Aus dem Riesengebirge nach Amazonien: In Trutnov wird an Kartograf Samuel Fritz erinnert

Samuel Fritz
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Der Jesuitenpater Samuel Fritz (1654–1725) ist vor allem als hervorragender Kartograf berühmt geworden. In seiner Geburtsstadt Trutnov wird anlässlich seines 300. Todestags mit mehreren Veranstaltungen an den namhaften Forscher und Missionar erinnert. Am vergangenen Freitag wurde eine Vortragsreihe eröffnet.

Samuel Fritz | Foto: Martina Schneibergová,  Radio Prague International

Ein Requiem für Samuel Fritz wurde am vergangenen Freitag in der Mariä-Geburt-Kirche in Trutnov zelebriert. Zuvor wurde im Neuen Rathaus feierlich eine Vortragsreihe eröffnet. Die Bewohner der Geburtsstadt des namhaften Kartografen, die auf Deutsch Trautenau heißt, können dabei mehr über den Missionar und Forscher sowie seine Zeit erfahren.

Samuel Fritz hat als erster den Amazonas mit seinen Zuflüssen beschrieben. Er war einer der Jesuiten, die im 18. Jahrhundert nach Übersee entsandt wurden, um mit dortigen Indianern zu arbeiten. Wie aus den historischen Dokumenten hervorgeht, verteidigte Fritz die Rechte der Amazonas-Indianer. Im Amazonas-Gebiet verbrachte der Jesuitenpater fast 40 Jahre. Er starb am 20. März 1725 in Jéberos, das damals zum Vizekönigreich Peru gehörte.

An den 300. Todestag erinnerte in seiner Rede auch der Bürgermeister von Trutnov, Michal Rosa (Bürgerdemokraten). Er eröffnete die Veranstaltungsreihe zu Samuel Fritz und merkte dabei an:

„Die Lebensgeschichte von Samuel Fritz scheint einer Abenteuergeschichte zu gleichen. Wenn wir das so sehen würden, ist daran bemerkenswert, dass der Held aus keinem Seefahrervolk, sondern aus einer Kleinstadt im Herzen Europas stammte. Wenn wir uns mit dem Schicksal von Fritz näher befassen, erkennen wir, dass er nicht nach Abenteuern suchte, sondern dass es ihm um viel mehr ging. Und dies kann auch in der heutigen Welt inspirierend sein. Ich denke an seine Entschlossenheit, Hindernisse zu überwinden, die fast an Selbstaufopferung grenzte.“

Die Stadt erinnert gemeinsam mit der dortigen römisch-katholischen Erzdekanei an den 300. Todestag von Samuel Fritz. Lukáš Janda von der Pfarrei in Trutnov ist einer der Initiatoren. Er sagte gegenüber Radio Prag International:

Quelle: Stadt Trutnov

„Die Gedenkveranstaltungen umfassen nicht nur Vorträge und Diskussionen, sondern auch einen Gottesdienst und Konzerte. Bei den Konzerten erklingt auch Musik, die damals beim Wirken der Missionare unter den Indianern eine wichtige Rolle gespielt hat.“

Er und seine Kollegen hätten sich bemüht, ein möglichst buntes Programm zusammenzustellen, um die Persönlichkeit von Samuel Fritz im Kontext seiner Zeit vorzustellen, so Janda:

„Die Vorträge betreffen sein Leben sowie seine Missionstätigkeit. Sie beleuchten zudem sein Werk im Bereich der Kartografie und Geografie. Ein weiteres Thema ist die Musik der damaligen Zeit. Wir werden uns auch damit befassen, wie es heutzutage im Amazonas-Gebiet, im Urwald unter den Indianern, aussieht. Im Fokus eines weiteren Vortrags steht zudem das Trutnov der Zeit, als Fritz hier aufwuchs, sowie die Suche nach seiner Motivation.“

Aus der Ausstellung über Samuel Fritz | Foto: Martina Schneibergová,  Radio Prague International

Im ersten Vortrag der Reihe ging der Jesuitenpater Petr Havlíček am vergangenen Freitag auf das Leben und das Werk von Fritz ein. Er erläuterte unter anderem die Umstände, unter denen Fritz und sein Freund Heinrich Richter für die Missionsreise ausgewählt worden sind. Anhand von Aufzeichnungen von Fritz beschrieb er die jahrzehntelange Tätigkeit des Jesuitenpaters unter den Völkern am Fluss Marañón.

In Trutnov wurde eine Straße nach dem namhaften Kartografen benannt. Zudem erinnert eine Gedenktafel am Gebäude der Stadtbibliothek an Fritz.

Im Neuen Rathaus von Trutnov wird eine Ausstellung über Samuel Fritz gezeigt. Sie ist bis Ende Mai in der Eingangshalle zu sehen. Mehr über die Veranstaltungen zum 300. Todestag von Samuel Fritz erfahren Sie unter www.farnosttrutnov.cz/prehled-akci.