Auftaktspiel der Conference League: Beide tschechischen Fußballvereine spielen unentschieden

Mit einer Punkteteilung endeten die beiden Auftaktspiele der tschechischen Fußballvereine am Donnerstag in der Conference League.

Peter Olayinka - SK Slavia Praha | Foto: Francisco Seco,  ČTK/AP

Der tschechische Vizemeister Slavia Prag kam in der Fußball-Conference-League eigentlich gut in sein Spiel beim türkischen Verein Sivasspor.

„Er schießt ein Tor, aber was für ein Tor, und das gleich in der vierten Minute“, jubelte der Fernsehreporter. Der gelobte Torschütze war Stürmer Peter Olayinka. Nicht nur er, aber auch andere Slavia-Spieler hatten in den ersten 20 Minuten weitere Tor-Chancen, doch sie nutzten diese nicht. Der Ausgleichstreffer in der 26. Minute kam daher wie eine kalte Dusche für die Prager. Und am Resultat von 1:1 änderte sich bis zum Abpfiff nichts mehr. Dabei vergab Mittelfeldspieler Lukáš Provod sogar einen Strafstoß. Slavia-Trainer Jindřich Trpišovský war nach dem Spiel enttäuscht:

„Das Einzige, was ich positiv bewerte, ist der Umstand, dass man ein derartiges Spiel auch verlieren kann. Es ist der erste Punkt aus dem ersten Spiel in der Conference League für uns. Die Leistung der Spieler hat mich jedoch enttäuscht. Außer der Leistung von David Douděra und Peter Olayinka gibt es kaum etwas an dem Spiel, mit dem ich zufrieden bin und das dem Niveau entspricht, auf dem wir spielen wollen.“

Stanislav Tecl - SK Slavia Praha | Foto: Francisco Seco,  ČTK/AP

Nur die beiden genannten Spieler haben sich dem Trainer zufolge in der internationalen Konkurrenz bewährt. Peter Olayinka ist dank dem Treffer gegen Sivasspor zum erfolgreichsten Torschützen von Slavia Prag in den europäischen Fußballwettbewerben geworden. Mittelfeldspieler David Douděra, den der Trainer gelobt hat, war sehr kritisch. In den Inlandssendungen des Tschechischen Rundfunks sagte er:

„Für mich ist es sehr schwer, das Spiel zu kommentieren. Ich bin furchtbar enttäuscht. Wir hätten gewinnen müssen, haben dies aber nicht geschafft. Wir haben schreckliche Fehler gemacht. Mehrere Torchancen haben wir nicht genutzt. Jetzt müssen wir in unserem Gewissen forschen.“

Dies gilt vermutlich vor allem für drei Slavia-Spieler: Taras Katscharaba, Ibrahim Traoré und Matěj Jurásek. Alle drei tauschte Trainer Trpišovský schon in der Halbzeitpause aus. Er merkte an:

Milan Petržela  (1. FC Slovácko - FK Partizan) | Foto: Patrik Uhlíř,  ČTK

„Unsere Leistung verschlechterte sich ungefähr ab der 20. Spielminute rasant. Ich würde fast sagen, dass einige Spieler wohl nur einen Ausflug in die Türkei gemacht haben. Wir haben dem Gegner allzu viel Raum geboten.“

Im nächsten Spiel der Conference League trifft Slavia Prag am Donnerstag kommender Woche im eigenen Stadion auf den kosovarischen Verein FC Balkani.

Einen sehr wilden Spielverlauf erlebte in der Conference-League der 1. FC Slovácko, der in Uherské Hradiště gegen Partisan Belgrad spielte. Schon in der 22. Spielminute führten die Mähren mit 2:0. Slovácko-Trainer Martin Svědík sagte dazu:

„In der ersten Halbzeit haben wir wirklich super gespielt. Wir hatten noch weitere Torchancen.“

Martin Svědík - 1. FC Slovácko Trainer   | Foto: Luděk Peřina,  ČTK

In der zweiten Halbzeit kam es jedoch zu einem Kollaps. Zwischen der 47. und 62. Minute kassierte Slovácko drei Tore, obwohl die Belgrader wegen einer roten Karte nur noch mit zehn Mann auf dem Platz waren. Den Spielern von Slovácko gelang jedoch durch Libor Kozák in der 83. Minute der Ausgleich. Trainer Svědík sieht jedoch keinen Grund, um zu jubeln. Am kommenden Donnerstag spielt Slovácko beim 1. FC Köln. Der Bundesligaclub trennte sich in seinem ersten Spiel 1:1 unentschieden von Nizza.

Autoren: Martina Schneibergová , Petr Tomáš , David Nekvinda
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