Europa-Wahl, Lebensmittel an Schulen, Wohnen in Tschechien

Foto: Štěpánka Budková

Wieder einmal sind zwei Wochen vergangen. Es ist Zeit für einen Blick in den Briefkasten von Radio Prag. Im Hörerforum geht es heute unter anderem um die Europa-Wahl, um Lebensmittel an Schulen sowie um das Wohnen in Tschechien.

Ahoj und hallo, liebe Hörerinnen und Hörer - herzlich willkommen zu Ihrer Sendung bei Radio Prag, willkommen beim Hörerforum. Wir werden heute recht viele Stimmen von Ihnen zitieren. Es gibt mehrere Themen, zu denen Sie uns zumindest ein paar Zeilen geschrieben haben, und wir haben von Ihnen auch viele Dankesworte erhalten. Sandro Blatter aus Schwerzenbach in der Schweiz schreibt:

„Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde in Prag. Wie jeden Monat üblich, melde ich mich mit einem Empfangsbericht bei Ihnen. Diesmal aus zeitlichen Gründen ein bisschen später als sonst. Bevor ich aber mit den Einzelheiten beginne, möchte ich mich ganz herzlich für die letzte QSL-Karte und die Mausmatte bedanken, welche ich letzten Monat erhalten habe. Ich habe mich sehr darüber gefreut.“

Foto: moggara12, FreeDigitalPhotos.net
Nach den Einzelheiten über den Empfang per Livestream im Internet stellt Herr Blatter zusammenfassend fest:

„Ausgezeichneter und störungsfreier Empfang bis auf einen kleinen Ausfall von etwa einer Minute um 12.06 Uhr. Ich nehme mal an, dass die Unterbrechung im Stream war.“

Für eine QSL-Karte und einen Untersetzer bedankt sich Franz Schanza aus Niederschrems in Österreich. Des Weiteren schreibt er:

Wenzelsplatz in Prag (Foto: Oleg Fetisow)
„Vor einigen Tagen hatte ich die Gelegenheit, an einem Tagesausflug nach Prag teilzunehmen. Leider hat es sehr geregnet. Aber trotzdem war der Ausflug schön. Wir waren auf der Prager Burg, am Wenzelsplatz und haben an einer Schifffahrt auf der Moldau teilgenommen. Es gab ein herrliches Buffet am Schiff. Das Essen war sehr gut und das Personal sehr freundlich. Ein wunderschöner Tag in Prag. Es hat uns allen sehr gut gefallen.“

Werner Hoffmann aus Güstrow schreibt:

„Liebes Team von Radio Prag! Vielen Dank, dass ich nun die QSL-Karten-Serie von 2013 ‚Tschechische Flugzeuge‘ komplettiert habe. Schön, dass Sie auch weiterhin jedes Jahr so tolle QSL-Karten-Serien gestalten. Das ist eine gute Sache für uns Hörer. Mit meinem heutigen Empfangsbericht möchte ich mit der Sammlung der neuen Serie ‚Schönheiten der Tschechischen Republik‘ beginnen und freue mich schon auf die erste QSL-Karte für 2014.“

Foto: Archiv Radio Prag
Die Karte, Herr Hoffmann, ist bereits auf dem Weg! Auch von Jörg-Clemens Hoffmann kamen Dankesworte:

„Liebes Radio-Prag-Team! Als ich vergangenes Wochenende von einer zweiwöchigen Chinareise zurückgekehrt bin, habe ich Ihr Päckchen vorgefunden. Haben Sie herzlichen Dank für die tolle Kappe und das schöne T-Shirt. Ich habe mich sehr über den Gewinn beim Radio-Prag-Preisrätsel gefreut!“

Im Übrigen, liebe Hörerinnen und Hörer, jede und jeder von Ihnen hat die Chance, bei unserem Quiz ein solches T-Shirt zu gewinnen.

Ladislav Cabada (Foto: Archiv TOP 09)
Nun aber zu den weiteren Briefen und Themen. Ralf Urbanczyk aus Eisleben hat sich Gedanken gemacht zur Europa-Wahl:

„Vielen Dank für die vielen hintergründigen und analytischen Sendungen vor und nach der Wahl zum Europäischen Parlament in der Tschechischen Republik. Besonders die Analyse des Abschneidens der tschechischen Parteien durch den Politologen Ladislav Cabada von der Westböhmischen Universität in Pilsen in der Sendung ‚Politgespräch‘ am Tag nach der Wahl war höchst interessant, besonders als es um die Gründe für die schlechte Wahlbeteiligung in Tschechien ging. Die von Ladislav Cabada angesprochenen Ursachen in Tschechien dürften fast genauso auf Deutschland übertragbar sein, denn auch hier habe ich im Wahlkampf europäische Themen vermisst. Stattdessen ging es fast ausschließlich darum, wie das Land möglichst wenig in die EU-Töpfe einzahlt und möglichst viel herausbekommt. Fehlanzeige waren hingegen echte europäische Themen, wie die Gestaltung einer gemeinsamen Agrar- und Außenpolitik, eine durchschaubare Wirtschaftsförderung für unterentwickelte Regionen, Ordnung des europäischen Banken- und Finanzmarktes, grenzüberschreibende Steuerflucht oder die europaweite Durchsetzung von Sozialstandards. Wenn ich mir die Themen der Parteien betrachte, scheinen die wenigsten Parteien eine Vorstellung davon zu haben, in welche Richtung sich die EU entwickeln sollte.“

Foto: Martina Dvořáková, Archiv des Tschechischen Rundfunks
Soweit Ralf Urbanczyk. Unsere Hörerin Martina Pohl aus Überlingen hat wiederum besonders die gesunde Ernährung der tschechischen Schülerinnen und Schüler interessiert:

„Liebe Redaktion von Radio Prag, vielen Dank für die QSL-Karte und das beigelegte Etui, das ich für meine Brille gut verwenden kann. In Ihrem Beitrag ging es unter anderem um ungesunde Lebensmittel an Schulen, die laut dem Bildungsministerium verbannt werden sollen. Ich bin auch der Meinung, dass Automaten, die mit Naschzeug und süßen Getränken gefüllt sind, an Schulen nichts zu suchen haben. Gerade für Kinder und Jugendliche ist die Verlockung groß, sich während der Schulpausen mit Süßwaren einzudecken. Es gibt durchaus vernünftigere Alternativen, die angeboten werden könnten. Auch Schulküchen sollten einen gesunden und ausgewogenen Speiseplan anbieten, der mit schmackhaften und saisonalen Produkten bereichert wird. Wenn sich allerdings in unmittelbarer Nähe zur Schule ein Supermarkt befindet, werden in der Regel dort in der großen Pause oder nach dem Unterricht schnell noch die Tüte Chips, Kekse, Schokolade oder Energy Drinks gekauft.“

Foto: Štěpánka Budková
Abschließend möchten wir uns einer Frage von Lutz Winkler widmen, die bereits seit längerer Zeit auf eine Beantwortung wartet:

„In einer Sendung berichteten Sie, dass die meisten Tschechen zufrieden mit ihrer derzeitigen Wohnsituation sind. Es scheint doch ein Zusammenhang mit der Modernisierung des alten Wohnbestandes und der Zufriedenheitsskala zu geben. Wie viel Mieter wohnen denn in Tschechien in kommunalen Wohnungen, und wie viele private Mietwohnungen gibt es? Und wird privates Wohneigentum auch in Tschechien gefördert, etwa durch zinsgünstige Kredite an Familien?“

Foto: Štěpánka Budková
Um die Frage beantworten zu können, haben wir die Ergebnisse der Volkszählung aus dem Jahr 2011 zur Hand genommen. Daraus lässt sich feststellen, dass die Zahl der privaten Mietwohnungen seit der politischen Wende kontinuierlich gestiegen ist. Denn seit Anfang der 1990er Jahre verkaufen die Gemeinden immer weitere Wohnungen aus ihrem Besitz. Im Jahr 1991 besaßen die Gemeinden fast 214.000 Wohnhäuser, zehn Jahre später waren es 79.000 und im Jahr 2011 nur noch 48.000 Häuser. 1990 wohnten 44 Prozent der Tschechen in kommunalen Wohnungen. In den nachfolgenden Jahrzehnten wurden die kommunalen Wohnhäuser privatisiert. Entweder wurden sie im Rahmen der Restitutionen des durch Kommunisten beschlagnahmten Eigentums an die ursprünglichen Besitzer zurückgegeben, oder die Wohnungen wurden zu günstigen Bedingungen an ihre Mieter verkauft. Eben die Zahl der privaten Mietwohnungen ist daher rasant gestiegen und liegt zurzeit bei etwa 30 Prozent. Nur zum Vergleich: Anfang der 1990er Jahre lag der Anteil der Privatwohnungen unter einem Prozent. Deutlich gesunken ist dagegen der Anteil kommunaler Mietwohnungen, und zwar von 30 auf 20 Prozent. Immer weniger Menschen wohnen auch in Genossenschaftswohnungen, da diese im Laufe der vergangenen Jahre, ähnlich wie Gemeindewohnungen, privatisiert wurden. Relativ konstant – bei etwa ungefähr 40 Prozent – ist der Besitz an Einfamilienhäusern geblieben. Dieser war nämlich auch schon zu sozialistischen Zeiten möglich gewesen.

Foto: Ohmega1982, FreeDigitalPhotos.net
Und das war’s für heute. Bitte schreiben Sie uns auch weiterhin. Unsere Adresse lautet: Radio Prag, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik. Und für die elektronische Post: deutsch@radio.cz. Alles Gute und auf Wiederhören in zwei Wochen!