Zahl der aufgeschobenen Einschulungen geht in Tschechien zurück

Experten kritisieren seit langem, dass in Tschechien zu viele Kinder später als eigentlich vorgesehen eingeschult werden. Die Zahlen gehen nur langsam zurück.

Einschulung in die erste Klasse der Grundschulen | Illustrationsfoto: Filip Jandourek,  Tschechischer Rundfunk

24 Prozent aller damals sechsjährigen Kinder in Tschechien kamen im September 2021 noch nicht in die Schule, sondern zumeist erst ein Jahr später. Im vergangenen Jahr hatte sich dieser Anteil schon auf 20,5 Prozent verringert. Ein Aufschub der Einschulung betrifft hierzulande häufiger Jungen als Mädchen. Im Schuljahr 2024/2025 wurde er bei 26 Prozent der sechsjährigen Jungen und bei 14,7 Prozent der gleichaltrigen Mädchen durchgesetzt. Diese Zahlen präsentierte das tschechische Statistikamt (ČSÚ) am Donnerstag.

Die Fälle der aufgeschobenen Einschulungen nahmen hierzulande während der Corona-Pandemie zu. Damals hätten nachweislich mehr Eltern Bedenken gehabt, ihr Kind sei nicht ausreichend auf den Schulbesuch vorbereitet, erläuterte ČSÚ-Mitarbeiterin Vendula Kašparová vor der Presse. Seit 2022 sinke der Anteil der später eingeschulten Kinder aber kontinuierlich.

Dieser Trend soll durch eine Gesetzesnovelle noch unterstützt werden. Sie verschärft die Bedingungen für einen Einschulungsaufschub und gilt ab kommendes Jahr. Dann müssen ernsthafte gesundheitliche Probleme körperlicher oder psychischer Natur beim Kind nachgewiesen werden, um es vorläufig von der Schulpflicht zu befreien. Dem Antrag um einen Aufschub muss ein ärztliches Attest beigefügt werden sowie die entsprechende Empfehlung einer schulischen Beratungsstelle.

Autor: Daniela Honigmann | Quelle: ČTK
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