Der Kampf gegen die Lupinen im Nationalpark Böhmerwald

Foto: Jitka Englová, Archiv des Tschechischen Rundfunks

Gärtner lieben diese Pflanze mit ihren hohen Stauden und den vielen Blüten: Die Vielblättrige Lupine ist aber eine invasive Art. Sie stammt ursprünglich aus dem pazifischen Nordamerika. Und in wertvollen Biotopen in den Mittelgebirgen ist sie mittlerweile zu einem Problem geworden. So wie etwa im Böhmerwald. Dagegen geht eine Initiative des dortigen Nationalparks aber vor.

Vielblättrige Lupine im Nationalpark Böhmerwald (Foto: I. Sáček, Wikimedia Commons, CC0)

Dort, wo sie dicht stehen, muss man sogar mit der Sense ran: Den ganzen Juni über lädt der Nationalpark Böhmerwald zu Freiwilligenaktionen, um die Vielblättrige Lupine zu bekämpfen. Dann wird gejätet, um der ursprünglichen Pflanzenwelt wieder Licht und Luft zu verschaffen. So zum Beispiel nahe Modrava / Mader:

„Wenn wir die Lupinen hier wachsen lassen, dann überdecken sie alles andere – und auch die schönen Orchideen wie diese gehen ein“, sagt Dana Zývalová. Sie leitet das Infozentrum in Kvilda / Außergefild.

Auf den ersten Blick ist auch die Vielblättrige Lupine sehr schön mit ihren lila Blüten. Doch nicht zufällig steht sie in der Schweiz zum Beispiel schon auf der „Schwarzen Liste der Neophyten“. Daniela Steinbachová koordiniert die Freiwilligenaktionen:

„Der erste Eindruck täuscht. Die Lupine ist ein ziemliches Biest. Da sie nicht von hier stammt, hat sie keine natürlichen Feinde. Schon früh im Jahr bildet sie sehr viele Blätter. Damit nimmt sie anderen Pflanzen das Licht weg, so dass diese nicht sprießen. Zudem scheidet sie Alkaloide aus, damit verändert sie den Charakter des Umfelds. Und sie wächst sehr schnell. Deswegen muss man immer wieder an dieselben Orte zurückkommen und sie ausreißen.“

Wichtig ist dabei, dass auch die Schoten mit den Samen wegkommen…

Foto: Jitka Englová, Archiv des Tschechischen Rundfunks

„Denn sie hat eine große Zahl an Samen. Und diese Samen bleiben bis zu zehn Jahre im Boden, wo sie auf den richtigen Moment zum Keimen warten“, erläutert Daniela Steinbachová.

Die Samen bestimmter Lupinenarten kann man aber ganz normal im Gartenfachhandel kaufen. Da müsse noch Aufklärung betrieben werden, findet die Biologin:

„Die Menschen haben Lupinen natürlich in ihren Gärten, so wie viele weitere invasive Pflanzen. Aber nicht alle vermehren sich so unglaublich schnell, dass sie auch bis in die wertvollsten Biotope gelangen. Wir müssen jetzt dringend damit beginnen, gegen die Lupinen anzukämpfen.“

Der Nationalpark Böhmerwald konzentriert sich in diesem Jahr besonders auf die Pflege der Bergwiesen. Sie machen etwa acht Prozent der geschützten Fläche aus.