Böhmische und Sächsische Schweiz wollen touristisch weiter zusammenwachsen

Basteibrücke in der Sächsischen Schweiz (Foto: Zdeněk Patzelt, Archiv České Švýcarsko o. p. s.)

Wer zwischen Dresden und Děčín / Tetschen mit dem Zug fährt, hat diese Felsenwelt schon gesehen: das Elbsandsteingebirge, auf beiden Seiten der Grenze naturgeschützt. Aber nicht nur das: Als Ferienregion wird dieses Mittelgebirge auch gemeinsam vermarktet. In Prag haben nun die Tourismusverbände aus der Böhmischen und aus der Sächsischen Schweiz beschlossen, ihre Kooperation weiter auszubauen.

Basteibrücke in der Sächsischen Schweiz (Foto: Zdeněk Patzelt, Archiv České Švýcarsko o. p. s.)
In einem Videofilm präsentiert sich die gemeinsame Tourismusregion mit den Worten:

„Mitten im Zentrum Europas, zwischen den alten Städten Prag und Dresden mit ihren berühmten Sandsteinbauten, befindet sich die Wiege dieser steinernen Zeugen der menschlichen Gestaltungskunst: die Sächsisch-Böhmische Schweiz.“

Gezeigt werden nicht nur die Natur in den Nationalparks beiderseits der Grenze, die Felsformationen wie das berühmte Prebischtor, sondern auch Kulturdenkmäler und handwerkliche Tradition.

Auch das ist entstanden aus der Zusammenarbeit der Tourismusverbände, die 2005 begonnen hat. Der Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig (CDU) leitet den Verband in der Sächsischen Schweiz:

Klaus Brähmig (Foto: Sven Teschke, CC BY-SA 3.0 DE)
„Allein dass wir uns vor zehn Jahren auf einen gemeinsamen Weg gemacht haben, also im Sinne des Wanderers, der versucht den Zweitausender, den Dreitausender, den Viertausender zu erklimmen, ist schon ein Akt. In Deutschland gibt es nicht so viele Regionen, die solch eine grenzüberschreitende Arbeit machen. Und auch nicht in Westeuropa, in Belgien oder Frankreich.“

Wichtiger Meilenstein auf dem Weg wurde die Entwicklung der gemeinsamen Marke „Sächsisch-Böhmische Schweiz“. Und diese Zusammenarbeit soll weiter vertieft werden. Das haben beide Seiten bei Gesprächen in der Deutschen Botschaft in Prag am Montag vereinbart. Für das entsprechende Projekt wurden Gelder aus europäischen Fonds beantragt. Insgesamt zwei Millionen Euro sollen es sein. Zbyněk Linhart ist tschechischer Senator und Verwaltungsratsvorsitzender der gemeinnützigen Gesellschaft „Böhmische Schweiz“:

„Das Projekt zielt mit mehr als der Hälfte der Fördersumme auf das gemeinsame Marketing. Mittlerweile präsentieren wir uns stärker im Internet und in den Social Media, als dass wir gemeinsame Flyer und Broschüren herausgeben und auf Tourismusmessen fahren.“

Der tschechische Teil, also die Böhmische Schweiz, liegt aber immer noch etwas im Schatten der deutschen Nachbarregion: Dorthin kommen jährlich rund 1,5 Millionen Besucher, in der Sächsischen Schweiz sind es doppelt so viele. Dringend müsse daher die Infrastruktur in Nordböhmen ausgebaut werden, sagt Senator Linhart. Das sei aber vorrangig eine Aufgabe des Staates und nicht der Gemeinden und des Kreises.

Autor: Till Janzer
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