DAAD: Tor nach Deutschland für Studierende und Forscher aus Tschechien

Foto: Griszka Niewiadomski, Stock.xchng

Das neue Schuljahr an den Grund- und Mittelschulen in Tschechien ist eine Woche alt, und auch die Studenten rüsten schon für den nächsten Studiengang. Nicht wenige von ihnen planen dabei Studien- und Forschungsaufenthalte im Ausland. Sollte sich der Aufenthalt dabei in Deutschland abspielen, so hilft der Deutsche Akademische Austauschdienst (kurz DAAD) in jeder Hinsicht.

Foto: Griszka Niewiadomski, Stock.xchng
Eine Kürzel, die das Tor nach Deutschland öffnet: der DAAD. Die Abkürzung bezeichnet eine gemeinnützige Organisation, die den Wissensaustausch Deutschlands mit anderen Ländern fördert. Es ist die weltweit größte Organisation, die Individualstipendien vergibt. 1950 wurde der DAAD wiedergegründet und ist seitdem auch auf tschechischem Boden vertreten. Damals wurden erste Stipendien für Forschungsaufenthalte vergeben. Astrid Winter leitet die DAAD-Zweigstelle in Prag:

„Das hat sich dann im Laufe der Zeit ausgeweitet. Wir bieten im Moment eine Vielfalt an Programmen an, die sich von Studienstipendien für einen zweijährigen Aufenthalt in Deutschland bis zu Forschungsaufenthalten in jeder Länge, das heißt kurze, mittlere und längere bis zu drei Jahren, erstrecken. Ein interessantes Programm sind die Wiedereinladungen für Hochschullehrer, die bereits einmal ein Stipendium hatten. Sie dürfen noch einmal für eine gewisse Zeit nach Deutschland zum Forschen fahren. Dann gibt es ein sehr beliebtes Programm hier in Tschechien, das sind die Kurzaufenthalte, die Hochschulsommerkurse in Deutschland. Man kann einen Deutsch-Kurs an einer deutschen Hochschule besuchen und gleichzeitig Vorlesungen hören.“

Astrid Winter (Foto: Archiv des Instituts für tschechische Literatur)
Die Tätigkeit und Unterstützung funktionieren aber auch in die andere Richtung. Der DAAD fördert die deutsche Sprache und die Germanistik in Tschechien:

„Wir haben in Tschechien das weltweit dichteste Netz an DAAD-Lektoren und -Hochschuldozenten. Wir haben hier derzeit 13 Lektorate, die aber nicht nur deutsche Sprache, sondern auch deutsches Recht und Wirtschaftsdeutsch unterrichten. In der Germanistik haben wir eine Langzeitdozentur, in der Wirtschafts- und Sozialgeschichte auch. Wir sind also vielfältig aufgestellt. Es gibt sehr viele Institutspartnerschaften zwischen Deutschland und Tschechien, die über den DAAD gefördert werden, und etwa 375 Hochschulpartnerschaften zwischen tschechischen und deutschen Universitäten.“

Um ein DAAD-Stipendium zu bekommen, sind Deutschkenntnisse keine Voraussetzung, da deutsche Universitäten auch englischsprachige Studiengänge anbieten. Es lohnt sich allerdings, den Antrag sehr sorgfältig vorzubereiten, denn die Konkurrenz ist groß. Das Auswahlverfahren ist zudem kompliziert und dauert in der Regel ein Dreivierteljahr.

„Nach einer schriftlichen Bewerbung, die in der Regel bis zum 15. November eingegangen sein muss, gibt es ein Auswahlverfahren auf Grund der Qualifikation. Dazu trifft sich eine international besetzte Auswahlkommission in Prag, macht eine Vorauswahl. Diejenigen, die aus dieser Vorauswahl erfolgreich hervorgegangen sind, kommen in die Endauswahl und werden zum persönlichen Gespräch nach Prag eingeladen. Es ist leider nicht so, dass wir jedem gerecht werden können, wie sich denken lässt. Bei den Studienstipendien haben wir leider ein Verhältnis von einem Platz zu acht bis zehn Bewerbern. Bei den Hochschulsommerkursen sieht das Verhältnis etwas besser aus, etwa eins zu drei. Aber auch da können wir natürlich nicht jedem, der sich bewirbt, ein Stipendium anbieten. Andererseits gibt es auch die Möglichkeit, sich wieder zu bewerben. Und viele, die dieses Verfahren einmal durchlaufen haben, werden dann beim zweiten Mal erfolgreich sein.“