Die Oper "Rusalka" ist 100 Jahre alt geworden

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Rusalka ist 100 Jahre alt. So kurz und bündig lässt sich der folgende Beitrag von Jitka Mladkova ankündigen:

Tatsächlich, Rusalka ist 100 Jahre alt geworden ! Sie wissen wohl, wen ich meine: die gleichnamige lyrische Oper von Antonin Dvorak, übrigens neben Smetanas "Die verkaufte Braut" wohl eine der beliebtesten im tschechischen Opernrepertoir. Am 31.März 1901 fand im Prager Nationaltheater ihre Uraufführung unter der Leitung des Chefdirigenten und Theaterdirektors, Karel Kovarovic, statt. Mit welchen Problemen die Premiere verbunden war, wissen heute nur noch wenige gut informierte Musikwissenschaftler. Über die Einstudierung der Rusalka wurde bereits unmittelbar nach deren Vollendung im Herbst 1900 entschieden. Die Premiere war für Anfang 1901 vorgesehen und sollte eigentlich den aus Anlass des 60.Geburtstages von Dvorak geplanten Opernzyklus einleiten. Ganz banale Probleme wie Konflikte im Orchester, die jedoch das erträgliche Ausmaß überschritten und durch ein Engagement eines anderen Klangkörpers gelöst werden mussten, wie auch die Unverlässlichkeit eines der Hauptdarstellers, der im letzten Moment wegen angeblicher Indisposition absagte, führten zur Verschiebung des Termins für die Uraufführung dieser Oper. Als diese dann doch zustande kam, schrieben die meisten einheimischen Zeitungen über dieses Ereignis mit Begeisterung und Superlativen. Dem damals schon berühmten Komponisten warf man nur eines vor: er habe schon wieder in Anführungsstrichen "nur" ein Märchenthema vertont. Doch das Libretto von Jaroslav Kvapil, damals literarischer Berater im Nationaltheater und dessen künftiger Chef, ist auch nach 100 Jahren nicht veraltet. Er vermochte auf eine geschickte Art und Weise zwei literarische Stoffe in dem Libretto zu vereinen, nämlich einige Motive aus Balladen des tschechischen Dichter Karel Jaromir Erben und aus einem Märchen von Hans Christian Andersen. Nicht zu übersehen sind auch Motive der Erzählung Undine von Friedrich Heinrich Karl Fouque. Dvoraks Oper, die ihren Titel nach der Hauptdarstellerin Rusalka/Wassernixe erhalten hat, sollte schon im Herbst 1901 in Wien unter dem Tacktstock von Gustav Mahler uraufgeführt werden. Aber auch hier kam es zu einer Terminverschiebung - einer wesentlich längeren! Die Wiener Premiere fand erst 1910 statt. Die erste ausländische Premiere erlebte Rusalka jedoch schon zwei Jahre früher, und zwar in Slowenien. In die USA gelangte sie erst 1935, nach Japan 1999. Hören Sie jetzt Gabirela Benackova mit der wohl bekanntesten Arie der Rusalka, in der die Wassernixe über ihre tragische Liebe zu einem Prinzen singt.