Der Bürgermeister von Brüssel, warnende Russen und Chavez
Einmal im Jahr verschwinde ich tief in den Böhmerwald, und verzichte - um offen zu sein teilweise gezwungenermaßen - darauf, wenigstens für einige Tage Nachrichten aus der großen Welt zu verfolgen.
September 2007 in Brüssel stattfinden sollte, wurde vom Brüsseler Bürgermeister verboten - angeblich aus Sicherheitsgründen. Es kann sein, dass es der Mann für politisch unkorrekt hält, wie man heutzutage so schön modern sagt, in der Hochburg der EU der Opfer des Terrorismus zu gedenken. Eines kann mich ein wenig trösten, in Prag wird noch der Opfer des Terrorismus gedacht. Am 11. September wird eine Demonstration gegen Terrorismus stattfinden - auf Initiative von mehr als dreißig Bürgervereinigungen und Organisationen. Von der geplanten Kundgebung habe ich mich sicherheitshalber noch im Internet überzeugt. Seit meiner Rückkehr in die Informationswelt habe ich jedoch fast täglich eine recht unglaublich klingende Nachricht zur Kenntnis nehmen müssen. Wie beispielsweise, dass ausgerechnet am 21. August die Russen wieder mal die Tschechen gewarnt haben - im Unterschied zu den Zeiten vor 39 Jahren vorläufig nur mündlich: Wenn ihr bei euch den US-Radar stationiert, werdet ihr noch Maßnahmen erleben... Fast mit einem Fuß im Zug, der mich in den tiefen unwissenden Böhmerwald entführen soll, erweckte noch eine frische Nachricht meine Aufmerksamkeit. Der venezolanische Präsident Chavez, der seine Freunde mit Vorliebe in den Diktatorenkreisen sucht, ließ verlauten, nachdem er schon einiges in seinem Land geändert habe, wolle er nun auch noch die Zeit ändern. Ob es ihm innerhalb der nächsten Tage gelingen wird, werde ich nicht erfahren, denn ich verlasse wieder vorübergehend die Welt der News.
Die Flucht vor dem aufdringlichen Informationszustrom gelingt an dem abgelegenen Ort auch dank der Tatsache, dass ich mich in einem Ort befinde, wo es weder Strom, noch einen erreichbaren Zeitungskiosk gibt. Ohne News kann man es doch ein paar Tage aushalten, übrigens gilt der Sommer als Gurkensaison. Unmittelbar nach der Rückkehr in die zivilisierte Welt stürze ich mich jedoch immer auf die Zeitungen beziehungsweise Internetseiten, um festzustellen, ob ich während meiner kurzen "Gurkensaison" doch nicht etwas verpasst habe. Aus dem bunten Allerlei von Nachrichten hat mich doch eine fast erschreckt. Die geplante Demonstration mit einer Gedenkminute für die Opfer des Terrorismus, die am 11.







