Expolingua 2001

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Das Jahr 2001 ist von der EU zum Europäischen Jahr der Sprachen deklariert worden. Passend dazu feiert die internationale Sprachenmesse EXPOLINGUA, die vom 23.-25. Februar in Prag statt findet, in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum. Grund genug, sich zu fragen, wie es eigentlich mit dem Interesse an Fremdsprachen in Tschechien bestellt ist und wie das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage aussieht. Silja Schultheis hat sich dazu auf der EXPOLINGUA umgesehen.

Zunächst befragte ich die Veranstalterin der EXPOLINGUA, Frau Sindlerova, wie sie das Interesse an Fremdsprachen in Tschechien einschätze:

"Das Interesse am Fremdsprachenstudium bei uns hält nach wie vor an. Insbesondere das Interesse an der englischen Sprache ist so groß, dass eine Reihe von Bildungsinstitutionen den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit auf den Sprachunterricht konzentrieren. Dabei ist die eine Sache das Interesse am Fremdsprachenunterricht in Tschechien; eine andere Sache ist der Fremdsprachenunterricht in einer ausländischen Institution. Und deshalb präsentiert sich auf der EXPOLINGUA eine Reihe von Mittelschulen und Universitäten aus unterschiedlichen Ländern, die die Möglichkeit des Spracherwerbs direkt in ihrem jeweiligen Land anbieten."

Soweit die Einschätzung von Frau Sindlerova, Veranstalterin der EXPOLINGUA, über die gegenwärtige Nachfrage nach Fremdsprachen in Tschechien. Wie sieht es mit dem Angebot aus?

Eins fällt auf der EXPOLINGUA sofort auf: Neben Sprachschulen, Universitäten und Kulturinstituten aus den USA, Australien, Großbritannien, Spanien und Frankreich präsentiert sich dort keine einzige deutsche Institution.

Über die Gründe hierfür äußerte sich Frau Sindlerova:

"Uns ist es bislang nicht gelungen, eine Institution wie das Goethe-Institution in Prag davon zu überzeugen, an dieser Messe teilzunehmen. Auch an das Österreichische Kulturinstitut haben wir uns jedes Jahr gewendet und auch hier waren wir erfolglos. Das ärgert uns sehr, besonders da die deutsche Sprache die Sprache unserer Nachbarn ist."

Das Goethe-Institut begründete seine mangelnde Präsenz auf der EXPOLINGUA gegenüber Radio Prag so: Auf die Frage, ob es sich bei der Nichtpräsenz des auf der EXPOLINGUA nicht um eine vergebene Chance handelt, antwortete Gräfin von Baudüssin vom Goethe-Institut: Nun darf man neugierig sein, wie die Öffentlichkeit auf die große Sprachenausstellung des Goethe-Instituts reagieren wird. Wir halten Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, auf dem Laufenden.