das könnte die Teynkirche am Altstädterring sein. Und vielleicht gibt es auch noch eine kleine spontane Openair-Vorstellung, meint Christiane... „Mal gucken, wann es uns überkommt.“







