„Čestmír“ ist in Kiew gelandet: Tschechen spenden Millionensumme für Militärhubschrauber
Der Spendeninitiative Dárek pro Putina ist ein weiteres Hilfsprojekt gelungen: In der Nähe von Kiew ist ein Militärhubschrauber für die ukrainische Armee übergeben worden – finanziert von Privatpersonen.
Die Spendeninitiative Dárek pro Putina unterstützt die ukrainische Armee seit Mai 2022 bei der Verteidigung gegen die russische Aggression. Gesammelt werden Finanzmittel für die Anschaffung von Ausrüstung und Munition. Mittlerweile sind schon über eine Milliarde Kronen (40 Millionen Euro) von Privatpersonen zusammengekommen.
Eine besondere Kampagne fand nun am Dienstag ihren Abschluss. Denn in der Nähe von Kiew wurde den ukrainischen Streitkräften ein Black-Hawk-Militärhubschrauber übergeben. Martin Ondráček ist einer der Organisatoren von Dárek pro Putina. Der Reporterin des Tschechischen Rundfunks sagte er vor Ort:
„Der Hubschrauber hat drei Millionen US-Dollar gekostet, die Sammlung lief 474 Tage lang. Um die Maschine in die Ukraine zu bringen, waren Dutzende Kilogramm Dokumente und mehrere Monate Vorbereitung nötig. Aber nun ist sie hier, und das ist wichtig.“
Die Spendensammlung für den Hubschrauber war im November 2023 gestartet worden. Allein am ersten Tag kamen über drei Millionen Kronen (120.000 Euro) zusammen. Wie Jan Polák von Dárek pro Putina berichtet, sei die Aktion allerdings anders als geplant verlaufen.
„Wir hatten zunächst einen Black Hawk in Europa ausfindig gemacht. Er sollte vier Millionen Euro kosten und war rund zehn Jahre älter. Dieses Modell stammt nun nicht aus Europa, mit drei Millionen Dollar war es aber deutlich billiger und ist zudem jünger. Wir haben den Tipp vom ukrainischen Nachrichtendienst bekommen, mit dem wir eng zusammenarbeiten.“
An der Spendensammlung für das Fluggerät, das auf den Namen „Čestmír“ getauft wurde, beteiligten sich schließlich über 20.000 Menschen in Tschechien und der Slowakei. Nachdem die nötige Summe zusammengetragen war, übergab Tschechiens Präsident Petr Pavel die Maschine im März dieses Jahres in Kiew bereits symbolisch seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj. Der Black-Hawk-Helikopter wurde in den USA auseinandergebaut, in Container verladen und auf dem Seeweg nach Europa gebracht. Entgegengenommen wurde er am Dienstag vom ukrainischen Militärnachrichtendienst HUR.
Der Hubschrauber soll nun vor allem verwendet werden, um eine größere Anzahl Soldaten treffsicher an einem bestimmten Ort abzusetzen. „Er wird aber auch für humanitäre Missionen genutzt und um Soldaten aus brenzligen Situationen herauszuholen“, sagt Jan Polák.
Laut der Initiative Dárek pro Putina ist die Spendenbereitschaft der Tschechen für Waffen, Munition und medizinisches Material für die Ukraine weiterhin ungebrochen. Vor allem nach dem Eklat im Weißen Haus im Februar dieses Jahres gingen zahlreiche Spenden von Privatpersonen ein, sodass schlussendlich auch die Black-Hawk-Kampagne beendet werden konnte, die zuvor ins Stocken geraten war.
Dárek pro Putina arbeitet eng mit dem tschechischen Verteidigungsministerium, der ukrainischen Botschaft in Prag sowie den Streitkräften des angegriffenen Landes zusammen. Neben dem Hubschrauber wurden bereits ein Raketenwerfer mit dem Namen „Přemysl“, ein Minenräumroboter mit dem Namen „Božena“ und der T-72-Panzer „Tomáš“ in die Ukraine geliefert. Derzeit laufen etwa Kampagnen für die Anschaffung von Kampfdrohnen und von Ausbildungsflugzeugen.
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