„Achtung Staatsgrenze!“: Tschechisch-österreichische Erfahrungen am Eisernen Vorhang

Foto: Offizielle Facebook-Seite der Ausstellung

2014 jährt sich der Fall des Eisernen Vorhangs zum 25. Mal. Entlang der innerdeutschen Grenze gab es zahlreiche Opfer. Weitaus mehr Menschen kamen an der Grenze zwischen der kommunistischen Tschechoslowakei und Österreich um. In der Ausstellung ‚Achtung Staatsgrenze – Pozor státní hranice!‘ wird die Grenzgeschichte aus der Sicht der Bewohner erzählt.

Foto: Offizielle Facebook-Seite der Ausstellung
Seit Mai dieses Jahres ist die Wanderausstellung „Achtung Staatsgrenze!“ an verschiedenen Orten entlang der tschechisch-österreichischen Grenze zu sehen. Sie besteht aus 16 großflächigen Bildtafeln, die im Freien aufgestellt werden. Auf den Tafeln erfährt der Besucher anhand persönlicher Erlebnisberichte und Portraits der Bewohner mehr über die Grenzgeschichte. Alex Halada ist Fotograf und Initiator der Schau:

„In der Ausstellung wird in den Statements zurück- und vorausgeschaut, aber auch die gegenwärtige Situation betrachtet. Es äußern sich beispielsweise die Bürgermeister der Grenzgemeinden, die zum Teil selbst den Umsturz im Wendejahr miterlebt haben. Die Jugendlichen, die im Jahr 1989 geboren sind, haben wir gebeten für die Ausstellung, ihre Wünsche für die Region festzuhalten.“

Alex Halada (2. von links). Foto: Offizielle Facebook-Seite der Ausstellung
Anhand dieser subjektiven Schilderungen der Grenzbewohner möchte Halada die Veränderungen der Regionen entlang der Grenze und deren Perspektive zeigen. Inhaltlich wurde der Fotograf vom Ludwig-Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung in Graz unterstützt. Die Einrichtung übernahm die zeitgeschichtliche Dokumentation der Schau.

„Das Institut arbeitete die gesellschaftlichen Umrisse bis zum Jahr 1989 auf und bietet dabei einige Erklärungen und Beschreibungen zur damaligen Grenzsituation. Denn die ehemalige österreichisch-tschechoslowakische Grenze galt als die eigentliche Todesgrenze des Ostens“, so Halada.

Foto: Offizielle Facebook-Seite der Ausstellung
Die Idee zum Projekt kam dem seit Jahren in Wien lebenden Künstler aufgrund seiner eigenen Grenzerfahrungen:

„Da ich in Brünn geboren wurde, bin ich oft in Berührung mit der Grenze gekommen. Dabei habe ich immer wieder festgestellt, dass der Zusammenhalt der Regionen nicht sehr groß ist. Man ist zwar bemüht, den Nachbarn zu tolerieren. Auf politischer Ebene beispielsweise funktioniert dies gut. Doch im Alltag gibt es immer wieder Probleme und Situationen, die zeigen, dass das Zusammenleben nicht gelingt. Die Verbesserung des sozialen Klimas an der tschechisch-österreichischen Grenze war der ausschlaggebende Punkt für diese Ausstellung.“

Foto: Offizielle Facebook-Seite der Ausstellung
Seit dem 4. Juli 2014 ist die Freilichtausstellung nach den österreichischen Grenzorten nun auch in Tschechien zu sehen. Aktuell und bis zum 24. Juli kann sie in Čížov besucht werden. Weitere Stationen der Exposition sind dann in Niederösterreich, bis Ende Oktober unter anderem Mitterretzbach und Poysdorff.