Auch nach kriegerischen Auseinandersetzungen müssen Menschen weiter zusammenleben …

Foto: Anna Langova, PublicDomainPictures.net

Erneut sind zwei Wochen vergangen und das heißt: Es ist Zeit für eine weitere Ausgabe unseres Hörerforums.

Willkommen zum Hörerforum, liebe Hörerinnen und Hörer von Radio Prag. Ausnahmsweise schon einen Tag vor dem Beginn des neuen Monats möchten wir unsere Quiz-Frage veröffentlichen. In der Sendung in zwei Wochen wäre dies bereits sehr spät, und sie hätten wenig Zeit zur Verfügung, um nach der richtigen Antwort zu suchen. Also die Frage für den Oktober:

Vor 30 Jahren erhielt erstmals ein tschechischer Schriftsteller den Nobelpreis für Literatur. Wie hieß dieser Schriftsteller?

Schicken Sie uns den Namen an: cr@radio.cz

Die richtige Antwort auf das September-Quiz und den Gewinner können wir heute natürlich noch nicht bekannt geben.

Foto: Anna Langova, PublicDomainPictures.net
In den folgenden Minuten wollen wir in Ihrer Post blättern. Dabei beginnen wir mit der Frage, die uns von Heikki Lakkala aus Finnland geschickt wurde:

„Hallo Freunde, wenn mir eine Sendung gefällt und ich etwas darüber schreibe, sind diese Kommentare von mir und anderen dann irgendwo zu lesen?“

Eben für die Kommentare, Fragen und Anmerkungen unserer Hörerinnen und Hörer ist unsere Sendereihe Hörerforum bestimmt. Sie wird auf unserer Webseite in Ton und Schrift veröffentlicht, so dass man dort die Kommentare auch lesen kann. Natürlich freuen wir uns sehr, wenn viele aufschlussreiche Zuschriften und Anmerkungen in unserem Briefkasten landen. Umso interessanter und bunter kann auch die Hörerpostsendung gestaltet werden. Ein Beispiel ist die folgende Zuschrift von Joachim Pellin aus Lübz:

‚Kampfgebiet‘ in der Ostukraine (Foto: ČTK)
„Hallo, heute wieder ein Empfangsbericht von mir. In der Serie der QSL-Karten zum Jahr 2014 fehlen mir ja noch einige. In der heutigen Sendung war ich erstaunt, dass sich tschechische Reporter im ‚Kampfgebiet‘ in der Westukraine aufhalten. Wie im Beitrag zur Sprache kam, gibt es dort im Moment keine richtige Ordnungsmacht. Ich hoffe nur, dass der Waffenstillstand hält und die Menschen zur Ruhe kommen, der Wiederaufbau wird mühselig genug werden. Ich habe es schon einmal geschrieben: Auch nach den kriegerischen Auseinandersetzungen müssen die Menschen weiter zusammenleben. Ich glaube, bis dieses ‚Normale‘ wieder möglich sein wird, wird es lange dauern. Ich wünsche dem Reporter, dass er nach seiner wichtigen Arbeit heil und gesund nach Hause kommt.“

Vom IS kontrollierte Gebiete in Syrien und im Irak (dunkelgrau). Quelle: Haghal Jagul, Wikimedia CC0 1.0
In Europa beschäftigen die Menschen zurzeit ganz besonders die internationale Politik und die internationalen Beziehungen - ob es nun die Ukraine ist oder etwa der Irak. Ralf Urbanczyk aus Eisleben verweist in diesem Zusammenhang auf einen weiteren Aspekt:

„Dass die Tschechische Republik Unterstützung für den Kampf gegen die Terrorbanden des ‚Islamischen Staates‘ (IS) zugesagt hat, finde ich schon richtig. Doch stört mich eine Sache an der Konferenz in Paris ganz gewaltig: Warum wird eine solche Konferenz nicht unter dem Dach der Uno abgehalten? Sind wir schon wieder so weit wie vor 80 Jahren, als der damalige Völkerbund in der Bedeutungslosigkeit versank, weil die damaligen Großmächte ihn ignorierten und ein international abgestimmtes Vorgehen gegen Terrorstaaten nicht mehr für nötig hielten? Mir macht diese Ignoranz gegenüber internationalen Gremien, wie sie die Konferenz in Paris gezeigt hat, viel mehr Sorgen als der ‚Islamische Staat‘.“

Marktplatz in Cheb (Foto: Archiv Radio Prag)
Dieter Feltes aus Pyrbaum hat uns seine Reise nach Westböhmen geschildert und auch eine Frage gestellt:

„Vielen Dank wieder für die interessanten Themen, die auf Ihren Internetseiten behandelt wurden. Viel Neues habe ich dabei erfahren, was in unseren Medien nicht verbreitet wurde. In der vergangenen Woche sind wir nach Cheb gefahren und haben uns dort den Marktplatz angesehen. Dieser wurde in den letzten Jahren sehr schön gestaltet. Ich habe auch festgestellt, dass die Straße nach Marienbad teilweise erneuert wurde. Die Fahrt ging über Tachov und Planá weiter nach Rozvadov und dann zurück nach Deutschland. Es war eine landschaftlich schöne Fahrt. Wie ich aus Ihrer Mitteilung im Internet erfahre, wird in der Tschechischen Republik der Hopfenanbau ausgeweitet. Dies steht im Gegensatz zu unseren Hopfengebieten, wo der Anbau immer mehr eingeschränkt wird. Wird der Hopfen bei Ihnen biologisch angebaut, also ohne chemische Bearbeitung? Bei mir in der Nähe verwendet eine Brauerei (Lammsbrauerei Neumarkt) nur biologisch angebaute Produkte.“

Brauerei Žatec (Foto: Alexej Ponomarjow)
Die ökologische Landwirtschaft gewinnt in den letzten Jahren auch in Tschechien an Popularität. Beim Hopfenanbau ist der biologische Weg hierzulande eher noch eine Neuigkeit, er wird erst seit 2009 ausprobiert. Eigentlich kam es bereits in den 1980er Jahren zu den ersten Versuchen, damals bestand aber kein Interesse der Brauereien am Bio-Hopfen, sodass der Anbau damals recht schnell wieder gestoppt wurde. Das erste Bio-Bier wurde erst vor zwei Jahren hierzulande gebraut, konkret zu Weihnachten 2012, und zwar in Žatec / Saaz. Gerade im Saazer Gebiet gibt es auch die meisten Bio-Hopfenbauern: Es sind etwa zehn. Die Anbaufläche lag in jenem Jahr 2012 bei rund elf Hektar. Anstatt mit Pestiziden wird der Bio-Hopfen mit einem Algenextrakt behandelt, gegen die Blattlaus hilft ein Extrakt aus dem tropischen Holzgewächs Quassia und gegen die Spinnmilbe wird eine andere Milbe eingesetzt, die diese tötet. Die Kosten beim biologischen Anbau sind wesentlich höher als bei der chemischen Behandlung. Das spiegelt sich auch im Preis des Biers wider. Die Hersteller von Bio-Bieren sehen vor allem im Export ihre Chance, wobei Deutschland als eines der wichtigsten Zielländer gilt. Dort sind allerdings die Bedingungen, die ein Lebensmittel mit der Marke biologische Qualität erfüllen muss, noch strenger als anderswo in der EU.

Foto: Sanja Gjenero, Free Images
Soweit unsere Antwort für Dieter Feltes. Unsere Hörerin Ingrid Flach aus Potsdam hat einige Erinnerungen für uns zusammengefasst:

„Im Hörerforum vom 2. September war für mich sehr interessant, wie viele Hörer – wie ich – auch die Zeiten des Prager Frühlings am Radio verfolgt haben. Ich höre Radio Prag schon seit den 1960er Jahren, allerdings mit einer langjährigen Unterbrechung, die durch Familie und Berufstätigkeit bedingt war. Ich konnte nie zur rechten Zeit am Radio sein. Da ist es doch im Zeitalter des Internets wesentlich bequemer, verpasste Sendungen zu hören. Ich erinnere mich, dass es damals auch eine Sendung für Philatelisten gab. Ein paar Mal habe ich bei dem dazugehörigen Gewinnspiel mitgemacht und wunderschöne Briefmarkensätze gewonnen. Aber aus zollrechtlichen Gründen wurde diese Gewinnvergabe recht schnell wieder eingestellt.“

RTI-Hörerklub Ottenau (Foto: Archiv Radio Taiwan International)
Soweit Ingrid Flach. Im Folgenden möchten wir der Bitte von Bernd Seiser aus Ottenau entgegenkommen und seine Information über den nächsten Contest bekanntgeben, den sein Hörerklub organisiert. Herr Seiser schreibt:

„Am 10. Oktober 1986 begann die Ausstrahlung deutscher Sendungen der Stimme des Freien China, danach als Radio Taipeh International und heute mit der Bezeichnung Radio Taiwan International auf Sendung. Wie jedes Jahr zu diesem Anlass veranstaltet der RTI-Hörerklub Ottenau eine Diplomaktion für alle interessierten Kurzwellenhörer. Partnerstation ist diesmal Radio Tirana, das vor nunmehr 50 Jahren, genau am 22. November 1964, mit regelmäßigen Sendungen in Deutsch begann. Einzusenden ist jeweils ein Empfangsbericht über Sendungen beider Stationen über Kurzwelle, der Contest-Zeitraum liegt von 3. bis 18. Oktober 2014.“

Foto: Petr Kratochvil, PublicDomainPictures.net
Herr Seiser informiert weiter, was bei den beiden Sendern zu hören ist, und bietet seine Kontaktangaben:

„Das gewohnte elektronische E-Mail-Diplom gibt es kostenlos gegen die Einsendung der Contestberichte an die Adresse: bernhard.seiser@daimler.com.“

Und mit diesem Tipp möchten wir uns für heute verabschieden. Bitte schreiben Sie uns auch weiterhin. Unsere Adresse lautet: Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Und für die elektronische Post: deutsch@radio.cz. Alles Gute und auf Wiederhören in zwei Wochen!