Wochenschau

Ministerpräsident Vladimír Spidla (Foto: CTK)

Der tschechische Ministerpräsident Vladimír Spidla will seinen Rücktritt als Regierungschef einreichen, falls ihm seine sozialdemokratischen Parteikollegen nicht das Vertrauen aussprechen. Das war das wesentliche Ergebnis der vierstündigen Verhandlungen der Chefs der tschechischen Koalitionsparteien am Montag in Prag.

Ministerpräsident Vladimír Spidla (Foto: CTK)
Der tschechische Ministerpräsident Vladimír Spidla will seinen Rücktritt als Regierungschef einreichen, falls ihm seine sozialdemokratischen Parteikollegen nicht das Vertrauen aussprechen. Das war das wesentliche Ergebnis der vierstündigen Verhandlungen der Chefs der tschechischen Koalitionsparteien am Montag in Prag. Nach Angaben der Nachrichtenagentur CTK wäre Spidlas Rücktritt zugleich das Ende der sozialliberalen Regierungskoalition, die sich aus Sozialdemokraten, Christdemokraten und der liberalen Freiheitsunion zusammensetzt. Über Spidlas Schicksal als Parteivorsitzender der Sozialdemokraten soll ein Treffen des zentralen Parteiausschusses am Samstag entscheiden. Als Nachfolger wird der stellvertretende Regierungschef und Innenminister Stanislav Gross gehandelt. Spidlas Parteivorsitz und Premierposten waren vergangene Woche ins Wanken geraten, nachdem die Regierungsparteien eine herbe Niederlage bei den Wahlen zum Europaparlament hatten hinnehmen müssen.

90 Milliarden Kronen (ca. 2,8 Milliarden Euro) soll das geplante Defizit des tschechischen Staatshaushalts im Jahr 2005 betragen. Das haben am Montag die Parteichefs der Regierungsparteien beschlossen. Das Haushaltsdefizit läge damit um sechs Milliarden Kronen unter dem Wert für das laufende Jahr.

Der tschechische Staatspräsident Václav Klaus hat am Dienstag in München vor Journalisten erklärt, dass Tschechen und Deutsche miteinander reden müssen. Klaus nahm an einer Konferenz des Münchner ifo-Instituts teil. In seinem Vortrag forderte Klaus die Europäische Union auf, auf ihre supranationalen und gesamteuropäischen Ambitionen zu verzichten und sich für eine ökonomische Liberalisierung einzusetzen.

Der Prager Flughafen Ruzyne hat in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 3,3 Millionen Passagiere abgefertigt. Das sind 38 Prozent mehr als im vergangenen Jahr, teilte der Generaldirektor der Verwaltung der tschechischen Flughäfen Milan Kacur am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Prag mit. Dieses Jahr erwarte man in Ruzyne einen Rekordwert von 9,2 Millionen Reisenden, womit die Kapazität der Abfertigungshalle, die 6,5 Millionen Menschen beträgt, deutlich überschritten wird. Eine Verbesserung der Situation erwarte man erst mit der Eröffnung einer neuen Halle im Jahr 2006, hieß es.

Foto: CTK
Mit drei Siegen in den Vorrundenspielen der Gruppe D hat sich die tschechische Nationalmannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft in Portugal eindrucksvoll für das Viertelfinale qualifiziert. Im abschließenden Gruppenspiel am Mittwoch in Lissabon brachte es dabei sogar eine aus mehreren Reservisten zusammengestellte so genannte B-Auswahl zustande, die Vertretung Deutschlands mit 2:1 zu bezwingen. Dadurch schickte Tschechien den Vize-Weltmeister des Jahres 2002 vorzeitig nach Hause. Im abschließenden vierten Viertelfinalduell trifft die Mannschaft um Kapitän Pavel Nedved nun am Sonntag in Porto auf die Auswahl Dänemarks.

Das Prager Abgeordnetenhaus und der Prager Senat haben am Donnerstag der Entsendung von Soldaten der tschechischen Anti-ABC-Waffen-Einheit zu möglichen operativen Einsätzen der schnellen Eingreiftruppe der NATO für das zweite Halbjahr dieses Jahres zugestimmt. Die tschechische Regierung kann demzufolge nun über den operativen Auslandseinsatz der Militärspezialisten frei entscheiden und muss dem Parlament in diesen Fällen lediglich Bericht erstatten.

Aneta Langerová, foto: CTK
Die Tschechische Nationalbank (CNB) hat am Donnerstag ganz überraschend entschieden, die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte anzuheben. Die Leitzinsen liegen damit seit ihrer Erhöhung am Freitag genau um diese 0,25 Prozentpunkte über dem Niveau der Eurozone.

Die 17-jährige Aneta Langerová aus der mittelböhmischen Kleinstadt Ricany ist Tschechiens erster "Superstar". 79 Prozent der Anrufer entschieden sich am vergangenen Sonntag im Finale der Fernsehsendung der privaten Anstalt TV Nova für Langerová. Alle zehn Finalisten trafen sich zu einem gemeinsamen Konzert am Donnerstag und am Freitag in der Prager Sazka Arena. Im Oktober ist eine Konzerttournee durch acht tschechische Städte geplant.