Thema Menschenrechte – Europäischer Essaywettbewerb für Studierende aus Mitteleuropa ausgeschrieben

Studierende aus den Ländern Mitteleuropas können nach einem Jahr wieder an einem Essaywettbewerb teilnehmen. Albert-Peter Rethmann ist Bundesvorsitzender der Ackermann-Gemeinde, die den Wettbewerb gemeinsam mit der Bernard-Bolzano-Gesellschaft ausgeschrieben hat. 

Herr Rethmann, die Ackermann-Gemeinde hat gemeinsam mit der Bernard-Bolzano-Gesellschaft den europäischen Essaywettbewerb für Studierende ausgeschrieben. Dieser findet schon zum 15. Mal statt. Wie haben Sie diesmal nach dem Thema gesucht?

Albert-Peter Rethmann  | Foto: Ackermann-Gemeinde

„Wir haben uns angeschaut, was die brennenden Themen im Augenblick sind, sowohl national als auch international. Die herausfordernde Frage ist: Was verbindet uns eigentlich in unseren Gesellschaften? Gibt es eine Grundlage, auch eine moralische und rechtliche Grundlage, auf die jegliche staatliche Gewalt und überhaupt jeder Mensch verpflichtet ist? Und das ist die Frage der Rolle der Menschenrechte. Deswegen stellen wir uns die Frage: Sind die Menschenrechte wirklich auch im heutigen Verständnis universell, sind sie auch universell gültig? Oder sind sie zu einem schönen Mythos aus einer vergangenen Welt geworden? Können wir uns heute noch auf diese Menschenrechte als eine gemeinsame Grundlage unseres Zusammenlebens in der Gesellschaft und auch zwischen den Staaten verständigen?“

Wenn man sich das Thema anschaut, denkt man, dass sich der Wettbewerb eher an Studierende der Politologie, Philosophie oder der Ethik wendet. Ist dem so?

„Am Wettbewerb kann jeder und jede Studierende teilnehmen. Das ist uns auch sehr wichtig. Es geht nicht um eine wissenschaftliche Fachdiskussion, sondern um einen Essay, um einen sehr persönlichen Zugang zu diesem Thema der universellen Gültigkeit der Menschenrechte. Und wir laden junge Menschen ein, sich dazu im Rahmen dieses Essay-Wettbewerbs zu positionieren.“

In welchen Sprachen können die Essays verfasst werden? Werden sie dann eventuell übersetzt?

„Die Essays können in den Sprachen abgegeben werden, mit denen wir auch in Brünn im Rahmen des Symposiums arbeiten – sie können in deutscher oder tschechischer Sprache, ebenso in slowakischer Sprache geschrieben werden. Wir haben eine internationale Jury, die diese Sprachen versteht. Sie wird die eingegangenen Wettbewerbsbeiträge bewerten und die drei Sieger des Wettbewerbs auch zum Brünner Symposium ,Dialog in der Mitte Europas‘ einladen.“

Werden die Autoren der besten Essays diesmal auch finanziell belohnt?

„Ja, die Siegerbeiträge werden prämiert – der Siegerbeitrag mit 500 Euro und die darauffolgenden Beiträge, also der zweite und dritte Platz, mit 300 und 200 Euro. Und die Sieger werden dann in Brünn ihre Essays vortragen.“

Wie hoch war das Interesse an einer Teilnahme an dem Wettbewerb in den vergangenen Jahren?

„Das Interesse war immer sehr groß. Und es freut uns, dass das Interesse aus allen Ländern kommt, die auch beim Brünner Symposium vertreten sind. Gerade das macht den Reiz aus – übrigens auch für diejenigen, die dann als Sieger nach Brünn eingeladen werden. Denn sie begegnen dort einer internationalen Community, die sich mit den wichtigen Fragen unserer Zeit auseinandersetzt – in diesem Fall mit der Gültigkeit der Menschenrechte. Für diese jungen Menschen ist das meist sehr interessant. Aber auch für die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist es spannend, mit den Siegern des Wettbewerbs ins Gespräch zu kommen.“

Sind Sie vielleicht einem oder einer der früheren erfolgreichen Studierenden nach einigen Jahren wiederbegegnet?

„Ja schon. Denn die früheren Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind eingeladen, auch in den Folgejahren zum Symposium zu kommen. Es hat immer wieder den einen oder anderen dann nach Brünn verschlagen, weil die Diskussionsatmosphäre dort sehr schön und offen ist. Was ich dort erlebe – zwischen Deutschen, Tschechen, Slowaken, Polen, Ungarn, die dort sind und miteinander diskutieren –, macht das Symposium auch für mich zu etwas Einzigartigem.“

Der 15. Europäische Essaywettbewerb stellt die Frage: „Universelle Menschenrechte – ein herrlicher Mythos aus der Welt von gestern?“ Der Einsendeschluss ist 15. Februar 2026. Details unter www.ackermann-gemeinde.de/essay.

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