Wirtschaftswachstum verlangsamt

Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (Quelle: CTK)

Auch wenn das Wirtschaftswachstum in der Tschechischen Republik über dem der meisten EU-Mitgliedsstaaten liegt, so rangiert man unter den Kandidatenländern nach den neuesten Wirtschaftsergebnissen an letzter Stelle. Und wie die Wirtschaftsexperten am Donnerstag feststellten, scheint die Rezession im Westen nun auch auf Tschechien überzugreifen. Olaf Barth berichtet.

Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (Quelle: CTK)
Die aktuellen Zahlen, die das Tschechische Statistische Amt am Donnerstag veröffentlichte, belegen, dass die Wirtschaft hierzulande nicht so schnell wächst, wie von Ökonomen und Politikern einhellig prognostiziert.

Das Wachstumstempo des Bruttoinlandsproduktes hat sich nämlich im ersten Quartal auf 2,5% verlangsamt. Das ist das schlechteste Ergebnis seit 1999 und seit dem Spitzenwert von 3,9% im 2. Vierteljahr 2001 ist das Wachstum alle drei Monate dürftiger ausgefallen. Die Realität blieb dementsprechend diesmal um bis zu 1,5 % hinter den Erwartungen der "Wirtschaftsweisen" zurück. Und nach deren Prognosen richtete sich auch das Finanzministerium - bei seiner Haushaltsplanung ging es von einem Wachstum von 3,8% aus. Im ersten Vierteljahr entstand somit also eine erhebliche Kluft und das scheint sich auch so schnell nicht ändern zu wollen, wie Ivo Nejdl, Chefökonom der Raiffeisenbank konstatiert:

"Wir erwarten für das 2. und 3. Quartal beim Bruttoinlandsprodukt keinen ausgeprägteren Zuwachs als im ersten Vierteljahr. Zu einem Anstieg um 3,5 % sollte es nach unseren Schätzungen erst im 4. Quartal dieses Jahres kommen."

Und das könnte möglicherweise noch optimistisch sein, schätzt doch die Chefin des Tschechischen Statistischen Amtes, Marie Bohata, die Wachstumsquote werde im nächsten Quartal - wenn auch nur leicht - so doch erneut zurückgehen.

Die weitere Entwicklung wird sich aber vor allem auch nach der Situation in Westeuropa richten, denn dort findet man die Haupthandelspartner Tschechiens. Allerdings darf laut Bohata gehofft werden: Der Außenhandel nehme unvermindert zu, deshalb erwarte sie, dass sich dies gegen Ende des Jahres auch auf das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes günstig auswirken werde.

Autor: Olaf Barth
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