Welche Brauerei wurde vor 170 Jahren gegründet?

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Im heutigen Hörerforum dreht sich alles wieder um Ihre Zuschriften an Radio Prag. Wir werden einige Ihrer Kommentare zitieren, wir präsentieren die neue Quiz-Frage für Oktober und beantworten Ihre Fragen. Zum Beispiel: Wie war es in der damaligen Tschechoslowakei mit Lieferzeiten beim Auto-Kauf?

Liebe Hörerinnen und Hörer, herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des Hörerforums. Ich bedanke mich im Namen der gesamten Redaktion für Ihre Briefe, Postkarten, E-Mails und Faxe. Die Empfangsberichte, die wir dieses Mal erhalten haben, stammen unter anderem von Sandro Blatter aus Schwerzenbach, Alexander Erber aus Hof, Holger Lipp aus Mühlacker, Paul Reinersch aus Dudweiler und Bernhard Schultes aus Nordhalben.

Jaromír Vejvoda
Beginnen wollen wir heute mit der Zuschrift von Günther Wagner aus Bad Dürrenberg. Sie enthält nämlich die richtige Antwort auf die Quizfrage von Radio Prag, die wir im September gestellt haben. Die Frage lautete: Vor 110 Jahren wurde ein tschechischer Komponist und Kapellmeister geboren. Er hat die berühmte Polka Rosamunde (Original: Škoda lásky) geschrieben, die zu einem internationalen Evergreen geworden ist. Wie heißt der Komponist? Und Günter Wagner hat geantwortet:

„Nach langer Abstinenz möchte ich mich wieder einmal bei Ihnen melden. Als ehemaliger langjähriger Kurzwellenhörer beziehe ich jetzt meine Informationen über Ihre Internetseite. Fast täglich schaue ich nun bei Euch hinein und habe festgestellt, dass alles nur eine Gewohnheitssache ist. So, nun zur Beantwortung der Preisfrage für den Monat September: Der Komponist des weltbekannten Schlagers ´Rosamunde´, Tschechisch `Škoda lásky´, war Jaromír Vejvoda.“

Ja richtig, Herr Wagner. Sie haben nicht nur richtig geantwortet, sondern auch Glück gehabt. Sie gehören zu den sechs Hörerinnen und Hörern, die im September als Gewinner ausgelost wurden, und erhalten ein Geschenk von uns. Herzlichen Glückwunsch!

Nun unsere Quiz-Frage für den Oktober. Vier Wochen haben Sie noch Zeit, nach der Antwort zu suchen und sie uns zu schicken. Diesmal wird keine Person gesucht sondern: Schreiben Sie uns den Namen der tschechischen Brauerei, die vor 170 Jahren gegründet wurde und deren Biere heutzutage in der ganzen Welt bekannt sind. Und zwar an die E-Mail-Adresse: cr@radio.cz.

Aus Ihren Zuschriften und Fragen haben wir heute die von Andreas Fessler aus Dresden ausgewählt. In einer E-Mail hat er geschrieben:

„Anfang September machte in Ihren Sendungen die Nachricht die Runde, dass das Team um Dan Přibáň mit einem Trabant und zwei weiteren osteuropäischen Autos zu einer Südamerika-Expedition aufgebrochen ist. Das Auto namens Trabant wird schon seit mehr als 20 Jahre nicht mehr hergestellt. Mittlerweile verschwinden die Trabis auch immer mehr aus dem Stadtbild Ostdeutschlands. Dies ist nicht zuletzt auch dem Umstand geschuldet, dass diese Marke nicht ‚umweltzonentauglich’ ist. In Dresden haben wir in Bezug der ‚Umweltzone’ noch Glück. Die Stadt will sie eigentlich nicht. Wie viele Autos der Marke Trabant fahren noch in Tschechien? In der DDR musste man mehr als zehn Jahre auf ein Auto warten. Wie war es in der damaligen ČSSR mit den Lieferzeiten bei Autos?“

Škoda 120
Zunächst also zu ihrer ersten Frage, wie viele Trabis es in Tschechien gibt. Wir haben Zahlen aus dem vergangenen Jahr: Genau 20 Jahre, nachdem die Produktion der Trabis eingestellt wurde, fuhren rund 24.000 Trabis auf den Straßen Tschechiens. Das ist der 32. Platz unter den Pkws hierzulande, knapp hinter dem Toyota Yaris und dem Peugeot 406. Das Durchschnittsalter der Trabis lag bei 37 Jahren. Soweit also die Zahlen.

Und nun ein Blick in die Zeit, als diese Trabis neu waren. Die Wartezeiten in der damaligen Tschechoslowakei waren nicht so lang wie in der DDR, aber ein paar Jahre musste man auch hier warten. Ein freier Markt mit Wagen existierte nicht. Es gab ein einziges Unternehmen, das Autos verkaufte: den damaligen Betrieb Mototechna. Dort musste man sich in eine Warteliste eintragen lassen. Es dauerte etwa drei bis fünf Jahre, bis man an der Reihe war, später hat sich die Wartezeit verkürzt. Ende der 1980er Jahre ließ sich sogar direkt ein Auto kaufen. Es bedeutete aber meistens, mindestens eine Nacht in der Schlange vor dem Laden zu verbringen. Danach konnte man froh sein, einen der wenigen gelieferten Wagen zu erhalten. Die Möglichkeit, etwa die Farbe zu wählen, war ausgeschlossen. Meistens wurden die Marken Škoda, Wartburg und Trabant beziehungsweise Lada und Oltcit verkauft. Im Wendejahr 1989 kamen fast 87 Prozent der neuverkauften Pkw in der Tschechoslowakei von Škoda.

Foto: ČTK
In den vergangenen Wochen hat vor allem ein Thema unsere Sendungen gefüllt: der Skandal mit gepanschtem Alkohol, der bisher 27 Todesopfer gefordert hat. Auch in Ihren Zuschriften sind Sie auf dieses Thema eingegangen - so unter anderem Peter Vaegler aus Stralsund:

„Über die Alkoholpanscherei mit mehreren Toten hatte ich schon in den deutschen Nachrichten gehört. Es ist traurig, was manche Leute aus Geldgier alles tun.“

Auch Ralf Urbanczyk aus Eisleben äußert sich zur Methanol-Affäre in Tschechien:

„Im Politgespräch gab es eine richtig gute und ausführliche Analyse zu den gegenwärtigen Problemen mit illegalem, mit Methanol verunreinigtem Alkohol. Die Parallelen zur Affäre mit gepanschtem Diesel in den 1990er Jahren sind wirklich auffallend. Nur stellt sich für mich nach all den Informationen noch eine weitere Frage: Worin liegen die Ursachen, dass die tschechische Bevölkerung so leichtsinnig mit Alkohol aus dubiosen Quellen hantiert? Ich könnte mir eine solche Akzeptanz von augenscheinlich gepanschtem Alkohol in Deutschland gar nicht vorstellen, weil die Angst vor Methanolvergiftungen hier überall ziemlich tief sitzt.“

Foto: Tschechisches Fernsehen
Das Problem beruht darin, dass der Alkohol nicht ganz augenscheinlich gepantscht ist. In vielen Fällen trugen die Flaschen gefälschte Siegel, so dass sie ganz normal ausgesehen haben und auch in normalen Geschäften verkauft wurden. Soweit dazu. Aber auch ein anderes Thema in unseren Sendungen habe ihn ziemlich berührt, schreibt Herr Urbanczyk weiter: die Beisetzung der in der Nachkriegszeit ermordeten Deutschen in Jihlava. Unser Hörer führt dazu aus:

„Dass die Einwohner von Dobronín und einem weiteren Dorf keine Beisetzung in ihrer Gemeinde zulassen wollten, zeigt, dass im tschechisch-deutschen Verhältnis noch immer viel zerstört ist und eine wirkliche Versöhnung für viele Menschen noch nicht stattgefunden hat. Aber auch, dass wir auf einem guten Weg sind. Denn sonst wäre es doch gar nicht zur Aufarbeitung des Massakers, der Identifizierung der Opfer und deren Beisetzung gekommen.“

Soweit Ralf Urbanczyk. Nach längerer Zeit hat sich ein fast schon verlorener Hörer bei uns gemeldet: Peter Zieger aus Döbeln.

„Durch einen Umzug bin ich seit Einstellung der Kurzwellenausstrahlung wieder in der Lage, Radio Prag zu hören. Das Haus hängt nicht am TV-Kabel, sondern hat eine Satellitenantenne, die auf Astra gerichtet ist. Da kann ich Radio Prag über WRN Deutsch hören. Es ist schön, die vertrauten Stimmen zu hören, aber über Satellit ist es kein DXen. Deshalb wäre es müßig, einen Empfangsbericht zu schreiben.“

Foto: ilker, Stock.xchng
Es würde uns trotzdem freuen, wenn Sie sich ab und zu bei uns melden, Herr Zieger. Bei den Empfangsberichten geht es zwar nicht mehr so sehr um die Informationen technischen Charakters wie früher, aber weiter ist für uns von Bedeutung, mit unseren Hörerinnen und Hörern in Kontakt zu stehen. Übrigens verschicken wir auch immer noch QSL-Karten. Schreiben Sie uns also weiter – dieser Aufruf gilt für alle Hörerinnen und Hörer sowie Internet-Benutzer. Unsere Adresse lautet: Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Per E-Mail erreichen Sie uns unter: deutsch@radio.cz. Machen Sie es gut, und auf Wiederhören in zwei Wochen!